Landesschulamt Brandenburg wieder aufgelöst

Bis 2013 gab es sechs Schulämter in Brandenburg. Dann wurde ein Landesschulamt (LSA) geschaffen. Das hatte vier regionale Außenstellen. Die Reform brachte auch 24 zusätzliche Planstellen.

Den ersten Geburtstag hat die neue Behörde nicht lange überlebt. Jetzt gibt es kein Landesschulamt mehr. Die vier Außenstellen des LSA werden (wieder) selbstständig. Die Reform soll zu kürzeren Dienstwegen führen. Die neu geschaffenen Planstellen bleiben erhalten.

Für Verärgerung beim Minister hatte gesorgt, dass das LSA das Ministerium nicht rechtzeitig über den enormen Unterrichtsausfall im Land informiert hatte.

Auch in Hessen wurde inzwischen die Verwaltungsbene Landesschulamt wieder abgeschafft und die 15 Schulämter sind wieder selbstständige Institutionen. Eine FDP-Kultusministerin hatte die Reform organisiert und einen Parteifreund als Leiter vorgesehen.

Als zentrale Behörde erhalten blieb die im Zuge der Reform neu geschaffene “Lehrkräfteakademie”, die für Lehrerfortbildung und Qualitätsentwicklung zuständig ist.

Auch in Hessen ist davon auszugehen, dass die neu geschaffenen und besetzten A-15-/A-16-Planstellen erhalten bleiben.

Warum ist der Duden israelkritisch?

Jahrzehntelang war die Duden-Redaktion der Zuchtmeister der deutschen Sprache. Sie war die letzte Instanz. Dann kam die leider verunglückte amtliche Rechtschreibreform, die manches einfacher, vieles aber auch komplizierter machte. Zeitungsfirmen kreierten ihre eigene Rechtschreibung. Zuletzt kam die Genderista mit der Neudefinition des englischen Gender, den großen Is und Bindestrichen, dem Verbot von “man”.

Auch der Duden hält mit. Er läuft dem Zeitgeist hinterher und nimmt in seine Wortlisten gerne neue Modevokabeln auf, z. B. die Studierenden als Ersatz für Studenten. Wetten, dass in Bälde Flüchtende statt Flüchtlinge kommen wird? Progressive Sprachforscher/-innen wollen festgestellt haben, dass die Nachsilbe -ling Abwertung ausdrückt. Liebling, Frühling, Säugling, Schmetterling, Ankömmling? Wie halten wir es mit Riesling und Pfifferling? Auch die Natur hat Rechte! Lehrling wurde schon ersetzt.

 

Nun wird die Duden-Redaktion gegen dudenkritische Bemerkungen einwenden, dass man doch nur dem Mainstream-Sprachgebrauch folge. Da hat sie leider Recht: Der größere Teil der Presse ist israelkritisch, auch bürgerliche Zeitungen und der Deutschlandfunk. Die Links- und Rechtsextremen. NPD, Linkspartei und Grüne sind israelkritisch und hamasfreundlich, Frauenunterdrückung, Ehrenmorde, fehlende Meinungsfreiheit, Antisemitismus hin oder her.

Dem teutonischen Zeitgeist wird Tribut erwiesen: israelkritisch wird durch Aufnahme in die Duden-Wortliste geadelt.

Esther Schapira/Georg M. Hafner, Israel ist an allem schuld
Ein israelfreundlicher Beitrag auf Achgut.com

 

Abitur in Leichter Sprache

Wetten, dass…

in einigen Jahren das Abitur in Leichter Sprache abgelegt werden kann?

Interessant ist, dass alle Menschen mit Handicaps dafür herhalten müssen, dass Leichte Sprache als Element von Barrierefreiheit gilt. Warum Blinde, Taubstumme, Menschen mit Körperbehinderungen nur mit einer rudimentären Sprache am gesellschaftlichen Leben teilhaben können?

Vor allem Grüne sind progressiv. So stellt sich der Bundestagsfraktionsvorsitzende Dr. Anton Hofreiter auf seiner Webseite vor: “Mein Name ist Toni Hofreiter. Ich bin ein Politiker von den Grünen. Viele Leute haben bei den letzten Wahlen die Grünen und mich gewählt. Deshalb sitze ich jetzt im Deutschen Bundestag. Im Bundestag bin ich der Vorsitzender von allen Grünen Abgeordneten. Dort werden wichtige Entscheidungen getroffen.”

Anmerkung GS: Noch relativ viele schwer verdauliche Begriffe!

Besser kann es die grüne MdB Kerstin Celina:

“Ich bin Politikerin der Grünen Partei.

Diese Partei setzt sich für den Schutz der Umwelt und für Gerechtigkeit für alle Menschen ein.

Ich will die Umwelt erhalten.

Damit viel Tiere und Pflanzen hier leben können.

Ich will, dass es den Menschen gut geht.

Ich will, dass Menschen mit Behinderungen und ohne Behinderungen zusammen leben und zusammen arbeiten.

Ich will, dass Menschen aus Deutschland und Menschen aus anderen Ländern gut zusammen leben.

(Leichte Sprache fordert: pro Satz eine Zeile.)

Die Zeitung “Das Parlament” versucht sich schon seit einiger Zeit darin, Politik in Leichter Sprache zu erklären. Auch die Linkspartei erklärt den Sozialismus in Leichter Sprache.

Was spricht dagegen, Schule vom Ballast einer differenzierenden Sprachverwendung (Genitiv!, Akkusativ!, Konjunktiv I und II!, Plusquamperfekt!, generisches Maskulinum!, richtiger Artikel! zu befreien?

Wozu braucht man eine elitäre Hochsprache im Zeitalter von Twitter, SMS und Smileys?

Siehe auch:
Josef Bayer
Netzwerk Leichte Sprache    Auf der Webseite: Die Adressaten Leichter Sprache                                                                      Leichte_Sprache

 

 

 

 

Bibliotheksgesetze: Neue Idee gegen das Büchereisterben?

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) ist unterhaltsam, oft auch informativ. Manchmal ist sie fast so dick wie die Sonntagsausgabe der New York Times. Genau das richtige für ein gemütliches Sonntagsfrühstück.

Der Aufmacher macht mich neugierig: “Die kleine Bücherei stirbt”. In der Unterzeile ist davon die Rede, dass es neue Ideen gäbe. Die Länder reagierten mit Gesetzen auf das Büchereisterben. Ist mir da etwas entgangen? Sogleich beschleicht mich aber die Ahnung: Die Journalistin Florentine Fritzen meint Bibliotheksgesetze.

So ist es denn auch. Frau Fritzen behauptet in der Tat, dass Bundesländer Bibliotheksgesetze verabschiedet hätten, um die Gemeinden stärker in die Pflicht zu nehmen. Vielleicht hat sie das auch aus ihren Gesprächen mit Bibliotheksfunktionären mitgenommen. Nun ist das so eine Sache, wenn Länder Kommunen in die Pflicht nehmen wollen. Dem steht das Konnexitätsprinzip entgegen: Wenn ein Landtag den Kommunen etwas auferlegt, muss das Land dafür zahlen.

Schon im Kommentar zum Hessischen Bibliotheksgesetz stand, dass es keine Kosten verursache und im Gesetz selbst stand, was bisher schon der Fall war: Dass das Land kommunale Bibliotheken nach Maßgabe der Haushaltsmittel unterstütze.

Insofern sind Bibliotheksgesetze Luftnummern. Das beklagen inzwischen auch Bibliothekare. Dabei hatte ihr Verband dbv die Gesetzeskampagne mit einem Musterentwurf losgetreten. Frau Fritzen kennt das Konnexitätsprinzip, aber ein bisschen würden die Länder die Kommunen schon in die Pflicht nehmen wollen. Außer der üblichen Gesetzessprache: “Bibliotheken sind…” und “Bibliotheken sollen … sein” fehlt aber m. E. jegliches in die Pflicht nehmen. Es wäre auch ein zweifelhaftes Unterfangen, den Gesetzgebungsprozess für Appelle zu missbrauchen.

Vielleicht hat sie ein Bibliotheksgesetz gar nicht in die Hand genommen. Denn ihr ist einiges Ungereimte entgangen. So etwa, dass Lesungen und Bibliotheksführungen Gesetzesrang erhielten, dass Bibliotheken für Medien- und Informationskompetenzvermittlung zuständig wären, teilweise explizit auch für Schulen und die Berufsbildung.

Wie die kleinen Büchereien, deren Sterben sie bedauert, all das und alles Weitere, was sie noch ins Pflichtenheft moderner Bibliotheken hineinschreibt, einlösen sollen, lässt sie offen. Immerhin begrüßt sie die neuen städtischen Zentralbibliotheken, die Flüchtlinge willkommen hießen, 3D-Drucker anböten und in denen Senioren die Smartphonenutzung erklärt würde.

Was Schulbibliotheken angeht, sind wir Kummer gewöhnt. In manchem Bibliotheksgesetz sind sie willkürlich, unsystematisch und gar widersprüchlich verstreut zu finden, in Frau Fritzens Text existieren sie überhaupt nicht: In Grundschulen lernten Schüler Bücher kennen, Jugendliche würden Stapel in der Stadtbücherei ausleihen.

Siehe im Basedow1764 auch das Stichwort “Bibliotheksgesetz”!

“Warum haben Sie uns das nicht gleich gesagt?”

Kürzlich erschien in der FAZ wieder einmal ein kritischer Artikel zu modernen Unterrichtsmethoden. Dazu gab es dann einen Leser/-innenbrief.

Ein Deutschausbilder erzählt von seinen Beobachtungen bei Gruppenunterricht:  Die Gruppen mussten sich selbst zusammenfinden. Das führte nicht immer zu günstigen Lerngruppen. In der Regel erledigten die Leistungsstärkeren die Arbeit und trugen auch die Ergebnisse vor. Wenn dann am Schluss der Lehrer zusammenfasste und, falls nötig, auch hier und da die Ergebnisse ein wenig korrigierte, meldete sich ein Schüler und sagte: “Warum haben Sie uns das nicht gleich gesagt?”

Design Thinking für die Schule 4.0

“Unser 300 Jahre altes Bildungssystem ist den Anforderungen des schnellen digitalen Wandels nicht gewachsen”, sagt der ehemalige SAP-Spitzenmanager Sikka.

Die Vordenker auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos reden auch über Bildung. Sie ist dabei, ein noch wichtigeres Thema zu werden als Digitalisierung, Technologie, Zukunft der Arbeit. Sie ist sozusagen die Mutter aller Entwicklungen.

Den Schulen empfiehlt Davos das Design Thinking (DT) als Methode, sich für den Wandel, wie ihn Sikka meint, zu wappnen. Nahezu alle Global Player, deren Vorstandsvorsitzende in Davos präsent sind, wenden DT in ihren Konzernen an: Daimler, Deutsche Bank, Siemens, SAP, Microsoft, IBM.

Was ist DT? Es ist eine Methode, interdisziplinär Wege zu finden, für Kunden genau die Produkte zu entwickeln, die sie gerne hätten. Bei der Produktentwicklung wie ein Designer denken, ist das Motto.

Mir fällt als erstes Brain Storming ein. Man setzt sich zusammen und sammelt Einfälle ohne Denkverbote. Das galt einmal als kreative Problmlösungsmethode. Heute ist es in Verruf gekommen, weil Wissenschaftler herausgefunden haben, dass man kreativer ist, wenn man für sich alleine nachdenkt.

Aber jetzt wieder zu DT. Ich lese in Wikipedia nach. Der FAZ-Journalist Carsten Knop, der aus Davos berichtet, hat das auch nicht anders gemacht: “Design-Thinking basiert auf der Annahme, dass Probleme besser gelöst werden können, wenn Menschen unterschiedlicher Disziplinen in einem die Kreativität fördernden Umfeld zusammenarbeiten, gemeinsam eine Fragestellung entwickeln, die Bedürfnisse und Motivationen von Menschen berücksichtigen und dann Konzepte entwickeln, die mehrfach geprüft werden. Das Verfahren orientiert sich an der Arbeit von Designern, die als eine Kombination aus Verstehen, Beobachtung, Ideenfindung, Verfeinerung, Ausführung und Lernen verstanden wird.”

Man kann Design Thinking auch studieren, z. B. seit ca. zehn Jahren im Hasso-Plattner-Institut in Potsdam.

US-amerikanische Schulbibliotheken kennen den Begriff schon länger. Sie können sich von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung einen “Design-Thinking-Baukasten” schicken lassen, der Projektgruppen dabei helfen soll, in zukünftigen Schulbibliotheken noch besser auf Schülerbedürfnisse einzugehen. Angeblich sind  Makerspaces, Selbstlernzentren und Gaming-Räume (Platz für Computerspiele) Ergebnisse schulbibliothekarischen Design Thinkings.

Falls das DT auf Schulen zukommt, dann wohl in zweierlei Hinsicht: Als Planungsmethode für Kollegien und als Unterrichtsmethode. Weiterlesen