Neues Layout für den Schulbibliotheksblog Basedow1764

Jetzt habe ich mich endlich entschieden: Ein neues Layout für den Blog! Ich bin sehr textorientiert und das alte Layout wurde mir zu “bunt”. Wobei bunt meint: zu unübersichtlich.

Plattformen wie Pinterest oder Scoop.it wären nichts für mich. Jetzt sind alle Beigaben, die Widgets, auf einer Seite versammelt, die man mit dem Icon oben rechts neben dem Blogtitel aufklappt. Zuklappen lässt dich diese Seite, wenn man oben links “Startseite” anklickt oder man scrollt nach unten.

Im Untertitel steht jetzt neben Schulbibliothek(en) und Schule auch Bildungspolitik. Sie kam ja schon immer vor. Eine weitere Neuerung soll sein, dass der Blog auf mobilen Geräten jetzt korrekter aufgebaut wird.

Auf Kommentare bin ich gespannt.

Nachtrag: Ich stelle jetzt fest, dass Kleingedrucktes, Randbemerkungen, Herkunftshinweise, die ich bisher in “Überschrift 6″ formatiert hatte und die in kleiner Schrift angezeigt wurden, jetzt gnadenlos in Großbuchstaben und zudem in großer, roter Schrift erscheinen. Vor allem längere Texte sind schlecht lesbar. Einiges habe ich schon geändert. Für Hinweise auf schlecht Lesbares bin ich dankbar.

Brandenburger Parteien zu Schulbibliotheken

Die AG der Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg hatte die gute Idee, vor der Landtagswahl die Parteien zu befragen, wie sie es mit der Schulbibliothek halten. Wenig überraschend: Alle wissen, dass der Schulträger zuständig ist und nicht der Landtag. auch wird auf die öffentlichen Bibliotheken – Kombibibliotheken – verwiesen und auf den Kooperationsvertrag des dbv mit dem Land. einzig die FDP, die auch in Brandenburg keine Rolle mehr spielen wird, sieht die Schulbibliothek als “integralen Bestandteil der Schule” und kann sich vorstellen, dass das Land  Sach- und Personalkosten(!) mitträgt.

Auch wenn die Mehrzahl der Parteien unbefriedigende Antworten gibt, sollte die Befragung durch die AG Schule machen. Ein weiterer Schritt, den die Schulbibliothekslobby aber auch leisten muss: Ein Stufenkonzept, inklusive Finanzierung, das sich über mehrere Jahre erschreckt und das möglichst so originell ist, dass nicht ein neuer bürokratischer Wasserkopf entsteht. Genau das geschah vor 22 Jahren in Hessen. Die hessische LAG hatte erreicht, dass der Kultusminister Bereitschaft erkennen ließ, etwas zu tun. Unsere Mitstreiter vom dbv forderten daraufhin 70 Diplom-Bibliothekarinnenstellen in für schulbibliothekarische Arbeitsstellen. Daraufhin war die Sache gestorben. Der LAG gelang es noch, ein Fahrzeug für die mobile Lehrerfortbildung vorzuschlagen, das dann auch realisiert wurde und viele Jahre durch die Lande fuhr.

Als wir zwanzig Jahre später das machten, was ich oben fordere, einen – bescheidenen – Schulbibliotheksentwicklungsplan vorzulegen, nachdem wohlmeinende Bildungspolitiker uns dazu geraten hatten, lachte der Kultusstaatssekretär: “4,7 Millionen €? Ich streite gerade mit dem Finanzminister wegen einer 1.000 €-Rechnung.”

Was bleibt? Bei change.org eine Petition einstellen, von campact eine Kampagne planen lassen, die FDP wählen? Spaß beiseite: Nicht locker lassen, bessere Spielzüge auf dem politischen Spielfeld ausdenken, noch originellere Konzepte entwerfen.

  • Die vollständige Dokumentation zu den Brandenburger Wahlprüfsteinen “Schulbibliothek” von Sabine Wolf hier.

Laptop statt Tablet. Technologietrends in US-Schulen

Zehn Milliarden Dollar geben die US-Schulbehörden für die Computerisierung ihrer Schüler aus. Der bisherige Run auf iPads von Apple scheint dabei seinen Höhepunkt überschritten zu haben. Notebooks werden von Schülern eher als Arbeitsgerät akzeptiert, Tablets laden mehr zum Spielen ein. Für die nationalen Tests erweist sich außerdem eine Tastatur als vorteilhaft. Manche Schulen experimentieren mit Hybridgeräten, Notebooks mit abnehmbaren Tabletmonitor. Die sind allerdings viermal so teuer wie ein Chromebook. Die Chromebook-Notebooks sind der Renner in Schulen.Ihr Betriebssystem ist nicht Windows, sondern basiert auf Linux. Man braucht immer das Internet. Auf dem Gerät wird keine Software mehr installiert, alles kommt aus dem Internet via Apps in den Browser, vor allem Google-Docs. Für Bildungsinstitutionen macht Google spezielle Angebote rund um Chromebook.

Auf jeden Fall geht die technologische Aufrüstung ungebrochen weiter.

Lehrer und IT-Kompetenz

Es hat ja lange bis zu dieser Erkenntnis gedauert: “Lehrer sind keine IT-Muffel” hat der IT-Branchenverband BITKOM herausgefunden.

Viele Jahre wurde der Öffentlichkeit das Gegenteil eingehämmert. Verwechselt wurde wohl die digitale Zurückhaltung der Bildungsverwaltung mit dem Engagement von Lehrern, vor allem Berufsschullehrern. (Stichwort: Offenes Deutsches Schulnetz)

Am Rande vermerkt: Ich hatte einen OPAC in der Schulbibliothek und die Stadtbibliothek Frankfurt/M noch viele Jahre nicht. Mein Landrat lästerte beifallheischend über die IT-unerfahrenen Lehrer und war irritiert, als er meinen privaten Laptop auf dem Schreibtisch sah. Seine Verwaltung kaufte den Schulleitern erst Jahre später einen. Für Senioren bot ich aber auch EDV-Kurse an, die von fitten Schülern geleitet wurden.

Wissenschaft als Mittel der Politik

Für die Einschätzung von empirischer Sozialforschung ist Informationskompetenz unabdingbar. Wenn man Studien evaluiert, erlebt man sein blaues Wunder. So ging es mir bei Studien des Meinungsforschungsinstituts der Volkssolidarität, einem Sozialverband in Ostdeutschland, der jahrelang verkündete, dass es mit dem Osten bergab gehe. Nach der Revolution, wohlgemerkt! Ähnlich war es bei den Panels eines Dresdner Medizinsoziologen, bei denen mit wachsender Zustimmung herauskam, dass in der DDR fast alles besser war. Der Professor befragte im Auftrag einer Gewerkschaft zehn Jahre lang regelmäßig Menschen, die beim Untergang der DDR in der 10. Klasse POS waren.

Man muss aufpassen. Wenn Herr Piketty einen anderen Zeitraum für seine Aufsehen erregende Studie über den extraordinär wachsenden Reichtum der Reichen gewählt hätte, wäre etwas anderes herausgekommen. Pierre Bourdieu hat eine Theorie der sozialen Schichten, früher sagte man Klassentheorie, entworfen, die sich auf eine Befragung stützt, die frei von wissenschaftlichen Gütekriterien ist. Der Wissenschftsblog “Science Files” weist unaufhörlich nach, wie fragwürdig Untersuchungsergebnisse sind, die dann von den Medien mit der Schlagzeile “Neueste Studien haben ergeben, dass …” hinausposaunt werden. Wofür zahle ich eigentlich Rundfunksteuer und mein MAZ-Abonnement, wenn ich dann doch alles selbst nachprüfen muss?

Ein neues Beispiel: Das Betreuungsgeld gilt den Anhängern von Kitas als Teufelszeug. Kitas trügen zur Migrantenintegration und zur Sprachentwicklung bei, sie seien eine gesellschaftlich notwendige Bildungseinrichtung für das Alter 0 bis 3 Jahre.

Die Bundesbildungsfamilienministerin Manuela Schwesig ist gegen das Betreuungsgeld. Sie beauftragt das von ihrem Haus beaufsichtigte und finanziell abhängige Deutsche Jugendinstitut mit einer Umfrage, die das gewünschte Ergebnis liefert: sozial Schwache und Migranten wollen Geld statt Kita. So geht das einen Tag lang alle 30 Minuten durch die Medien

Dann stellt sich heraus, da wurden Zahlen falsch addiert, Alternativen, die man hätte ankreuzen wollen, warum man sein Kind nicht in die Kita geben will, gab es nicht. Und: Die Umfrage wurde vor Einführung des Betreuungsgeldes durchgeführt! (nach FAZ v. 30.7.14; Respekt!)