Archiv der Kategorie: Hessen

Ein Berliner Bezirk stellt Schulbibliotheken Mittel in Aussicht

Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg stellt Schulbibliotheken nicht abgerufene Mittel aus dem Lehr- und Lernmitteletat des Schulverwaltungsamtes in Aussicht. Das wurde vom stellvertretenden Bezirksbürgermeister Vertretern des Berliner Büchertisches und der AGSBB mitgeteilt.

Für mich ist erstaunlich, dass Schulen diese Mittel nicht abgerufen haben. Die Fachkonferenzen hessischer Schulen hatten immer mehr bestellt, als von der Schulaufsicht bezahlt werden konnte. Umso besser für die Schulbibliotheken des Berliner Bezirks, die mit je ca. 500 € rechnen dürfen.

Im hessischen Gesetz über die Lehr- und Lernmittelfreiheit gab es sogar einen Passus, der es ermöglichte, statt Klassensätzen Einzelexemplare oder kleinere Stückmengen für die Schulbibliothek zu ordern. Davon machten wir weidlich Gebrauch, bis das Ministerium dies mit einer Verordnung unterband.

Das war nachvollziehbar, zeigt auch wieder einmal, woran das deutsche Schulbibliothekswesen krankt. Das Land ist in Hessen zuständig für die Versorgung der Schüler*innen mit Schulbüchern, für Schulbibliotheken und ihre Medienausstattung sind die regionalen Gebietskörperschaften (Städte, Landkreise) zuständig, aber nicht verpflichtet, dem nachzukommen.

Wenn nun durch ein Schlupfloch im Gesetz (GULE heißt die Abkürzung) Schulbibliotheken, die regional und lokal finanziert werden müssten, von Landesmitteln profitieren, ist das klar systemwidrig. Zwar hatte die LAG den Schulen empfohlen, bei der Beantragung der Landesmittel das Wort „Schulbibliothek“ zu vermeiden. Aber im Ministerium sitzen schlaue Leute, die sich denken konnten, wo die beantragten Lexika, Wörterbücher und Atlanten in kleinster Staffelung landen würden. (Der für GuLE zuständige Ministerialreferent war auch für Schulbibliotheken zuständig!)

Die LAG wagte dann die Vorwärtsverteidigung und schlug dem Ministerium dies vor: Bei den jährlich für 30 Mio € angeschafften Schulbüchern gab es bei Schuljahresende eine Schwundquote von 10% (Beide Zahlen sind fiktiv, die realen Zahlen waren aber damals etwa in diesem Bereich). Die Schwundquote tendierte bei einer ordentlichen Ausleihe der Schulbücher mit dem Lernmittel-Modul des hessischen Schulbibliotheksprogramms LITTERA gegen Null. Der gesparte Millionenbetrag sollte den Schulbibliotheken zugute kommen. (Das war eine Idee des LAG-Finanzvorstandes Rolf-Reiner Laasch.)

Was sagte der ansonsten sehr aufgeschlossene und den Schulbibliotheken gewogene Referent? Man ahnt es: „Das wäre systemwidrig. Wir sind als Land nicht für Schulbibliotheken zuständig.“

Frauenbeauftragte der Uni Marburg verhindert genderkritischen Vortrag

Der Evolutionsbiologe Prof. Ulrich Kutschera hält den Genderismus nicht für eine Wissenschaft. Er scheut inzwischen auch drastische Formulierungen nicht: Die Genderist*innen breiteten sich wie ein „Krebsgeschwür“ an den Universitäten aus und kaperten mit ihrer Pseudowissenschaft auch die Naturwissenschaften. Dafür wird er von den genderistischen Aktivist*innen erbittert bekämpft.

Sein Text über Ähnlichkeiten von Kreationismus und Genderwissenschaft verschwand z. B. aus ungeklärten Gründen dem Humanistischen Pressedienst. Jetzt sollte er im Rahmen des Studiums Generale an der Universität Marburg über Kreationismus sprechen.

Das verhinderte die Frauenbeauftragte Silke Lorch-Göllner der „Leeranstalt“ (Achgut.de). Da blieb der Unipräsidentin nichts anderes übrig, als die Ausladung Prof Kutscheras zu „empfehlen“. Prof. Kutschera, der zurzeit in Stanford lehrt, brauchte nicht nach Europa zu fliegen. Die Begründung entnimmt die Frauenbeauftragte einem Offenen Brief von AktivistInnen der Uni Kassel gegen den Sexisten und Rassisten Kutschera. Der wird vom Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Marburger Universität verbreitet. Darin fordern die Genderwissenschaft Studierenden einen kritisch-konstruktiven Dialog „zum Austausch von Gedanken und Erkenntnissen aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen“. Sie warnen „deutlich vor einem Denken und einer Sprache … , die weder Raum für Diskussion noch Platz für Vielfalt bieten, die ein Innen und Außen in unserer Gesellschaft konstruieren und die Meinungsunterschiede nicht als Anregung zum Austausch betrachten, sondern die Stigmatisierung ihrer Vertreter*innen betreiben. Wir wehren uns entschieden gegen jedwede sexistische Herabsetzung …“ (Quelle)

Die Gleichstellungsbeauftragte des WDR kannte diese Aufforderung zum interdisziplinären Dialog noch nicht, als sie kürzlich dafür sorgte, dass der WDR eine Diskussionssendung über Gleichstellung – nach Protesten zum Glück nur vorübergehend – aus der Mediathek nahm.

Siehe auch im Blog:
Prof. Kutschera über kreationistische Umtriebe
Genderismus und Kreationismus
Kommentar Prof. Kutscheras auf Blog Science Files

Wie wird das erst sein, wenn Open Access und OER von staatlichen Einrichtungen, z. B. Universitätsverlagen und Hochschulbibliotheken, organisiert werden?  Entscheiden dann Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte darüber, was auf den Server kommt?

Grundschulbibliothek in Bad Soden feiert Geburtstag

Vor einem Jahr stellte ich das Medienzentrum der Ottfried-Preußler-Grundschule in Bad Soden am Taunus vor. Jetzt feiert man dort den ersten Geburtstag.

BadSoden

Gib eine Beschriftung ein

Nicht nur in der Schule selbst wird die Bibliothek gut genutzt. Andere Schulen lassen sich durch das erfolgreiche Beispiel anregen. Bei einem solchen Besuch entstanden Fotos, die mir Schulleiterin Martina Muth-Pehlke mit der Erlaubnis, sie zu veröffentlichen, zuschickt.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem beeindruckenden Medienzentrum!

Große Klassen für Kleine, kleine Kurse für Große

Das hessische Kultusministerium kürzt in der gymnasialen Oberstufe. Die Kurse sollen bis zu 27 Schüler aufnehmen, statt wie bisher 22.  Die Regierung braucht Mittel für die Beschulung der Flüchtenden-Kinder, die Inklusion, die Ganztagsschulen. Landeselternbeirat (LEB) und andere laufen Sturm.

Mein Bedauern hält sich in Grenzen.

Wir hatten jahrzehntelang Klassengrößen von 33 in der Fünften und mit einem gewissen Neid festgestellt, dass gleichzeitig in den Oberstufen Kurse mit vier, acht oder vierzehn Schülern liefern. Die bisherigen Durchschnittszahlen, so das Ministerium, lagen, je nach Phase und Kursart, zwischen 17 bis 20. Sie würden jetzt um die Zahl 1 steigen.

Auch wenn jetzt die Kurs-Obergrenze von 22 auf 25 steigen sollte, um 40 %, wie der LEB ausgerechnet haben will, schmälert nicht die Bildungschancen der Gymnasiasten. Selten ist sich die Bildungsforschung so einig, wie beim Thema Klassengrößen: Bei Zehnjährigen sollte die Klasse klein sein, bei Siebzehnjährigen darf sie ruhig größer sein.

Jetzt auch in Thüringen: Schulbibliothekspreis

Wir können uns auf die Schulter klopfen:

Die LAG Schulbibliotheken in Hessen e.V. hat vor 28 Jahren die Fortbildungstagung „Hessischer Schulbibliothekstag“ ins Leben gerufen und in den 90ern einen Preis ausgeschrieben, den sie später „Schulbibliothek des Jahres“ nannte.

Inzwischen gibt es in mehreren Bundesländern Schulbibliothekstage und Schulbibliothekspreise. Dass Hauptamtliche (in Bibliothekszentren und Schulministerien) die Ideen und – vor allem – die Organisation übernehmen, freut uns Ehrenamtler besonders. Das sollten wir einmal an die Hauptamtlichen in Hessen  zurückmelden.

Anlass für dieses Eigenlob ist die 2. Ausschreibung eines Thüringer Schulbibliothekspreises.

Auf den zweiten Blick erscheint es mir dann aber fragwürdig, wenn ein Ministerium die Idee eines Preises für Schulbibliotheken übernimmt. Unsere Absicht war es doch, die Schulbibliotheken aus ihrem Nischendasein zu holen, der Öffentlichkeit und den Schulträgern zu zeigen, was sie leisten und Bildungspolitik und -verwaltung dazu zu bringen, Schulbibliotheken in Schulen zu verankern, zu finanzieren und weiterzuentwickeln.

Wenn stattdessen das Ministerium die Preisidee übernimmt, sich gute PR verschafft und drei Schulbibliotheken jährlich ein Sümmchen überreicht, ist das clever, aber so war das nicht beabsichtigt.

 

Ahmadiyya: Liberaler Islam?

Beim Lehrplan für den Islam-Unterricht an hessischen Grundschulen durfte auch die Ahmadiyya-Gemeinde mitwirken. Die Ahmdyya-Gläubigen machen weltweit ca. 1% der Moslems aus. Von den anderen muslimischen Glaubensrichtungen werden sie nicht als muslimisch anerkannt. Sie dürfen nicht in Mekka beten.

Beliebter Talkshowgast ist die Ahmadiyya-Muslimin Khola Maryam Hübsch, Tochter eines deutschen Konvertiten. Sie gilt als eloquente Vertreterin des angeblich liberalen Islams ihrer Gemeinde.

Kürzlich hatte ein pakistanisches Ehepaar in Darmstadt/Hessen gemeinsam die 19jährige Tochter ermordet, weil die vorehelichen Sexualverkehr hatte. Die Eltern rechtfertigten die Tat damit, dass sie Angst hatten, wegen der sündigen Tochter aus der Ahmadiyya-Gemeinde ausgestoßen zu werden.

Vertreter der Gemeinde sahen das anders: Die Eltern wären keineswegs stark in die Gemeinde integriert gewesen. Allerdings lehne die Glaubensrichtung in der Tat vorehelichen Sex ab. „Warum sollte das Gesetz Gottes dem Zeitgeist angepasst werden?“, soll der deutsche Repräsentant der Glaubensgruppe vor Gericht gefragt haben.

Im Auftrag des Landes Hessen achten er und seine Glaubensbrüder jetzt darauf, dass der Unterricht an staatlichen Schulen mit den Grundsätzen seiner Religion übereinstimmt und den Kindern der richtige Glauben beigebracht wird.

Kuschel-Eulen fördern das Lesen

Die Astrid-Lindgren-Schule in Hauneck bei Bad Hersfeld wurde schon in Basedow1764´s „Berichten aus hessischen Schulbibliotheken“ wegen ihrer schönen Leseförderideen erwähnt. Jetzt wird im Schulblog gezeigt, was gerade in der Leseprojektwoche des vierten Schuljahres entstanden ist:

Kuschel-Eulen, entstanden bei der Lektüre von „Die kleine Eule“:

Danke nach Hauneck für das Foto!