Archiv der Kategorie: Internet

Clixoom: Alternative zu Opas Fernsehen?

Das starre Sendeschema der TV-Sender hat keine Zukunft. Davon bin auch ich überzeugt. Wenn man sich sein eigenes Abendprogramm zusammenstellen könnte, das wäre doch großartig. Nicht mehr durchzappen müssen, um bei der dritten Wiederholung eines Tatorts hängenzubleiben, weil alle anderen 29 Kanäle nichts besseres boten.

Zwar steuere ich hin und wieder die Mediatheken der Sender mit ihren vorübergehend dort eingestellten Sendungen an oder auch Youtube, aber ganz auf Opas Fernsehen zu verzichten, dazu kann ich mich noch nicht durchringen. Die euphemistisch Demokratieabgabe genannte Rundfunksteuer muss ich so oder so zahlen.

Manchmal, vor allem wenn ich mal wieder euphorische Interviews oder Artikel zum Fernsehen der Zukunft gelesen habe, schaue ich dann, ob ich etwas versäumt habe, wenn z. B. Tausende Teenager Youtube-Channels abonniert haben, in denen ihnen Politik oder Naturwissenschaft und Technik erklärt werden.

Jetzt war ich gerade bei Clixoom.

Ok, wenn dadurch bei jungen Leuten das Interesse an Naturwissenschaft und Technik geweckt wird. Es wäre auch verwunderlich, wenn Teenager dieselben Sendungern liebten, die die Großeltern favorisieren. Ich sehnte mich dabei nach den Wissenschaftssendungen von ARD oder 3sat zurück.

Die Themenwahl erinnerte mich an die Zeitschrift PM (Gibt es die eigentlich noch?), manchmal auch an eine Apotheken-Rundschau für junge Leute. Drei Sendungen á 5 Minuten mit einem Schnellsprecher habe ich ausgehalten: durchgängig Nahaufnahme, die Mundbewegungen erinnerten mich an Loriot-Figuren, gleichbleibende Tonlage und ab und zu ein Sekundenblick auf ein Foto oder ein Filmchen. Am Schluss die Werbung für Amazons Audible-Hörbücher.

Hoffentlich bleiben uns die Wissenschaftsssendungen in Opas TV erhalten oder die jungen Youtube-Unternehmer/-innen entwickeln sich weiter, trotz berauschender Klickzahlen.

Neues Schulbibliotheksportal beim hessischen Kultusministerium?

Der Kultusstaatssekretär hatte der LAG mitgeteilt, dass sein Haus an einer Schulbibliothekswebseite arbeite. Man hört, dass sie inzwischen auch online sei.

Der LAG-Vorstand hat ihm geantwortet, dass man sich darüber freue. So fände nicht zuletzt der SchulbibliotheksInformationsdienst auf dem hessischen Bildungsserver eine Fortsetzung, der 1998 über ein Anfangsstadium leider nicht hinauskam. In dem Schreiben hat die LAG ihre Mitarbeit angeboten und auch gleich Vorschläge gemacht, welche Inhalte den vor allem ehren- und nebenamtlich in hessischen Schulbibliotheken Engagierten die Arbeit vor Ort erleichtern könnten:

  • Zugang zu Experten, einem Expertenforum oder mindestens FAQs
  • Bestandsempfehlungen
  • eine Börse für Unterrichtsvorschläge: “Unterricht in und mit der Schulbibliothek”
  • Zugriff auf Datenbanken und Archive (möglicherweise entstehen Lizenzkosten)
  • Download-Angebote für Software und Dokumente (Stichwort Digitale Schultasche)
  • Einrichtung einer virtuellen Schulbibliothek mit Online-Medien zu den Schulfächern (FWU-Lizenzen?)
  • Zugang zu digitalen Weiterbildungskursen, Veröffentlichung aller einschlägigen hessischen Fort- und Weiterbildungsangebote
  • Vermittlung von ausleihbaren Bücher- und Medienkisten (Transportkostenproblem)
  • eine zentrale E-Book-Ausleihe (evtl. Lizenzprobleme; aber sinnvoller, als wenn jede Schule oder jeder Schulträger experimentiert)
  • Einbettung des hessenOPACs
  • Erfassung der digitalen/physischen Adressen hessischer Schulbibliotheken und der Schulbibliotheks-Homepages bzw. -Seiten auf den Schul-Homepages

Ein Portal, das bloß eine weitere Linksammlung ist, wäre überflüssig.

Neues von der digitalen Jugendkultur

Die US-Meinungsforscher vom PEW-Institut haben wieder die digitale Jugendkultur vermessen:

Ein bemerkenswertes Ergebnis: Die sozialen Medien tradieren soziale Ungleicheit. Zwar haben mittlerweile nahezu alle Kinder und Jugendliche aus allen sozialen Schichten ein Smartphone. Unterschiede gibt es bei der Nutzung von Apps: Der Nachwuchs in einkommensschwächeren Familien nutzt Facebook stärker (49%) als der aus den besser verdienenden (37%). Die Kinder der Reichen sind vor allem bei Snapchat zu finden.

Mädchen zwischen 15 und 17 verschicken täglich 50 SMS.

(via School Library Journal)