Schlagwort-Archive: Informationskompetenz

Wie erkennt man Lügenpresse?

Eine kleine Hilfestellung von einem Journalisten:

krautreporter

Zugegeben, meine Überschrift zu diesem Posting ist ein wenig reißerisch. Die zehn Punkte sind durchaus alltagstauglich, auch für den Unterricht, für die Zeitungsanalyse.
“Lügenpresse” ist ein polemischer Begriff, mit dem die SED westliche Medien unglaubwürdig machen wollte und in diesen Zeiten wird den Medien aus dem rechten politischen Spektrum der Vorwurf gemacht, sie würden Nachrichten verschweigen, zurückhalten oder verharmlosen, die eine kritische Sicht auf Muslime und Migranten hervorrufen könnten.

Wie das Bundesarbeitsministerium Unterrichtsmaterialien manipuliert

Die Stiftung MitVerantwortung wird von Bundesministerien finanziert und bringt Unterrichtsmaterialien in Umlauf, die für richtige Gesinnung sorgen sollen.

„Die soziale Verantwortung von Unternehmen beschränkt sich darauf, Profite zu erwirtschaften – diese Position bezog der amerikanische Ökonom Milton Friedman in den 1970er Jahren. Doch seitdem hat die Gegenposition immer mehr Anhänger gewonnen. Corporate Social Responsibility (CSR) ist die Bedingung für wirtschaftlichen Erfolg. Denn erstens fördert sie die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was der Produktqualität zugute kommt. Zweitens fragen … Verbraucher zunehmend Waren nach, die nachhaltig hergestellt wurden. Unverantwortliches Handeln hingegen kann zum Boykott durch … Konsumenten führen.“

Das hat Friedman wirklich gesagt:

“In a free economy … there is one and only one social responsibility of business – to use its resources and to engage in activities designed to increase its profits so long as it stays within the rules of the game, which is to say, engages in open and free competition without deception or fraud”.

Wie Frau Nahles´Ministeriale manipulieren, zeigt ausführlicher Michael Klein im Blog Science Files.

Informationskompetenz gefragt: Hamas dominiert den UN-Menschenrechtsrat

Infortmationskompetenzdidaktiker/-innen predigen gerne ihre naiven Regeln, wie man im Internet gute von schlechter Information unterscheidet. Ich bin skeptisch, ob das im Unterricht funktioniert. Es funktioniert ja auch im richtigen Leben nicht.

Dass Evaluation von Information und Informationsquellen nicht so einfach ist, dafür gibt Basedow1764 immer wieder einmal ein Beispiel. Manchmal ist es beängstigend zu sehen, wie manipuliert wird. Gerade der Nahostkonflikt liefert unablässig Beispiele (Siehe auch hier).

So hat ein Pamphlet des antisemitischen französischen (Das gibt es!) Juden Stéphane Hessel, “Empört Euch!”, das millionenfach gelesen wurde, Israel fälschlich auf Grund eines UN-Berichts (Goldstone-Report) eines Kriegsverbrechens in Gaza beschuldigt. Goldstone hat später erkennen müssen, das nicht Israel, sondern Hamas das Verbrechen beging. Hessel hat das nicht gehindert, in einer zweiten Auflage wieder von Israels Kriegsverbrechen zu reden.

Jetzt kommt eine Gruppe pensionierter, ehemals hochrangiger Militärs sowie Verteidigungs- und Sicherheitsexperten aus den USA, Großbritannien, Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, Australien, Indien und Kolumbien, die High Level Military Group (HLMG), in ihrem 80-seitigen Bericht über den Gazakrieg im Sommer 2014 zu dem Ergebnis, dass der UN-Menschenrechtsrat Opferzahlen von der Hamas kritiklos übernommen hat.

“Bei ihren Untersuchungen stieß die HLMG auf zahlreiche Ungereimtheiten und Widersprüche, beispielsweise auf Mehrfachzählungen von Opfern, falsche Altersangaben, die Zählung von Kombattanten als Zivilisten, die Abwälzung der Verantwortlichkeit für irrtümlich durch Hamas-Raketen getötete Palästinenser auf Israel und die Erhöhung der Opferzahl durch das Mitzählen von Verstorbenen, deren Tod nicht im Zusammenhang mit Kriegshandlungen stand.

Derartige Fehler wurden auch schon in früheren Kriegen, zu denen Israel gezwungen war, öffentlich und führten zu nachträglichen Korrekturen – die jedoch stets ungleich weniger Aufmerksamkeit erfuhren als die ursprünglichen, falschen Zahlen.

So Axel Feuerherdt auf der “Achse des Guten”, einem israelfreundlichen Blog.

Lesetipp:

doron_cover

 

 

Rezensionen

 

Prof. Kutschera über kreationistische Umtriebe

In Hessen hatten wir einmal eine Kultusministerin, die Anhängerin des Kreationismus war. Sie konnte zum Glück nicht viel Unheil anrichten. Für die Schöpfungslehre als Abiturthema sprach sie sich aber schon aus. Auch vor ihrer Amtszeit gab es, und gibt es bis heute, evangelikale Einflüsse auf das Schulwesen in manchen hessischen Regionen.

Im Blog Science Files wurde Prof. Ulrich Kutschera, ein renommierter Evolutionsbiologe zum Thema Kreationismus interviewt. Prof. Kutschera sieht den Genderismus als genauso irrational und unwissenschaftlich.

Der Beitrag der Bibliotheken zum Gelingen der Vorwissenschaftlichen Arbeit im Abitur

Erfahrungsberichte aus östereichischen Bibliotheken enthält der Band “Die Vorwissenschaftliche Arbeit im Fokus der Bibliotheken”.

Es geht darum, wie öffentliche, wissenschaftliche und Schulbibliotheken dabei helfen können, eine Facharbeit als Teil des Abiturs/der Matura anzufertigen.

Da in den deutschen Bundesländern ähnliche Aufgaben gestellt werden, kann das Buch (pdf) auch hierzulande mit Gewinn gelesen werden.

(via digithek.ch)

Pallywood: Informationskompetenz für Fortgeschrittene

Bilder und Filme können lügen. Früher wurde das auch im Schulunterricht angesprochen: Die Darstellung absolutistischer Herrscher durch Auftragsmaler, die Propagandafilme der Nazis oder die retuschierten Fotos kommunistischer Politbüros, auf denen die gerade in Ungnade gefallenen Mitglieder fehlten. Bisweilen war noch ein Fuß oder ein Arm auf dem Foto übriggeblieben.

Heute gibt es die gefakten Wolken auf Wettersatellitenfotos der russischen Anti-Ukrainepropaganda, mit denen westliche Luftbilder von russischen Aktivitäten als unglaubwürdig entlarvt werden sollen. Und es gibt die PR-Maschine der palästinensischen Hamas. Deren inszenierte Aufnahmen finden ihren Weg in die Nachrichtensendungen westlicher TV-Anstalten, wie z. B. BBC oder France2.

Im Zeitalter der Informationskompetenzvermittlung ist es noch wichtiger geworden, die Inszenierungen der PR-Industrie zu durchschauen, denn die Schüler lernen zunehmend selbstständig, sie sollen sich die Informationen selbst beschaffen. Lehrer unterrichten nicht mehr vorrangig, sondern “begleiten” Schüler beim Lernen. Schüler sollen lernen, anhand von weitestgehend formalen Kriterien die Glaubwürdigkeit und Seriosität ihrer Informationsquellen zu überprüfen, u. a. so:

  • Gibt es ein ordentliches Impressum?
  • Sind der Verfasser oder die Institution vertrauenswürdig?
  • Ist die Information aktuell, genau, vollständig?
  • Sind Sprache und Rechtschreibung ordentlich?

Die Seriosität von Quellen festzustellen, ist schon für Erwachsene schwierig bis unmöglich, um wie viel mehr für Sechst- oder Neuntklässler. Weiterlesen