Schlagwort-Archive: Informationskompetenz

Wie gegen TTIP gehetzt wird

In unseren Supermärkten wird abgepackter, gechlorter Salat verkauft. Gestorben ist daran noch niemand und beschwert hat sich meines Wissens auch niemand. Das US-amerikanische „Chlorhuhn“ dagegen wird hierzulande von Anti-TTIP-Aktivist/-innen verteufelt. Salmonellenerkrankungen nimmt man in Deutschland in Kauf, in USA nicht. Die internationalen Schiedsgerichte sind eine deutsche Erfindung und werden weltweit geschätzt. US-amerikanische Firmen klagen vergleichsweise selten vor diesen Gerichten. Verbraucherschutz- und Umweltstandards würden gesenkt werden, verkünden die Aktivist_innen. Was sie in ihrem Eifer übersehen: In USA zahlen betrügerische Banken höhere Geldstrafen als hier, den Abgasskandal haben amerikanische Behörden aufgedeckt. Den jungen Anti-Eiferer/-innen ist Ralph Nader sicher unbekannt („Unsafe at any speed“), der Sicherheitstests bei Autos durchführte, als man hierzulande noch gar nicht wusste, dass man das machen kann.

Jetzt wird von einer Aktion „Netzfrauen“ gar die Schule als TTIP-Opfer entdeckt. Auch der VBE-Vorsitzende schlägt deswegen Alarm. Ein Artikel von news4teachers informiert besser.

Ob man mit Kursen zum Erwerb von Informationskompetenz dem Herrn vom VBE und den Feminist/-innen helfen kann? (Mit der positiven Sicht des Herrn Zuckerberg in dem Text bin ich nicht einverstanden.) Der schulische Digitalisierungshype hat uns aber schon längst erfasst. Dazu bedarf es TTIP nicht.)

Dass TTIP an der Digitalisierung der deutschen Schule schuld sein wird, ist bestes Kabarett. Dafür einen Grimme-Preis!

Ist das noch steigerungsfähig? TTIP zwingt uns Atomkraftwerke auf. TTIP verhindert die Homoehe. TTIP stärkt die AfD. TTIP ist schuld an der Gentrifizierung von Friedrichshain. TTIP sorgt für höheres Briefporto.

Passend dazu gerade im „Netz“ gefunden: Eine Posse aus der Heinrich-Heine-Universität zu Düsseldorf.

Die beste Lehrerin der Welt ist mit einem Terroristen verheiratet

Kürzlich ging es um die Welt: irgendjemand hat eine „beste Lehrerin der Welt“ gekürt. Hanan Al-Hroub lebt in Palästina und unterrichtet über Gewaltfreiheit, über den Vorrang des Dialogs statt der Gewalt.

Die Berichterstattung in Europa war wieder einmal ein Lehrstück über den Umgang der Medien mit dem Nahost-Konflikt. Die Palästinenser sind die Guten, die Israelis die Bösen.

Die Hamas kann den Zement in Gaza für die Tunnels verwenden statt für den Wiederaufbau zerstörter Häuser. In Palästina wird seit zehn Jahren nicht mehr gewählt. Die Millionen EU-Gelder werden nicht für die Sanierung des Abwassernetzes in Gaza benutzt, sondern für Prämien an die Familien von Attentätern. Dass es jetzt in Gaza stinkt, daran sind natürlich die Israelis schuld.

Dass die friedensbewegte beste Lehrerin der Welt mit einem Terroristen verheiratet ist, meldet nicht das ZDF in seinem Bericht, das kann man nur in einer palästinensischen Zeitung lesen.

Die europäischen Medien ficht das nicht an. Die Palästinenser sind die Guten.

 

Dazu passend: Nicht nur Jakob Augstein, der gesamte Spiegel: besessen von Israel:

spiegelantisemitismus

Open Educational Resources: eine neue Pfründe?

Die Begeisterungswelle der US-amerikanischen Netzgemeinde schwappt jetzt auch auf Deutschland über: OER, Open Educational Resources, frei zugängliche digitale Lehr- und Lernmaterialien, sind der neue Hype.

Es geht um barrierefreien, urheberrechtsfreien, nicht proprietär geschützten, kostenlosen Zugang zu Lehr- und Lernmaterialien, vom Arbeitsblatt über Lehrbücher bis zu Lehrvideos, für alle Menschen, unabhängig von ihrem sozialen Status.

Da gibt es schon einiges und der Bestand wächst: Landesbildungsserver, Bundesbildungsserver, Lehrer-Online, Datenbanken auf den Webseiten der Ministerien und der Universitäten, Clixoom, 100 Sekunden Physik. OpenUniversity. (Letztere nur als Beispiele für unzählige OER-Seiten.

Nicht zuletzt ZUM.de, die es seit 20 Jahren gibt!!! Und das jüngere 4teachers der 4teachers GmbH.
Dieser Wildwuchs muss kuratiert werden, wie man heute sagt: Eine Super-Suchmaschine muss her, die alle Angebote erfasst, die Angebote müssen in einem einheitlichen Metadatensystem katalogisiert werden.

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Wissensplattform „Erde und Umwelt“

Gestern war ich bei einer Auftakt-Veranstaltung für die Restaurierung eines wissenschaftshistorisch bedeutsamen Bauwerks auf dem Potsdamer Telegrafenberg. Der Telegrafenberg beherbergt seit 120 Jahren eine einzigartige Ansammlung wissenschaftlicher Institute. Heute sind das u. a. das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, das GeoForschungsZentrum, das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung.

Historisch bedeutsam in diesem Wissenschaftspark sind

der Einsteinturm

der Große Refraktor und

der Helmert-Turm (Foto), ein astronomisch-geodätischer Beobachtungsturm. Der soll in den nächsten Jahren restauriert werden.

 

Foto: Wikimedia Commons

 

Bei dieser Gelegenheit stieß ich auf ein interessantes Wissenschaftsportal, die Wissensplattform „Erde und Umwelt“.

www.eskp.de

Dort werden die geophysikalischen Hintergründe zu Tektonik, Klima und Klimawandel gegeben. Erörtert werden auch Maßnahmen zum Katastrophenschutz und zur Frühwarnung von Naturkatastrophen. Man kann nach Karten, Infographiken und Artikeln suchen. Dokumentiert werden aktuelle Wissenschaftsergebnisse.

Die Plattform ist für die gesamte Öffentlichkeit, nicht nur für Schulen konzipiert.

 

Wie erkennt man Lügenpresse?

Eine kleine Hilfestellung von einem Journalisten:

krautreporter

Zugegeben, meine Überschrift zu diesem Posting ist ein wenig reißerisch. Die zehn Punkte sind durchaus alltagstauglich, auch für den Unterricht, für die Zeitungsanalyse.
„Lügenpresse“ ist ein polemischer Begriff, mit dem die SED westliche Medien unglaubwürdig machen wollte und in diesen Zeiten wird den Medien aus dem rechten politischen Spektrum der Vorwurf gemacht, sie würden Nachrichten verschweigen, zurückhalten oder verharmlosen, die eine kritische Sicht auf Muslime und Migranten hervorrufen könnten.

Nachtrag 23.3.16: Die Bundeszentrale für politische Bildung lässt uns durch den Rechtspopulismusexperten, den Politologen Prof. Dr. Frank Decker, weismachen, dass „Lügenpresse“ ein Nazi-Kampfbegriff wäre, auch wenn das Wort schon im 18. Jahrhundert im deutschen Sprachraum nachweisbar sei (bpb-Magazin 09, p 25). Nun ist Decker Rechtspopulismusspezialist. Daher wird ihm entgangen sein, dass „Lügenpresse“ auch von den 68ern gegen bürgerliche Zeitungen benutzt wurde und 1989 von demonstrierenden DDR-Bewohnern gegen SED-Zeitungen.

Wie das Bundesarbeitsministerium Unterrichtsmaterialien manipuliert

Die Stiftung MitVerantwortung wird von Bundesministerien finanziert und bringt Unterrichtsmaterialien in Umlauf, die für richtige Gesinnung sorgen sollen.

„Die soziale Verantwortung von Unternehmen beschränkt sich darauf, Profite zu erwirtschaften – diese Position bezog der amerikanische Ökonom Milton Friedman in den 1970er Jahren. Doch seitdem hat die Gegenposition immer mehr Anhänger gewonnen. Corporate Social Responsibility (CSR) ist die Bedingung für wirtschaftlichen Erfolg. Denn erstens fördert sie die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was der Produktqualität zugute kommt. Zweitens fragen … Verbraucher zunehmend Waren nach, die nachhaltig hergestellt wurden. Unverantwortliches Handeln hingegen kann zum Boykott durch … Konsumenten führen.“

Das hat Friedman wirklich gesagt:

“In a free economy … there is one and only one social responsibility of business – to use its resources and to engage in activities designed to increase its profits so long as it stays within the rules of the game, which is to say, engages in open and free competition without deception or fraud”.

Wie Frau Nahles´Ministeriale manipulieren, zeigt ausführlicher Michael Klein im Blog Science Files.