Archiv der Kategorie: Hessen

Hessen schafft die Hauptschule ab. Doch, wirklich, endgültig!

Na ja, von einer Schulreform zu sprechen wäre übertrieben. Nicht die Hauptschüler werden abgeschafft, sondern die Hauptschulen. Es gibt in Hessen wie schon vor fünf Jahren nur noch vier reine Hauptschulen, ansonsten sind ein paar Dutzend Haupt- und Realschulen zu jeweils einer Schule zusammengefasst, meistens aber gibt es kooperative Gesamtschulen (KGS) mit getrennten Zweigen, Realschule, Hauptschule und Gymnasium bis Klasse 10, manchmal mit Oberstufe. Im Gespräch ist der Name “Sekundarschule” für die “neue” Schulform für Haupt- und Realschüler,

Vor ein paar Jahren sollte sie “Mittelstufenschule” heißen. Wie es scheint, sind alle Parteien zufrieden. die CDU gibt endgültig den Kampf um das tote Pferd Hauptschule auf und muss nicht um den Bestand der Gymnasien fürchten. Das CDU-geführte Kultusministerium konzediert ein paar mehr gebundene, d. h. “richtige” Ganztagsschulen, also nicht nur Hausaufgabenbetreuung, AGs und Sport am Nachmittag. Auch wenn noch nicht alle Details feststehen, freuen sich linke Bildungspolitiker/-innen über das längere gemeinsame Lernen in der Sekundarschule. Mindestens in den Klassen 5 und 6, evtl. auch in 7, sollen die Schüler/-innen zusammenbleiben. wie die Zusammenlegung der Haupt- und Realschulzweige in den Kooperativen Gesamtschulen ausgestaltet wird, ist im einzelnen noch unbekannt. Hessens Schulleiter/-innen werden auch mit dieser Herausforderung fertig werden.

Vor 40 Jahren nannte man das gemeinsame Lernen in Klasse 5/6 Förderstufe. Die Hälfte aller hessischen Schüler/-innen besuchte sie.

Alles Weitere dazu wurde schon vor fünf Jahren in diesem Blog geschrieben (2010). Und hier (2008)

Frankfurter Gymnasien platzen aus allen Nähten

In Frankfurt am Main gehen Eltern auf die Barrikaden. Es gibt zu wenig Plätze für die neuen Gymnasialschüler im fünften Schuljahr. 56% der Frankfurter Viertklässler wollen aufs Gymnasium. Das verspricht noch nicht die Abiturquoten Frankreichs (80%) und die, die die OECD zufriedenstellen, aber die Gymnasien der Stadt platzen schon jetzt aus allen Nähten. Das Schulamt schickt Schüler in entlegene Stadtteile und auf weniger beliebte Gymnasien. Die Gymnasien behelfen sich, in dem sie Profile bilden, zum Beispiel Schwerpunkt Musik, um nur musikalische Schüler aufnehmen zu müssen. Oder sie nehmen nur Schüler mit den allerbesten Zeugnissen, allenfalls noch Geschwisterkinder. Für Frankfurter Schulverwaltung ist diese Entwicklung scheinbar völlig überraschend. Dabei ist in Hessen schon seit Jahrzehnten die Schulwahl nach der Grundschule frei. Um den Ansturm nach der Freigabe zu regulieren, wurden nach langer Zeit die Versetzungskriterien in der Klasse 6 verschärft (“Querversetzung”) in den nächstniedrigeren Schulzweig.) In den Gemeinden des Frankfurter Umlandes sind Übergangsquoten von 70 und mehr aufs Gymnasium nicht ungewöhnlich. Jetzt ist guter Rat teuer. Weiterlesen

Offenbach engagiert sich wieder bei Schulbibliotheken

Die Stadtbibliothek von Offenbach am Main startet ein Pilotprojekt. Sie verhilft einer Grundschule zu einer Schulbibliothek. Weitere Schulbibliotheken sind geplant. Die Frankfurter Rundschau berichtet über die neue Kooperation.

Wie schön.

Die neue Grundschulbibliothek soll an zwei Wochentagen von ehrenamtlichen Mitarbeitern geöffnet werden.

Projekt “Naturwissenschaften in der Schulbibliothek” in Alsfeld

nh24.de berichtet aus Alsfeld:

“Schulbibliotheken sind Lernorte und Lesezentren und sie ermöglichen die Nutzung unterschiedlicher Medien – eine Definition der Landesarbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken (LAG), die ganz genau so für die Kreis-Jugendbücherei, die KJB, am Oberstufenstandort der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld gilt. Seit über zehn Jahren ist diese Bibliothek Mitglied in der der Landesarbeitsgemeinschaft. Nun wurde die KJB im Beisein von Schulleiterin Elisabeth Hillebrand für ihre langjährige Mitgliedschaft in der LAG geehrt.

Jean Rossa, Lehrerin an der Albert-Schweitzer-Schule und mit zehn Stunden abgeordnet in das Projektbüro Schulbibliotheken des Kultusministeriums, ist auch stellvertretende Vorsitzende der LAG und wirbt für ihren Verband, der es ermöglicht, Energien in Schulbibliotheken zu bündeln, Erfahrungen auszutauschen und Fortbildungen der Bibliotheksmitarbeiter zu fördern.

Gleichzeitig konnte Jean Rossa für die KJB den Start eines neuen Projektes verkünden: Ab Mai leitet sie ein Projekt, mit dem mehr naturwissenschaftlicher Unterricht in die Schulbibliothek geholt werden soll. Für die Fächer Biologie, Chemie, Physik und Erdkunde kann dafür mit finanziellen Mitteln aus dem Kultusministerium aktuelle Software und Literatur angeschafft werden; 3.000 Euro seien dafür bewilligt, so Rossa.

Im Rahmen ihrer Tätigkeit im HKM-Projektbüro Schulbibliotheken informierte Rossa die Teilnehmer der kleinen Feierstunde in der erst vor wenigen Monaten neugestalteten KJB über ein weiteres Projekt: So werde in einer Kooperation mit der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar die Leseförderung speziell von Jungen forciert. Dazu werden u. a. moderne Graphic Novels genutzt.”

(Text gekürzt)

Die Otfried-Preußler-Schule Bad Soden und ihr Medienzentrum

Wie eine moderne Grundschulbibliothek aussehen sollte, zeigt die Otfried Preußler-Grundschule Bad Soden. Schulleiterin Martina Muth-Pehlke hat ein Medienzentrum realisiert, das besondere Beachtung verdient.

Wer die Schulbibliotheksseiten auf der Homepage der Schule aufschlägt, wird sehen, dass ich nicht übertreibe.

Dass es in meiner ehemaligen Heimat, dem hessischen Main-Taunus-Kreis, passiert, freut mich besonders. LAG Schulbibliotheken und Projektbüro Schulbibliotheken waren von der Schulleiterin hinzugezogen worden.

Die Flops der LAG

Über Erfolge der LAG wird im Basedow1764 gelegentlich berichtet. Außerdem sprechen sie sich in Szene herum. Manchmal macht es uns sogar ein wenig verlegen, wie sehr unsere Möglichkeiten überschätzt werden. Es ist an der Zeit sine ira et studio auch einmal über nicht Gelungenes, über Flops, zu reden. wobei diese weniger auf unsere Aktivitäten zurückgehen, vielmehr sind wir Opfer von Ereignissen oder Entwicklungen geworden. Weiterlesen

Neue Mediothek in den Beruflichen Schulen Fritzlar

Ein interessantes Finanzierungsmodell gibt es an der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule in Fritzlar: Die Berufsschüler reinigen ihre Klassenräume vor und  erwirtschaften so an den zwei Schulstandorten Fritzlar und Homberg/Efze zusammen 4.800€, die in die Finanzierung der beiden Mediotheken fließen.