Archiv der Kategorie: Brandenburg

6. Berlin-Brandenburger Schulbibliothekstag

Die neue Vorsitzende der AGSBB lädt zum 6. Berlin-Brandenburger Schulbibliothekstag in die Boris-Pfeiffer-Bibliothek der Carl-Sellheim-Schule. Sie war Brandenburger Schulbibliothek des Jahres 2015!

Programm und Anmeldung sind auf der Webseite der AG Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg zu finden.

Eberswalde ist eine Autostunde nordöstlich von Berlin und auch mit dem Zug gut zu erreichen.

Mein Tipp: Den Sonntag dranhängen und die wunderschöne Landschaft entdecken: Kloster Chorin, Schiffshebewerk, das Oderbruch, unteres Odertal, die Uckermark, den Eberswalder Zoo nicht zu vergessen!

 

Potsdam bietet schulbibliothekarischen Lieferdienst für Schulen

Die Stadt- und Landesbibliothek Potsdam (ZLB) bietet einen Hol- und Bringdienst für Grundschulen.

Geliefert werden Bücher für das Klassenzimmer und Austauschbestände für verschiedene Klassenstufen, die Bereitstellung von Klassensätzen für den Unterricht, die Unterstützung schulischer Leseförderprojekte und auch Autorenlesungen werden angeboten. Die zuständige Mitarbeiterin ist telefonisch unter 0331/289 66 30 zu erreichen.

Die Lieferung auch für Schulbibliotheken wird nicht erwähnt. Wie schon früher berichtet, werden Schulbibliotheken in der SLB eher als Konkurrenz empfunden. Betont wird, dass sich das Angebot an Grundschulen richtet, weil deren Schüler meist noch nicht alleine in die Hauptbibliothek gehen dürfen.

Die einzige Potsdamer kombinierte Stadtteil- und Schulbibliothek im Babelsberger Goethe-Gymnasium wird dagegen geschlossen. Die Bibliothek musste vor zwei Jahren wegen Sanierung der Schule in einen Ersatzstandort umziehen. Zurück kann sie nicht mehr, da die Schule Klassenräume dringender braucht als eine Bibliothek. Am Ersatzstandort kann sie auch nicht bleiben.

Was ich nicht verstehe, ist, dass weder die Schulleitung noch das kommunale Immobilienmanagement eine Schulbibliothek für wesentlich ansahen und dafür gesorgt haben, dass dies bei der Sanierung berücksichtigt wird.

 

Landesschulamt Brandenburg wieder aufgelöst

Bis 2013 gab es sechs Schulämter in Brandenburg. Dann wurde ein Landesschulamt (LSA) geschaffen. Das hatte vier regionale Außenstellen. Die Reform brachte auch 24 zusätzliche Planstellen.

Den ersten Geburtstag hat die neue Behörde nicht lange überlebt. Jetzt gibt es kein Landesschulamt mehr. Die vier Außenstellen des LSA werden (wieder) selbstständig. Die Reform soll zu kürzeren Dienstwegen führen. Die neu geschaffenen Planstellen bleiben erhalten.

Für Verärgerung beim Minister hatte gesorgt, dass das LSA das Ministerium nicht rechtzeitig über den enormen Unterrichtsausfall im Land informiert hatte.

Auch in Hessen wurde inzwischen die Verwaltungsbene Landesschulamt wieder abgeschafft und die 15 Schulämter sind wieder selbstständige Institutionen. Eine FDP-Kultusministerin hatte die Reform organisiert und einen Parteifreund als Leiter vorgesehen.

Als zentrale Behörde erhalten blieb die im Zuge der Reform neu geschaffene „Lehrkräfteakademie“, die für Lehrerfortbildung und Qualitätsentwicklung zuständig ist.

Auch in Hessen ist davon auszugehen, dass die neu geschaffenen und besetzten A-15-/A-16-Planstellen erhalten bleiben.

Nachwort zum Brandenburger Landes-Schüler-BaföG

Fünf Millionen jährlich gibt die Brandenburger Landesregierung dafür aus, dass Abiturienten aus einkommensschwachen Familien sich mit einem monatlichen staatlichen Taschengeld ein Buch (oder eine Kinokarte) kaufen. Bei der Linkspartei und den Grünen blitzte ich ab. Ich hatte dann an die CDU-Abgeordneten Ingo Senftleben und Dr. Saskia Ludwig geschrieben, dass ich diese jährlichen fünf Millionen bei den Schulbibliotheken besser aufgehoben sähe.

Geantwortet haben mir beide nie. Jetzt ahne ich, warum.

Kurz vor Weihnachten starb überraschend der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Klaus Ness. Bei der Totenfeier wurden von allen Seiten bewegende und sicher wahrhaftige Reden über einen großen Strategen, einen ehrlichen und wahrheitsliebenden Politiker gehalten. Nur ganz versteckt klang an, dass er, wie es Ministerpräsident Woidke vorsichtig formulierte, seine Warmherzigkeit nicht offen mit sich herumtrug. Wenn ich mir das übersetze, fällt mir Herbert Wehner ein: Nicht gerade geliebt, aber respektiert, gar gefürchtet.

Das Landes-Schüler-BaföG war eine Lieblingsidee von Klaus Ness gewesen. Dagegen ging nichts.

In Brandenburg jetzt doch Gemeinschaftsschulen

Anfänglich wollte die SPD von der Idee des Koalitionspartners Die Linke. nichts wissen: Keine Gemeinschaftsschulen hieß es zuerst. Jetzt ist auch die SPD für das linke Schulkonzept. Das sieht in seiner vollendeten Form vor: Eine Schule für die Klassen 1-10, kein Sitzenbleiben, keine Ziffernnoten, keine äußere Differenzierung.

Von besonderen Eliteschulen („Spezialschulen“ für Sprachen, Mathematik, Naturwissenschaften und Sport), auf die in der DDR leistungsstarke Schüler geschickt wurden, ist dabei nicht die Rede.

Dass die SPD in Brandenburg umgefallen ist, liegt vielleicht daran, dass in dünn besiedelten Gebieten außerhalb des Berliner Umlandes ein vielfältiges, mehrgliedriges Schulsystem schlecht zu organisieren ist. Wahrscheinlich läuft es auf das hinaus, was Hessen seit 40 Jahren praktiziert: Unter dem Titel „(Kooperative) Gesamtschule“ existieren die Schulformen Hauptschule, Realschule, Gymnasium mehr oder weniger weiter. Der gymnasiale Anteil beträgt 40 bis 70%, die Hauptschule befindet sich im einstelligen Bereich. Von Gemeinschaftsschulen hört man aber, dass der Anteil der Gymnasialschüler zum einstelligen Bereich tendiert.

In Baden-Württemberg schnitt eine Vorzeige-Gemeinschaftsschule in einer wissenschaftlichen Evaluation katastrophal ab. Die Daten blieben unter Verschluss.

Die Privatschulen in Brandenburg werden sich freuen. Vorsorglich hat die rot-rote Landesregierung schon die staatlichen Zuschüsse für sie gekürzt.

Das Ärgerlichste bei allen Schulreformen, besonders den Strukturänderungen, ist m. E., dass die Lehrer nicht „mitgenommen“ werden. Oder hat man je davon gehört, dass Lehrer in Binnendifferenzierung geschult wurden, gelernt hätten, ohne Ziffernnoten auszukommen, gelernt hätten, individuelle Förderpläne zu schreiben usw.?

Jeder Autowerkstattmitarbeiter wird besser darin geschult, wie er mit einem neuen Motor, einem veränderten Getriebe oder einem Katalysator umzugehen hat. Die Kultusministerien haben sich selten darüber den Kopf zerbrochen, wie man Lehrern eine Reform beibringt; außer mit mehr Konferenzen,  mehr Formularen, mehr Vergleichsarbeiten. Es ist ja nicht alles schlecht an einer Gemeinschaftsschule, aber man kann sie nicht verordnen.

Im Nachwende-Volksmund hat die DDR-Einheitsschule, das Vorbild für die Gemeinschaftsschule, einen guten Ruf. Es gibt aber auch diese Meinung: Das beste am DDR-Schulsystem waren die Spezialschulen. Deren Schüler haben die zum Abitur führende EOS locker geschafft und hatten auch einen erheblichen Anteil an Spitzenpositionen in Wissenschaft und Technik. Warum sagt wohl Lothar de Maizière, letzter und demokratisch gewählter DDR-Ministerpräsident, 1990 in seiner Regierungserklärung: „Ein kastastrophales Erbe übernehmen wir von der SED-Herrschaft auch im Bildungswesen“.

Der (westdeutsche) Streit um zwei oder drei Jahre gymnasiale Oberstufe – „Die im Osten schaffen es in zwei Jahren“ – geht von falschen Prämissen aus. Die Vorstellung eines gestuften Schulsystems trägt nicht. Man kann nicht einfach auf die Sekundarstufe I die Sekundarstufe II draufsetzen. Die Vorbereitung auf das Abitur beginnt viel früher. (Für manche Eltern schon im ersten Schuljahr.)
Was wenig bekannt ist: Schüler der vorgeblichen Einheitsschule wurden bis 1984 schon nach Klasse 8 im Hinblick auf die EOS gestreamt, d. h. getrennt unterrichtet, und sogar der EOS zugeordnet, der Schule mit der besseren Ausstattung und besonders guten Lehrern.

Um die Abwägung, wie lange gemeinsames Lernen gesellschaftspolitisch nötig sei und ab wann differenzierte Bildungsgänge besser seien, bleibt auch uns nicht erspart.

Die derzeitige Entwicklung, bei der zwei Drittel der Schüler das Abitur anstreben und dieses durch Wegfall von Prüfungsteilen und durch Kompetenz- statt Wissensorientierung einfacher wird, ist nicht das Ei des Kolumbus.

Beim Schreiben dieses Postings habe ich meinen Text „Vom Guten der DDR-Schule“ wiedergelesen. Wer ihn lesen will.

Flüchtlinge in Preußen: Die Hugenotten

Vieles erinnert an heute: Die Einwanderung der in Frankreich massakrierten und vertriebenen Hugenotten in Deutschland, insbesondere in Brandenburg-Preußen im 17. Jahrhundert.

Siehe die beiden einander ähnlichen Artikel in Wikipedia und DeuFraMat

Kann es sein, dass Migration der Normalfall und Sesshaftigkeit die Ausnahme ist?