Neurowissenschaft und Unterricht

Der Neurologe Prof. Dr. Michael Madeja beschreibt, was die Neurologie zur Erziehungswissenschaft beitragen kann und was nicht. Es waren große Versprechungen und hohe Erwartungen, die von Neurowissenschaftlern ausgelöste wurden. Die Vorstellung, die Hirnforschung könne pädagogische Kontroversen klären, habe sich nicht erfüllt. Es seien “Neuromythen” entstanden, wie z. B. die Lernkonzepte für rechts- und linkshirnige Lerner oder die Schädlichkeit zuckerhaltiger Ernährung für das Lernen. Da seien partielle Erkenntnisse fälschlicherweise generalisiert worden. Dagegen gäbe es eine Reihe von Erkenntnissen über das Funktionieren des Gehirns beim Lesen und Rechnen. Praktische Auswirkungen auf Schule und Unterricht hätten sich daraus nicht ergeben, wohl aber Interventionsmöglichkeiten bei Funktionsstörungen bei einzelnen Kindern. Er hält es für eine unzulässige Verengung und Vereinfachung, das Lernen nur mit Gehirnfunktionen zu erklären. Das Lernen sei ein vielschichtiger Vorgang innerhalb von Beziehungen zwischen Körper und Umwelt, es sei zweifelhaft, ob eine isolierte Betrachtung des Gehirns der Pädagogik weiterhilft. (FAZ v. 4.5.15,, S. N2, “Die Schule erzieht junge Menschen, keine Gehirne”)

Bitte keine Berichte aus Schulbibliotheken mehr einsenden!

Nachdem für Berichte aus Schulbibliotheken Büchergutscheine ausgelobt wurden, klappte es mit den Einsendungen. Aus dreizehn Schulbibliotheken wird berichtet. Die Büchergutscheine werden heute verschickt. Nach und nach werde ich die Berichte im Blog veröffentlichen. (NICHT auf der Homepage!)

Auffällig, dass es noch Schulen/Schulbibliotheken gibt, in denen keine E-Mail-Adresse genutzt werden kann und schon gar nicht ein Scanner. Ich bitte um Verständnis, wenn ich eingesandte Zeitungsartikel nicht verwende, ich möchte mich nicht um Nachdruckrechte bei Zeitungsverlagen bemühen müssen.

Basedow1764 bedankt sich

In den letzten Monaten ist der feste Leser/-innenstamm wieder kräftig gewachsen. Die Zahl der Leser/-innen, die keinen Feed wollen, ist ebenfalls beträchtlich, wie die WP-Statistikseite zeigt. Auch bin ich überrascht, dass häufig in einem Gespräch bemerkt wird: “Ich schaue immer wieder in Deinen/Ihren Blog.” Täglich registriert WP mindestens 80-100 Leser/-innen, die 100-120mal Seiten aufrufen. Die Zahl der Feed-Abos zu ermitteln, ist für mich schwierig, weil man auf diversen Portalen abonnieren kann und WP nur die eigenen Abonnenten zählt.  Spitzentageswert waren einmal 1.680 Aufrufe. 200 kommen öfters vor, weniger als 60 kaum.

A propos WordPress (WP): Sie basteln zu gerne an den Administratorseiten herum. Da wurde ein einfacher Texteditor neu eingeführt, mit dem man schneller Beiträge verfassen können soll. Mag sein, mir fehlen aber einige Features. Da der neue, einfache Editor zuerst kommt, muss ich jetzt weiterklicken zum “ClassicEditor”, der irgendwann wohl verschwinden oder nur gegen Aufpreis erreichbar sein wird. Dann gibt es eine neue Statistikseite, die permanent angepriesen wird. Sie enthält alle denkbaren statistischen Informationen, zeigt z. B. jeden Tag das Kommentatoren-Ranking seit 2007. Dauerhaft zuklappen kann man das nicht, bei jedem neuen Aufruf der Statistikseite ist es wieder da. Auf der alten Statistikseite war alles übersichtlich nebeneinander angeordnet, man musste höchstens einmal scrollen. Jetzt muss ich gefühlt endlos durch ein Statistikband scrollen und darf ganz am Schluss die alte Statistikseite – wie lange noch? – aufrufen. Von irritierenden Kleinigkeiten, wie dem Abmeldebutton, der mal links, mal rechts steht, mal abmeldet, mal auf die Profilseite führt, will ich gar nicht reden. Auch nicht davon, dass ich mich nach dem Einloggen über mehrere Stationen zur Startseite durchklicken muss. Blogger haben es nicht leicht. Vielleicht liegt es auch an mir, Lehrer haben ja keine Ahnung vom Internet.

Herzlich bedanken möchte ich mich bei denen, die mir mitteilen, welche Beiträge ihnen besonders gut gefallen oder sie auf Twitter weiterempfehlen, nicht zuletzt, bei denen, die freundlich und sachlich kommentieren.

Ich liebäugle immer wieder einmal damit, mit diesem zeitfressenden Hobby aufzuhören. Aber die vielen positiven Rückmeldungen würden mir dann wohl fehlen.

2015 verspricht, ein ereignisreiches Jahr zu werden: die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft in der Berlin-Brandenburger-Schulbibliotheks-AG, der große Hessische Schulbibliothekstag am 21.3., eine neue, tolle Broschüre der LAG (Info dazu demnächst!), die IASL-Konferenz im Juni in Maastricht, ein Seminar in Österreich, ein, zwei Aufsätze und eine Einladung zum Vorlesen in einem 6. Schuljahr.

Bildungsmanager/in soll kommunale Bildungsdaten sammeln

Mit 30 Millionen € sollen Fachleute für Bildungsmanagement und -monitoring finanziert werden, die beispielsweise in Bildungsbüros oder Stabsstellen der Städte angesiedelt sein können.

Das steht in einer Pressemitteilung des Bundeswissenschaftsministeriums.

So sieht das also aus, wenn mehr Geld für die Bildung ausgegeben werden soll: Stabsstellen in der Kommunalverwaltung, die Daten sammeln und die kommunalen Bildungsinstitutionen vernetzen sollen. Für die Schulleitungen heißt das: Eine neue Stelle, an die berichtet werden muss, die Fragebögen verschickt und Zahlen sehen will. Und wieder muss jemand im Kollegium ausgeguckt werden, der die Schule im neuen Arbeitskreis der kommunalen Bildungsmanagerin vertritt. Das Protokoll der Sitzungen wird reihum geschrieben. Es ist aber damit zu rechnen, dass die Bildungsmanagerin eine Sekretärin und eine Pressesprecherin bekommen muss, den alleine schafft sie das enorme Arbeitspensum der Stabsstelle nicht.

Nach drei Jahren, wenn die Bundes- und EU-Mittel erschöpft sind, wird sich die Kommune mit dem Vorwurf konfrontiert sehen, dass ausgerechnet im wichtigen Bildungsbereich eine Stelle eingespart wird. Die Fachhochschulen werden lamentieren, dass ihre Bildungsmanager/-in-Studiengänge gefördet sind. Dei OECD wird …

Den Hinweis auf diesen Irrsinn verdanke ich science files.

 

Bauch, Beine, Po in der Politik

(c) Det Kempke/GALA

Auf diesem Plakat konnte ich feststellen, dass unsere ehemalige hessische Kultusministerin Nicola Beer eine ganz ansehnliche Person ist. (Die Miss in der Mitte) Näher in Augenschein nehmen konnten wir sie als Ministerin in Wiesbaden leider nicht. Sie hatte nämlich nie Zeit für die hessischen Schulbibliotheks-Asterixe. Als wir unsere Ansprüche herunterschraubten – keinen Besuchstermin, keine Bitte um Teilnahme an einer LAG-Preisverleihung für hessische Schulbibliotheken -, sondern nur noch die Unterschrift unter ein, wie üblich vorformuliertes, Grußwort für eine Broschüre, wurden wir beschieden, dass die Vorlaufzeit zu kurz gewesen wäre. (Es hatte sich um mehrere Wochen Distanz zwischen dem Ersuchen um eine Unterschrift und der Absage unsererseits gehandelt.)

Facebook: Das Dilemma des Staatsrundfunks

Es beschäftigt mich schon länger: In der rbb-Abendschau kommt häufig der Hinweis: Sie finden uns auf Facebook. Oder: Frau XY hat uns dieses Foto auf unsere FB-Seite geschickt. Oder: Weetzie hat unsere Sendung auf FB kommentiert.

Es ist verständlich, dass das öffentliche TV da sein will, wo es die Zuschauermassen zu finden glaubt, in den sog. sozialen Medien. (Ich weiß: “Staatsrundfunk” ist nicht ganz korrekt, auch wenn alle Staatsbürger und übrigens auch Flüchtlinge, sobald sie im Heim oder in der eigenen Wohnung sind, die Rundfunksteuer zahlen müssen. Von wegen Willkommenskultur!)

Da mögen die Zeitungen voll davon sein, wie FB mit Datenschutz umgeht, den Nutzern Entscheidungsbefugnisse nimmt, Milliarden an Nutzerdaten verdient und ungeniert auf alle Computerdaten des FB-Besuchers zugreift.

In den Kultusministerien brütet man darüber, wie man in den Schulen mit FB umgehen kann oder verbietet es gleich ganz.

Verbraucherschützer kritisieren die FB-Nutzungsbedingungen. sie verstießen gegen deutsches Recht.

Im Internet gibt es Ratgeber, wie man seinen FB-Account löscht. (Was nicht vollständig gelingt, weil der gekündigte Account bestehen bleibt.

Aber im rbb wird man ständig aufgefordert, auf Facebook zu gehen.

So, als ob es das Normalste der Welt wäre, dass ein Quasi-Monopolist für den anderen Quasi-Monopolisten Schleichwerbung betreibt.