Schlagwort-Archive: Schulbibliotheksfinanzierung

Neuer Finanzierungstipp

Meine “Tipps und Tricks zur Finanzierung von Schulbibliotheken” sind eigentlich 25 Jahre alt. Sie werden immer noch aufgerufen (in einer 2010 geringfügig aktualisierten Kurzform). Es hat sich aber zwischenzeitlich einiges bei den Haushaltsvorschriften von Ländern und Kommunen geändert, auch im Bereich der Lernmittelfreiheitsgesetze. Neue Möglichkeiten (Crowdfunding, Fundraising) kamen hinzu.

Ein Tipp hat es besonders verdient, erinnert zu werden: Es gibt viele Fördertöpfe, die auf den ersten Blick mit Schulbibliothek nichts zu tun haben. Die kann man anzapfen. wenn man eine zum Förderzweck passende Idee hat.

Aktuell fällt mir die Einwanderungswelle und die damit verbundene Unterstützung ehrenamtlicher Projekte im Rahmen der sog. Willkommenskultur ein, z. B. Bücher und Medien für Flüchtlingskinder.

Wieder eingefallen ist mir das, als ich las, dass ein Berliner Lehrer für seine Englisch-Leistungskurse Fahrten nach New York finanziert bekam. Einmal war es die Stiftung Checkpoint Charlie, dann waren es Mittel aus einem Bildungs- und Teilhabefonds des Bundesarbeitsministeriums zumindest für die Kinder von Hartz-IV-Empfängern in der Gruppe.

In Berlin wurden aus diesem Topf 2015 fast 8 Millionen € allein für Klassenfahrten ausgegeben.

Ich bin nicht empört, wie es die Medien sind. Im Gegenteil, ich bewundere den Kollegen.

Entstanden war die Tipp-Sammlung aus meiner praktischen Arbeit. Es gab und gibt bekanntermaßen nur selten eine reguläre Finanzierung durch Kommune und Land. Zu Beginn eines Jahres wusste ich nicht, wie ich die 6 – 8.000 DM zusammenkriegen sollte, die ich Laufe des Jahres für Bestandspflege und -aktualisierung oder für einen neuen Schrank brauchte. Am Jahresende war dann doch wieder so viel zusammengekommen. Wenigstens ein Vorteil dieser Art Schulbibliotheksfinanzierung ist, dass man sich nicht auf die faule Haut legen kann, weil das Geld sowieso kommt.

 

Schulbibliotheken und die Bundesergänzungssonderbedarfszuweisungen

In meiner Suche nach – unrealistischen – Finanzierungsquellen für das Schulbibliothekswesen habe ich etwas Neues gefunden. Ein wenig verschlägt der Fund mir die Sprache. Auf der Internetseite des Bundesfinanzministerium steht unter dem Stichwort “Länderfinanzausgleich” auch dies:

“Ferner erhalten kleine, leistungsschwache Länder Sonderbedarfs-Bundesergänzungszuweisungen wegen überdurchschnittlich hoher Kosten politischer Führung in Höhe von insgesamt ca. 517 Mio. € jährlich. Kleinere Länder haben je Einwohner höhere Kosten politischer Führung als größere Länder, weil die Fixkosten der politischen Führung in kleineren Ländern auf eine geringere Anzahl von Einwohnern umgelegt werden müssen.” (Quelle, p 5f)

Nochmal: Der Bund zahlt jedes Jahr eine halbe Milliarde an kleinere Bundesländer, die sich sonst ihre Landesregierungen nicht leisten könnten.

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Neue Mediothek in den Beruflichen Schulen Fritzlar

Ein interessantes Finanzierungsmodell gibt es an der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule in Fritzlar: Die Berufsschüler reinigen ihre Klassenräume vor und  erwirtschaften so an den zwei Schulstandorten Fritzlar und Homberg/Efze zusammen 4.800€, die in die Finanzierung der beiden Mediotheken fließen.

Statt Geburtstagsgeschenken Bücher für die Schulbibliothek

Die Leibniz-Sekundarschule in Wolmirstedt, in der Nähe von Magdeburg, hat jetzt eine Bibliothek, in der ehemaligen Hausmeisterwohnung. Wie üblich in unserem Land, in dem die Investition in Bildung angeblich an erster Stelle steht, geschah das durch Spenden, von der Sparkasse über den Lions Club bis zum Versicherungskonzern.

Nun ist es nicht Basedow1764´s Ehrgeiz jede Eröffnung in Deutschland zu vermelden. Aber hier gibt es etwas Bemerkenswertes: Der Mathe- und Physiklehrer(!) hatte den Stein ins Rollen gebracht. Er bat aus Anlass seines 50. Geburtstages um Spenden für die Bibliothek.

 via Volksstimme Magdeburg

SKILLs-Act in USA

Ein Gesetzentwurf zur Verbesserung schulischen Lernens und der Arbeit der Schulbibliotheken wird in diesen Tagen erneut im Repräsentantenhaus eingebracht. Es ist der zweite Anlauf. Er war im Sommer schon einmal wegen fehlender parlamentarischer Unterstützung zurückgezogen wurden. Damals wurde ein Gesetz zur Verbesserung der Schule verabschiedet (ESEA), ohne dass das SKILLs-Act darin eingeschlossen war.

Irgendwie ist Bildungspolitik in USA auch nicht kohärenter als in Deutschland. Immerhin werden Schulbibliotheken als Bestandteil von Schulgesetzen und Schulfinanzierungsgesetzen gesehen.