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Staatliche Aufsicht über Schulen, aber keine Staatsschulen

„Die empirische Forschung hat wiederholt gezeigt, dass es nicht in erster Linie darauf ankommt, mehr Ressourcen ins Schulsystem zu stecken. Weder im internationalen Vergleich noch innerhalb von Ländern gehen höhere Ausgaben, kleinere Schulklassen oder bessere Computerausstattung systematisch mit besseren Leistungen der Schüler in Lesen, Mathematik oder Naturwissenschaften einher.“

Das schreibt der Bildungsökonom Ludger Wößmann (Hier schon einmal im Blog) in einer Expertise (pdf-Download), in der er  mehr Wettbewerb zwischen Schulen fordert. Dazu bedürfe es eines Schulsystems, in dem sich der Staat auf die Rahmensetzung konzentriert und auf externe Abschlussprüfungen, den Schulen aber Selbstständigkeit beim Erreichen der Ziele gewähre.

Für das Schulbibliothekswesen sind mehr Privatschulen kein Unglück. Eher das Gegenteil!

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Ein Frontbericht aus der Schule

Ein Berufsschullehrer schreibt, was er für wichtig in der Schule hält.

Er beklagt den Mangel an Konzentration und Disziplin, an Gewissen- und Ernsthaftigkeit und die verzweifelte Toleranz und Lockerheit der Lehrer. Das erste, was ausländischen Lehrern an deutschen Schulen auffiele, seien Unruhe, die Unaufmerksamkeit, der rüde Umgangston, das Essen und Trinken im Unterricht.

Er fordert sportliche Betätigung, künstlerische Praxis, ökologische Projekte, soziales Engagement.  „Konkrete – nicht virtuelle – Erfahrungen, die … lehren, nicht nur zu fordern und Ansprüche zu stellen“, sondern die Schüler/-innen reifer und verständnisvoller machten.

Wer´s nachlesen will: Im FAZ-Archiv für 2 €: „Von der verzweifelten Lockerheit der Lehrer“ von Joachim Kutschke, 19.1.2012.

Nachtrag: Der Link sollte eigentlich darauf verweisen. Tat´s aber nicht. Jetzt habe ich mein Suchergebnis nochmal verlinkt, in der Hoffnung, die Seite kann nunmehr aufgerufen werden. Wenn nicht: In der Archivsuche die Suchwörter eintragen.

Letztlich ist es für Lehrer nichts Neues, was er schreibt. Es passt m. E. aber als Kommentar zu den neuen Schulfach-Forderungen des amerikanischen Futurologen. Kann sein, dass uns der Computer bei Problemen hilft, die wir ohne Computer nicht hätten. Aber bei Erziehung und Bildung geht es um etwas anderes als um outputorientierte Kompetenzmodelle. In der Pädagogik muss man oft A tun, um B zu erreichen, siehe z. B. hier.

Schulentwicklung als Klippert-Pipapo

Über die Jungmanager/innen, die den hessischen Schulleitern die Bildungsstandards zu erklären versuchten, habe ich schon früher berichtet.

Mit meinem Zweifel an der Wirksamkeit von Steuer-, Planungs- und Lenkungsgruppen, Kompetenzskalen und IQ-Inspektor/innen stehe ich zu meinem großen Vergnügen nicht allein. Eine bissige Kritik von Prof. Dr. Reiner Dollase, zusammengestellt von Klaus-Peter Börtzler:

Ein Beispiel: Es gab einmal ein unterrichtsbezogenes Projekt, an dem mehrere Schulen beteiligt waren. Für das Projekt entstand ein Netzwerk. Es wurde geplant, gesteuert, koordiniert, das Projektmanagement permanent evaluiert. An einer der beteiligten Schulen entstand eine weitere Projektgruppe. In dieser Gruppe wollte man sich ausschließlich und praktisch mit dem Projektthema befassen.

Nachtrag: Prof. Gruschka zu Methodenlernen und Klippert