Schlagwort-Archive: Schulbibliotheksberatung

Einrichtungs- und Planungssoftware für Schulbibliotheken?

Da wir in der Landesarbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken in Hessen e.V. Schulen zu Schulbibliothek beraten, sind wir jetzt der Idee näher getreten, ein digitales Einrichtungsprogramm zu kaufen. Hin und wieder machen wir den Schulen nämlich auch Vorschläge für die Raumgestaltung. Nicht jede Schule kann sich einen Plan von SchulzSpeyer oder der ekz machen lassen.

Jetzt sehe ich , dass es anscheinend nur hochprofessionelle Programme wie Archicard oder Adobe-InDesign gibt. (Letzteres verwendet ein österreichischer Kollege.) Das erscheint mir alles für unsere ehrenamtlichen Verhältnisse eine Nummer zu groß zu sein. Teilweise sind längerfristige Lizenzverträge nötig. Bei Programmen aus dem Freeware-Bereich bleiben andererseits Wünsche offen. Könnten die IT-Lehrer und -Kurse so etwas schreiben?

Gibt es im Kreis der Leser/-innen des Blogs Menschen, die einen Rat haben: Einarbeiten in ein professionelles Programm, die Finger davon lassen? Gibt es einen todsicheren Tipp?

Update 19.10.:

Hier ist die Liste der Empfehlungen. Einen Top-Titel gibt es nicht. In der Regel wurde jedes Programm einmal genannt. Schulung, mindestens aber Einarbeitung und Anpassung an die eigenen Bedürfnisse sind notwendig. Die Kosten liegen zwischen Null und 5.000(!) €. 3D-Programme erscheinen nicht notwendig zu sein.

www.palettecad.com                                                                                    Palette CAD
http://www.ikea.com/ms/en_US/rooms_ideas/planner_galant/   Ikea
www.floorplanner.com                                                                                 floorplanner
www.it-concept.at                                                                                          ArchLINE xp.nova®
http://www.chip.de/downloads/Inkscape_15274752.html                 Inkscape
http://www.sketchup.com/   oder
http://www.chip.de/downloads/SketchUp_19028747.html               Sketchup
www.adobe.com/de/products/indesign.html‎                                         InDesign
http://www.archicard.com                                                                         ArchiCard

Dank an alle in den ENSIL und IASL-Mailing Lists und hier im Blog, die mir geantwortet haben.

Mindmaps zur Schulbibliothek

Es dauerte, bis ich mich mit Mindmaps angefreundet hatte. Listen mit Spiegelstrichen lagen mir mehr. Dann zeigte sich, dass Schüler mit Mindmaps ihre Arbeitsergebnisse gut und gerne vorstellten. Schließlich erschien eine Mindmap-Software und da gab es kein Halten mehr.

Im Laufe der Zeit entstanden in der LAG Schulbibliotheken, nicht nur von mir, insbesondere auch von Hans Günther Brée, zahlreiche Mindmaps.

Von der Schulbibliothek als Motor von Schulentwicklung sprachen wir seit etwa 2003. Die Mindmap dazu:

Schulbibliothek als Innovationszentrum war unsere Parole ab ca. 2007. Die Mindmap dazu:

(Die englische Version steht bei slideshare.net)

Es ist denkbar, dass die Zweige an der einen oder anderen Stelle der Aktualisierung bedürfen.

Lesetipps und Berichte aus Schulbibliotheken gesucht

Immer wieder wird nach Kinder- und Jugendbuchhits gefragt. Auch wenn es eine große Zahl an Hitlisten, Kinder- und Jugendbuchhinweise in Zeitungen und im Radio, in Fachzeitschriften, Broschüren und im Internet gibt, ein persönlicher Tipp ist noch wertvoller: Wie wäre es, wenn Sie Ihre Tipps und Empfehlungen im hids, der mailing list der LAG Schulbibliotheken in Hessen nennen würden?

LAG-Mitglieder schaffen es seit mehr als 20 Jahren, zusammen mit Schüler/-innen, den Weihnachtswunschzettel und die Sommer-Lesetipps zusammenzustellen. Aber dazwischen wäre viel Platz für weitere Tipps, für das, was man selbst für gut hält, was in der eigenen Schulbibliothek gut läuft. Es soll ja vorkommen, dass preisgekrönte oder von Rezensenten gelobte Bücher in der Schulbibliothek zum Ladenhüter werden.

Auch Berichte über darüber, was man in der eigenen Schulbibliothek/-mediothek so alles macht, wären schön und hilfreich. Auch das könnte in den hids oder auf die Website gestellt werden. Mit dem Preis “Schulbibliothek des Jahres” wurde das bisher dreimal versucht (2x in Hessen, 1x in B/BRB). Aber auch hier gilt: Dazwischen ist viel Platz für Berichte. Oft versucht man ja auch in die lokale Presse zu kommen. Eine Kopie an die LAG verlangt nur einen Knopfdruck und zeigt den anderen, dass sie keine Einzelkämpfer/-innen sind.

Ein schönes Beispiel, allerdings aus Brandenburg, was kein Nachteil sein muss, ist der Bericht von Anka Rahn über eine Fahrt mit Schüler/-innen zur Leipziger Buchmesse.

Das geht doch ganz schnell, es hilft den anderen und man selbst bekäme hier auch einmal eine Anregung. Mehr Austausch und gegenseitige Hilfe kann unserem Anliegen nur nützen.

  • Mehr über den hids: Ein Drittel der Teilnehmer/-innen stammt nicht aus Hessen, sondern lebt und arbeitet in anderen Bundesländern, in Österreich, der Schweiz und Südtirol). Angesichts der Fülle an Newslettern, Blogs und Tweets ist es beachtlich, dass der hids seit 15 Jahren am Leben ist.  hids wurde durch den LAG-Newsletter ersetzt!

Die Bürokratie des Bildungswesens überlebt immer

Brandenburg plant, die sechs Schulämter zu einem Landesschulamt zusammenzufassen. Einem Bundesland mit 2,4 Mio. Einwohnern und einem beträchtlichen Anteil am Länderfinanzausgleich stehen Sparen und eine schlanke Verwaltung nicht schlecht an. Sogleich erhebt sich aber Protest. Die Lehrergewerkschaft GEW sieht einen Affront gegenüber den in den Ämtern beschäftigten Schulrät/-innen.

Mit aus hessischen Erfahrungen gespeister Gelassenheit wundert mich das. In Hessen (Wo sich die GEW für die Interessen der Schulräte noch nie ein Bein ausgerissen hat) wurden die Ämter und Verwaltungen im Schulbereich ständig neu strukturiert.

  • Die Zahl der Studienseminare sollte reduziert werden. Einige wurden zu Außenstellen der anderen. Der Koordinationsaufwand stieg, die Leiter/-innen hatten plötzlich zwei Schreibtische und eine Haupt- und eine Außenstelle zu leiten.
  • Die Zahl der Schulämter wurde nahezu halbiert.
  • Das Lehrerfortbildungsinstitut hieß mal HILf, dann HeLP, dann bekamen die Schulämter die Fortbildung zugeschoben.
  • Das HIBS wurde geschlossen, dafür gab es ein IQ und ein AfL.
  • Jetzt soll das IQ geschlossen werden und
  • die nach der letzten Reform verbliebenen 15 Schulämter sollen zu einem Landesschulamt mit mehreren Abteilungen zusammengefasst werden.

Das Tröstliche und für die Brandenburger GEW vielleicht Lehrreiche ist: Die Veränderung ging meist einher mit Planstellenvermehrung und einer Höhergruppierung der Leiterstellen (Für den neuen obersten hessischen Schulaufsichtsbeamten ist B 6 im Gespräch.) Man trifft in den neuen Instituten und Ämtern immer auch die alten Gesichter. Was soll man schon mit Dutzenden von -räten und -direktoren machen, die man erst vor ein paar Jahren bei Gründung des jetzt aufzulösenden Instituts dazu gemacht hat? Nicht alle wollen oder können Schulleiter werden. Gespart wird höchstens bei den Sachbearbeiter/-innen.

Die Nische “Schulbibliotheken” hat es immer gestreift: Zuerst im HILf, dann im HeLP, dann im AfL, zuletzt mit überregionaler Zuständigkeit in einem regionalen Schulamt. Das bedeutet jedes Mal, ein neues Konzept auszuarbeiten, in der neuen Dienststelle erklären, was man überhaupt macht, ein neues Organigramm zeichnen, eine neue Regelung für Verwaltungs- und Reisekosten aushandeln, ein neuer Kampf um ein Arbeitszimmer oder wenigstens einen Schreibtisch.

Als dann auf Wunsch des Deutschen Bibliotheksverbandes eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit von öffentlichen Bibliotheken und Schule getroffen wurde spendierte die politische Ebene des Hauses eine Lehrerstelle (27 Std.). Die hat man, obwohl es im eigenen Haus schon eine Keimzelle “Schulbibliotheken” gab – an das Wissenschaftsministerium “verliehen”. Das bedingte sogleich eine neue Koordinationseinrichtung: Die beiden Lehrer innerhalb des Geschäftsbereichs des Kultusministeriums, die für Schulbibliotheken tätig waren (EDV, Fortbildung und Beratung) und die beiden Lehrer, die sich 27 Stunden teilen und im Geschäftsbereich des Wissenschaftsministeriums für die Zusammenarbeit von Schule und Bibliothek und für Schulbibliotheken arbeiten sollen, reisen jetzt zweimal im Jahr (zusammen mit einem halben Dutzend Diplom-Bibliothekar/-innen des öB-Wesens) zu einer Sitzung an. Zuerst  einmal mussten da Zuständigkeiten festgelegt und Kompetenzüberschneidungen begradigt werden.

Im Zuge der neuen Sparrunde des Ministeriums, die wieder zu einer Strukturreform bei den Ämtern und Instituten führen, wurde bewusst, dass man vor fünf Jahren etwas mehr als eine Lehrerstelle nach außen gegeben hatte. (“Was machen die eigentlich?”)

Wie hätte ein “Arbeitsbereich Schulbibliotheken” in einem Institut des KM wirken können? Statt zweier “halber” Lehrer deren vier! Mit einer langjährig gefestigten Zuordnung zu einem Institut im Geschäftsbereich des Ministeriums. Mit der Wahrnehmung, Teil des Schulwesens zu sein, mit Schnittstellen zur Lehreraus- und -fortbildung, zur Schulaufsicht, zu den Referaten Qualitätsentwicklung, Medien, Schulentwicklung, mit einem eindeutigen Auftrag, mit täglicher Kooperation und Koordination der vier Experten, statt zweier gemeinsamer Sitzungen im Jahr.

Schnee von gestern.

Andreas Steinhöfel auf dem 20. Schulbibliothekstag

Andreas Steinhöfel hat u. a. die wunderbaren Bücher “Die Mitte der Welt” und “Rico, Oscar und der Tieferschatten” geschrieben. Er ist in Biedenkopf, dem Ort des 20. Hessischen Schulbibliothekstages, aufgewachsen. Daher war es nicht schwer, ihn als Referenten zu gewinnen. Er wird den Eröffnungsvortrag halten und einen Workshop leiten.

Der Vortrag hat zum Thema: “Autor, Bibliothek und Schule, Leser: Wer verliert sich zuerst im Dschungel multimedialer Möglichkeiten?” Der Workshop trägt den Titel: “Zukunftsmodell Buch!? Von der Schulbibliothek zur Medienbibliothek”.

Ein Interview mit Andreas Steinhöfel aus dem Jahr 2009.

Zur Anmeldung zum HSBT am 2.4.

Die Anmeldungen zu einigen Seminaren und Workshops nähern sich schon der Obergrenze.

Neue Ideen für Schulbibliothekstage?

Ein noch sehr vager Vorschlag, am Rande in Ahrensburg gehört, den ich  keinesfalls als Kritik an diesem verstanden habe, hat mich angeregt:

Macht es Sinn, eine veränderte Tagungsform entwickeln?

Ich kenne jetzt die Schulbibliothekstage in Hessen, Berlin-Brandenburg und Schleswig-Holstein, 23 an der Zahl. (Alle drei mit landesspezifischer Prägung und jeweils eigenem Stil und Charme.)

Dann gab es noch eine aufwändige Tagung in Wels, Österreich, die von Hessen inspiriert war. Sie verfügte über ein imposantes Budget und machte auch im Programm deutlich, dass Schulbibliotheken im Lande sehr viel wichtiger genommen werden als bei uns. Die Unterrichtsministerin richtete per Videobotschaft Grüße aus.

Die Erfahrung zweier  IASL-Konferenzen möchte ich auch nicht missen. (Der hessische SBT übertrifft inzwischen auch schon mal Teilnehmerzahlen einer IASL-Konferenz. Auch in der Zahl und Bandbreite der Seminare muss er den Vergleich nicht scheuen. So viel Hessenstolz muss sein! Was noch fehlt, ist die Mehrtägigkeit. ;-)

Das alles sind Tagungen nach klassischem Muster: Man eilt von Seminar zu Seminar, trinkt dazwischen einen Kaffee, tauscht Visitenkarten aus und fährt mit gefüllter Tasche und neuen Kontakten nach Hause.

Der Referent fragt sich, ob er zu viel in die 45 Minuten oder 1,5 Stunden hineingepackt hat, ob die Teilnehmer/innen ausreichend Gelegenheit hatten, zu diskutieren oder eigene Erfahrungen beizusteuern, ob er nicht doch die Zeit für eine Vorstellungsrunde hätte “opfern” sollen.

Konträr dazu  stehen Erfahrungen aus ca. 30 Wochenlehrgängen, die Günther Brée und ich, mit wechselnden weiteren Teamern, durchgeführt haben, aber auch ein- und anderthalbtägige Workshops. Arbeitsformen also, in denen eine Gruppe länger kommunizieren, kooperieren und sich auf ein Thema konzentrieren konnte. Es vielleicht unter verschiedenen Gesichtspunkten oder Teilaspekten bearbeitet hat.

Das könnte so aussehen:

Eine Gruppe kann an einem Tag 4-5 Stunden zusammen arbeiten (Vernachlässigen wir einmal die Gruppendynamik), kann zu einem Ergebnis, einem Produkt, einer Präsentation kommen. Das muss nicht am selben Tag, sondern könnte alles online gezeigt werden.

Es könnte auch eine Veranstaltung für Multiplikatoren sein, die ihre Fortsetzung in der Region, in der Schulbibliothek, fände. Schließlich gibt es, nach Auflösung der zentralen Lehrerfortbildung (in Hessen), keinen Ort mehr für solche Veranstaltungen.

Wir haben den SBT für Hessen nach IASL-Vorbild erfunden. Es war von Anfang an klar, dass dieser Tag etwas Besonderes sein sollte, einmal im Jahr, dann alle zwei Jahre, weil er sehr viel Arbeit macht.

Das kleine Schulbibliotheks-1×1, die Fragen nach der richtigen Folie und dem Möbelhersteller sollten nicht im Mittelpunkt stehen. Nicht deswegen, weil das unwichtige Themen wären, sondern weil man deswegen nicht samstags durch das halbe Land zu einer Tagung fahren muss. Das sollte vorrangig in der regionalen Fortbildung, im Austausch zwischen benachbarten Schulbibliotheken, mit benachbarten öffentlichen Bibliotheken, vor Ort in der Schulbibliothek stattfinden und findet auch statt. In der AGSBB derzeit unter dem Motto “Wir laden uns gegenseitig ein”. In meinem ehemaligen Landkreis geschah es durch Besuche der Kreisbibliothekarin. Wo es sie gibt, macht so etwas eine gute SBA. Die seltenen Treffen auf dem Schulbibliothekstag sollen eben etwas Besonderes sein.

Was ich mir im Moment nicht vorstellen kann, ist ein Bundesschulbibliothekstag nach dem klassischen Tagungsschema der bisherigen Länder-Schulbibliothekstage. Es ist wohl niemandem verwehrt, an einem SBT in einem anderen Bundesland teilzunehmen. Irgendwo findet man das spezielle Thema, das man sucht, immer. Letztlich sind es überall die gleichen. Wobei richtigerweise bei den mir bekannten schulische, unterrichtliche, literarische Aspekte überwiegen.

Wenn das aber so ist, wäre doch Platz, einmal etwas Neues auszuprobieren, eine veränderte Tagungsform. Man könnte bei der Methode “Zukunftswerkstatt” eine Anleihe machen…

Im Kopf behalten könnte man auch den Wikipedia-Artikel “Tagung”, Abschnitt “Unkonferenz”