Follett Destiny Katalogisierungssoftware

Kürzlich beim Besuch in der Grundschulbibliothek der Berliner deutsch-amerikanischen John-F.-Kennedy-Schule habe ich das Schulbibliotheksprogramm Follett Destiny kennen gelernt. Mir scheint, dass die deutschsprachige Katalogisierungssoftware da einiges lernen könnte. Die Wünsche nach einem Bibliothekskatalog, der aussieht wie Google oder Amazon und so ähnlich funktioniert, ist bei Follett und anderen US-amerikanischen Anbietern schon weit fortgeschritten.

Der Katalog wird mit einem Internetbrowser angesehen. Das alleine ist schon attraktiv. Die Suchfunktion erlaubt mehrere Operatoren und verbessert Rechtschreib- oder Tippfehler.

Da in USA Schulbibliotheksmedien von den Verlagen ausleihfertig geliefert werden, wird der Datensatz inklusive Coverbild in Follett per Knopfdruck übernommen. Destiny zeigt daher Treffermeldungen mit Titelbild. Per Drag und Drop können Medien in eine eigene Liste übernommen werden.

Bei der Erweiterung Destiny Quest erhält man Themenlisten, die von Lehrern eingegeben werden können, und eine Hitliste der Schulbibliothek, kann auf von Follett eingegebenen Internetseiten recherchieren und gegebenenfalls ein Buch in anderen Bibliotheken auf dem Schulcampus oder in Nachbarschulen recherchieren oder man bekommt weitere Vorschläge („Ähnliche Titel“) . Der Nutzer kann sich seine persönliche Seite graphisch selbst gestalten.

Auch die Bestandsverwaltung profitiert: Follett analysiert den Bestand, nennt veraltete Medien und schlägt aktuellen Ersatz vor.

3 Gedanken zu „Follett Destiny Katalogisierungssoftware

  1. Pingback: Kooperation auf Amerikanisch | Basedow1764's Weblog

  2. Christoph Müller

    Das ist ein sehr interessanter Bericht über die John-F.-Kennedy-Schule und die Follett Destiny Katalogisierungssoftware! Ich glaube, die beiden Kulturen (deutsch / amerikanisch) sind doch sehr unterschiedlich, auch in Bezug auf ihre Vorstellungen über Software. So setzt z.B. die German School of the East Bay in Oakland, Califiornia die deutsche Software Perpustakaan ein, und zwar mit englischer (!) Benutzeroberfläche.

    Das will nicht heißen, dass ich nichts von anderen Kulturen lernen möchte, sehr gerne. Die beschriebenen Vorzüge muss aber letztlich hier jemand kaufen. Mir scheinen die zahlreichen Anregungen deutschen Anwender bislang nicht sehr in Richtung Google-Feeling zu gehen. Die Anregungen der Anwender haben für mich aber höchste Priorität.

    Da auch betont wurde, dass die Follett-Software im Browser läuft: Das tun in Deutschland auch einige. Perpustakaan hat übrigens mittlerweile eine sehr komfortable Web-Oberfläche, siehe http://must.de/perpustakaan_b.html – zugegebenermaßen mehr auf den Alltag der Mitarbeiter zugeschnitten als auf die Motivation der Facebook-Kids.

    Früher oder später werden wir alle gleich – bis dahin ist die unterschiedliche Oberfläche von Software wohl ein Spiegel der Mentalität der Nutzer.

    Antwort
  3. Renate Kirmse

    Auch in Großbritannien gibt es da einiges zu lernen und anzuschauen: Vom Schulbibliothekswesen überhaupt und von interaktiver und selbstverständlich internet-basierter Software, die auch den KJüngsten den Einstieg in die Katalogrecherche leicht macht. Nicht ohne Grund haben sämtliche Europäischen Schulen in Deutschland (Karlsruhe, Frankfurt, München) sich von deutscher Software verabschiedet und arbeiten nun mit der Software „Oliver“ (Softlink). „Olly“, die Oberfläche für Grundschulbibliotheken macht nicht nur den Kleinen Spaß.

    Antwort

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