Archiv der Kategorie: Internet

Neues Schulbibliotheksportal beim hessischen Kultusministerium?

Der Kultusstaatssekretär hatte der LAG mitgeteilt, dass sein Haus an einer Schulbibliothekswebseite arbeite. Man hört, dass sie inzwischen auch online sei. Es ist nach meiner Zählung die 13. deutschsprachige.

Der LAG-Vorstand hat ihm geantwortet, dass man sich darüber freue. So fände nicht zuletzt der SchulbibliotheksInformationsdienst auf dem hessischen Bildungsserver eine Fortsetzung, der 1998 über ein Anfangsstadium leider nicht hinauskam. In dem Schreiben hat die LAG ihre Mitarbeit angeboten und auch gleich Vorschläge gemacht, welche Inhalte den vor allem ehren- und nebenamtlich in hessischen Schulbibliotheken Engagierten die Arbeit vor Ort erleichtern könnten:

  • Zugang zu Experten, einem Expertenforum oder mindestens FAQs
  • Bestandsempfehlungen
  • eine Börse für Unterrichtsvorschläge: “Unterricht in und mit der Schulbibliothek”
  • Zugriff auf Datenbanken und Archive (möglicherweise entstehen Lizenzkosten)
  • Download-Angebote für Software und Dokumente (Stichwort Digitale Schultasche)
  • Einrichtung einer virtuellen Schulbibliothek mit Online-Medien zu den Schulfächern (FWU-Lizenzen?)
  • Zugang zu digitalen Weiterbildungskursen, Veröffentlichung aller einschlägigen hessischen Fort- und Weiterbildungsangebote
  • Vermittlung von ausleihbaren Bücher- und Medienkisten (Transportkostenproblem)
  • eine zentrale E-Book-Ausleihe (evtl. Lizenzprobleme; aber sinnvoller, als wenn jede Schule oder jeder Schulträger experimentiert)
  • Einbettung des hessenOPACs
  • Erfassung der digitalen/physischen Adressen hessischer Schulbibliotheken und der Schulbibliotheks-Homepages bzw. -Seiten auf den Schul-Homepages

Ein Portal, das bloß eine weitere Linksammlung ist, wäre überflüssig.

Neues von der digitalen Jugendkultur

Die US-Meinungsforscher vom PEW-Institut haben wieder die digitale Jugendkultur vermessen:

Ein bemerkenswertes Ergebnis: Die sozialen Medien tradieren soziale Ungleicheit. Zwar haben mittlerweile nahezu alle Kinder und Jugendliche aus allen sozialen Schichten ein Smartphone. Unterschiede gibt es bei der Nutzung von Apps: Der Nachwuchs in einkommensschwächeren Familien nutzt Facebook stärker (49%) als der aus den besser verdienenden (37%). Die Kinder der Reichen sind vor allem bei Snapchat zu finden.

Mädchen zwischen 15 und 17 verschicken täglich 50 SMS.

(via School Library Journal)

Internat Salem schränkt Handynutzung ein

Die Salemer Lehrer hatten es anscheinend satt, morgens unausgeschlafene Schüler/-innen unterrichten zu müssen, die die halbe Nacht auf ihren digitalen Geräten gesurft hatten.

Die Pressestelle des Elite-Internats teilte im Dezember 2014 mit:

“Führendes deutsches Internat begegnet dem exzessiven Medienkonsum vieler Schüler

Die Pädagogen des Salemer Mittelstufen-Internats haben sich zu Beginn des laufenden Schuljahres darauf verständigt, die Nutzung von internetfähigen Geräten mit Bildschirm deutlich einzuschränken. SmartPhones, MP3-Player, Laptops und Tablet-PCs werden um 21.30 Uhr eingezogen. Während Laptops und Tablets den 13- bis 16-jährigen Schülerinnen und Schülern zu Unterrichtsbeginn wieder zur Verfügung stehen, werden SmartPhones erst nach dem gemeinsamen Mittagessen um 14.15 Uhr wieder ausgegeben. Denn auch in Salem sollen die Schüler natürlich den Umgang mit den IT-Medien lernen. (Hervorhebung von mir; GS) Weiterlesen

Die LAG-Datenschutzbroschüre

datenschutzbro

Datenschutz, Datensicherheit und Datensicherung in der Schulbibliothek sind die Themen der 13. LAG-Broschüre. Sie wurde vom Vorstandsmitglied Reiner Laasch verfasst.

Sie wurde auf dem 22. Hessischen Schulbibliothekstag in Bad Vilbel den Teilnehmern übergeben.

Auf schulbibliotheken.de, der Homepage der LAG Schulbibliotheken in Hessen e. V., kann sie – für Mitglieder kostenlos – bestellt oder downgeloaded werden.

Eine hilflose Generation Facebook?

Die FAZ hat den Informationsethiker Rafael Capurro über Erziehung zur Freiheit im Zeitalter der digitalen Kontrolle befragt.

Er sieht Gefahren darin, dass immer mehr digitale Programme das Lehren übernehmen. “Was für Menschen werden das sein, die zehn und mehr Jahre mit solchen Programmen getrimmt werden?” fragt er.

Capurro schlägt vor, die Programmierer solcher Lernmedien in den Unterricht zu holen, wo sie erklären sollten, was sie mit den anfallenden Daten machen.

Er plädiert dafür, die ethischen Fragen im Umgang mit Big Data, Facebook und Co auf jeden Fall auch in der Schle zu stellen. Die Gesellschaft müsse ethische Regeln für das Internet entwickeln.

schulmediathek.tv

Der Verlag Bergmoser und Höller macht dem Staatsinstitut FWU Konkurrenz. Der Verlag bietet Arbeitsblätter, Lernhilfen und Fachzeitschriften für Schule, Seniorenarbeit und kirchliche Einrichtungen an. Jetzt gibt es auch eine Plattform mit bisher 1.400 Filmen an (FWU: 4.000). Vorherrschend sind Clips von z. B. drei-, fünf- oder zwanzigminütiger Dauer. Es sind fast ausschließlich angelsächsische Produktionen, die eine deutsche Tonspur erhalten und mit Unterrichtsmaterialien ergänzt werden. Lizenznehmer können die Filme downloaden und mit entsprechender Software für den Unterricht bearbeiten, z. B. einen Schülerbegleittext aufsprechen lassen oder aus dem Begleittext einen Lückentext für ein Arbeitsblatt machen.

Man müsste sich eingehender mit dem Angebot und einem Vergleich zum FWU befassen. Das FWU verkauft Lizenzen hauptsächlich an die Kreismedienzentren und weniger an einzelne Lehrkräfte und Schulen. Was mich neugierig machte, ist einzig der vom Verlag als Markenzeichen geschützte Name schulmediathek.tv.

Er erinnert daran, dass sich nicht nur öffentliche Bibliotheken, sondern auch Schulbibliotheken einiges einfallen lassen müssen, um ihre Daseinsberechtigung zu beweisen. Vor allem Bildungspolitiker/-innen verweisen gerne darauf, dass Internetplattformen doch längst die physischen Bibliotheken ersetzen können. (Im Buch “Die Schulbibliothek im Zentrum” liefern Hans Günther Brée, Markus Fritz und ich Argumente dagegen.)

Eine Schulbibliothek, die solche Videoclips in irgendeiner physischen Form sammelt und eine Video- oder Mediothek aufbaut, ist jedenfalls zukünftig nicht mehr nötig.

Erinnert sich noch jemand?:  Die Kollegen haben im Zeitalter des Videoreorders aufgenpmmen oder vom Schulassistenten aufnehmen lassen, bis der Rekorder qualmte. (Juristisch ist das alles verjährt.) Dann waqren die Schränke voller Kassetten mit 45-Minuten-Dokumentationen. Sie wurden in der Regel einmal “gezeigt” (Das ist jetzt bewusst kein didaktischer Fachausdruck).