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Bücherlesen als Erholung von IT

“Viele Eltern und Lehrer befürchten, dass das technische Spielzeug die Schüler vom Bücherlesen abhält. Das Gegenteil ist der Fall. Viele Schüler verbinden IT inzwischen mit Schule und finden das Lesen “richtiger” Bücher als wahre Erholung.”

Corinne Hill, Leiterin der Stadtbibliothek von Chattanooga/USA

MyON – Antolin mit E-Books

MyON ist die digitale Leseplattform eines US-amerikanischen Jugendbuchverlages. Man kann es mit Antolin vergleichen. Der gewichtigste Unterschied: Die Bücher sind im Programm enthalten! Bisher sind es über 7.000. Die Zahl wächst, über 50 Verlage machen schon mit.

Das Programm beginnt mit einem Test der Lesefähigkeit des Schülers und der Frage nach seinen Interessen. Auf dieser Basis empfiehlt das Programm eine maßgeschneiderte, individuelle Bücherliste. Erfasst wird dann, was und wie lange gelesen wird, wie gut die Quizfragen zu den Büchern beantwortet werden, wie sich die Lesefähigkeit entwickelt.

Gerne eingesetzt wird MyON von Schulen in sozialen Brennpunkten mit Schülern mit geringer Lesefähigkeit aus einkommensschwachen Familien. Sofern sich ein Kostenträger findet, der für die Schullizenz des Programms und digitale Lesegeräte aufkommt. (Im Zeitungsartikel – siehe unten – wird von Kindles gesprochen.)

USA-Today berichtet.

Die Frage, ob MyON die Schulbibliothek überflüssig macht, ist noch offen. In manchen Schulen gibt es keine, die in ihrem Bestand aktuell wäre und personell zufriedenstellend ausgestattet. Dort ist MyON auch in dieser Hinsicht eine willkommene Alternative. USA-Today weiß aber von einer Schule, wo MyON dazu beigetragen hat, dass die Inanspruchnahme der physischen Schulbibliothek anstieg.

 

Lesen am Computer

Es gibt inzwischen eine Reihe von Studien zum Lesen von Texten in verschiedenen Medien, E-Book, Tablet, Print. Auch wenn es schon seit Jahrzehnten Vergleichsstudien über Computerlesen und Gedrucktes lesen gibt, ist man weit von einem klaren Ergebnis entfernt.

Wie solide die Studien sind, kann ich als Laie nur schwer beurteilen. Ich erinnere mich an Fälle, wo die Computerindustrie Untersuchungen in Auftrag gegeben hat oder an Studien, bei denen gerade einmal zehn Senioren und zwanzig Studenten untersucht und befragt wurden. In einer in den letzten Jahren häufig zitierten Studie heißt es, beim Lesen am Tablet wäre das Gehirn am wenigsten aktiv. Ist das gut oder schlecht? Vielleicht kann man beides auch gar nicht vergleichen. Vielleicht hat jede Form des Lesens Vor- und Nachteile. Vielleicht ergänzen sich beide Arten des Lesens gar?

Mir jedenfalls geht es, wie es in vielen Berichten heißt: Ich lese viel am Computer. Aber die Ablenkungsgefahr ist groß: Schnell mal nach der Post sehen oder einem Link folgen. Wenn es hoch konzentriert sein soll, drucke ich doch lieber aus und lese mit Stift oder Marker. Allerdings, als die Computerei losging, 1996/97, habe ich noch nahezu alles ausgedruckt, um es dann zu lesen. Wenn ich die zusammengehefteten Seiten heute in der Hand halte, darin blättere, die Überschriften oder meine Maskierungen überfliege, ist das immer noch eine andere, intensivere “Begegnung” mit dem Text, als wenn ich ihn am Bildschirm ablese und dabei scrolle.

Anders geht es mir aber beim E-Book. Daran habe ich mich gewöhnt, vor allem, wenn es sich um ein dickes Buch mit tausend Seiten handelt.

Zahlen zum Bücherkauf- und Leseverhalten 2014

im Börsenblatt des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Eine weitere Zahl aus einer Buchhandelsstudie des Börsenvereins: Die Gemeinde mit der höchsten “Buchkaufkraft” ist Bad Soden am Taunus! 158 € gaben Buchkäufer dort 2013 durchschnittlich aus.

Bad Soden liegt immer noch an der Spitze, obwohl ich seit meinem Umzug nach Potsdam dort nicht mehr kaufe. ;-)