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Öfter mal lüften

Nicht nur Schulbibliotheken führen zur Steigerung von Schülerleistungen (in den USA). Öfter mal Frischluft ins Klassenzimmer lassen, führt auch zur Leistungsverbesserung. Das wollen Forscher/-innen der dänischen Universität in Aarhus herausgefunden haben. 7% betrage die Steigerung.

Wobei nicht ganz klar ist, ob in der Vergleichsgruppe nie oder weniger gelüftet wurde. Auch das Lüftungsverhalten vor dem Versuch ist mir unklar. Sind die Klassen während des Lüftens bzw. Nicht-Lüftens von derselben Lehrkraft unterrichtet worden?

Nach Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.5., die sich auf das Journal Indoor Air beruft)

Bessere Leistungen in Brandenburger Leistungs- und Begabungsklassen

2006 hatte die SPD/CDU-Koalitionsregierung in Brandenburg Leistungs- und Begabungsklassen (LuBK) eingeführt, in denen leistungsfähige und/oder begabte Kinder schon nach der 4. Klasse aufs Gymnasium wechseln konnten und nicht wie üblich nach der 6. Klasse. 35 LuB-Klassen gibt es.

Ein Evaluationsgutachten lag schon vor einem Jahr vor, wurde aber erst jetzt bekannt. Darin wird festgestellt, dass die Spezialklassen bei den landesweiten Vergleichstests in Klasse 10 am besten abgeschnitten haben. An zweiter Stelle lagen die Regelklassen aus den Gymnasien mit den Spezialklassen. Zuletzt kamen die Gymnasien ohne Spezialklassen.

Ähnlich wie bei den PISA-Studien kann die begutachtende Wissenschaftlerin nicht erklären, warum das so ist.

  • Liegt es daran, dass in den Spezialklassen die besten Schüler versammelt sind?
  • Liegt es daran, dass in den Spezialklassen die besseren Lehrer unterrichtet haben?
  • Wie kommt es, dass auch die Regelklassen in den Schulen mit Spezialklassen besser als die normalen Schulen sind?

Man kennt das Ergebnis auch aus zahlreichen Vergleichsstudien zwischen Förderstufe und den Klassen 5/6 am (grundständigen) Gymnasium.

Ähnlich ist es ja auch bei der Wirkungsforschung zu Schulbibliotheken: Bewirken die Schulbibliotheken, dass die Schüler bessere Leser werden, besser in den Vergleichstests abschneiden oder sind es vor allem die guten Schüler, die die Schulbibliothek benutzen? Allerdings ist man bei der Erforschung der Schulbibliothekswirkung ein wenig weiter. So stellen Studien fest, dass die Qualität des Personals in den Schulbibliotheken einen Einfluss zu haben scheint.

Der Faschismus erhebt sein Haupt: Lehrerin wegen Host-Wessel-Lied als Unterrichtsthema angezeigt

Der Antifaschist, der die Lehrerin angezeigt hat, die gemäß Lehrplan zum Unterrichtsthema Musik und Politik das Horst-Wessel-Lied und die Brecht-Parodie “Kälbermarsch” verglichen hat, meinte es subjektiv sicher gut. Für einen überzeugten Antifaschisten beginnt der Faschismus schon mit der sozialfaschistischen SPD. Das ist seit der Weimarer Republik gesichertes Geschichtsnarrativ der Linken. Man muss den Anfängen wehren. Dass Herr Erxleben einer Partei angehört, die sich einer Ideologie zugehörig betrachtet, die mindestens so viel Menschenopfer verlangt hat wie der von ihm bekämfte Faschismus, stört ihn nicht.

Update: Der notorische Antifa-Kämpfer und sozialistische Kommunalpolitiker Hans Erxleben hat aufgrund eines anonymen Hinweises die Lehrerin angezeigt. Er ist jetzt unglücklich über die Einstellung des Verfahrens und will dagegen klagen.

Herr Erxleben würde sich in Potsdam wohlfühlen: Von der Antifa wird das Touristenspektakel “Preußische Rekrutenvereidigung” bekämpft. Es findet unter Polizeischutz statt. Man weiß ja nie, ob in Potsdam nicht noch einmal der Faschismus ausbricht. Die DDR-Tourismuswerbung warb für den Besuch der Garnisonkirche (bevor sie 1968 gesprengt wurde) mit Hinweis: “Besuchen Sie die Brutstätte des preußisch-deutschen Faschismus!”

Ich erinnere mich wiederum an einen Elternabend, auf dem ein aufgeregter Vater lospolterte: “Da hängt ja ein Stalinfoto an der Wand!” (Auf einer Wandzeitung zu einem Thema der gerade behandelten Epoche).

Ein anderer Vater bremst den Polterer: “Das Hitlerfoto da drüben gefällt Ihnen wohl? Das stört Sie nicht?”

schulmediathek.tv

Der Verlag Bergmoser und Höller macht dem Staatsinstitut FWU Konkurrenz. Der Verlag bietet Arbeitsblätter, Lernhilfen und Fachzeitschriften für Schule, Seniorenarbeit und kirchliche Einrichtungen an. Jetzt gibt es auch eine Plattform mit bisher 1.400 Filmen an (FWU: 4.000). Vorherrschend sind Clips von z. B. drei-, fünf- oder zwanzigminütiger Dauer. Es sind fast ausschließlich angelsächsische Produktionen, die eine deutsche Tonspur erhalten und mit Unterrichtsmaterialien ergänzt werden. Lizenznehmer können die Filme downloaden und mit entsprechender Software für den Unterricht bearbeiten, z. B. einen Schülerbegleittext aufsprechen lassen oder aus dem Begleittext einen Lückentext für ein Arbeitsblatt machen.

Man müsste sich eingehender mit dem Angebot und einem Vergleich zum FWU befassen. Das FWU verkauft Lizenzen hauptsächlich an die Kreismedienzentren und weniger an einzelne Lehrkräfte und Schulen. Was mich neugierig machte, ist einzig der vom Verlag als Markenzeichen geschützte Name schulmediathek.tv.

Er erinnert daran, dass sich nicht nur öffentliche Bibliotheken, sondern auch Schulbibliotheken einiges einfallen lassen müssen, um ihre Daseinsberechtigung zu beweisen. Vor allem Bildungspolitiker/-innen verweisen gerne darauf, dass Internetplattformen doch längst die physischen Bibliotheken ersetzen können. (Im Buch “Die Schulbibliothek im Zentrum” liefern Hans Günther Brée, Markus Fritz und ich Argumente dagegen.)

Eine Schulbibliothek, die solche Videoclips in irgendeiner physischen Form sammelt und eine Video- oder Mediothek aufbaut, ist jedenfalls zukünftig nicht mehr nötig.

Erinnert sich noch jemand?:  Die Kollegen haben im Zeitalter des Videoreorders aufgenpmmen oder vom Schulassistenten aufnehmen lassen, bis der Rekorder qualmte. (Juristisch ist das alles verjährt.) Dann waqren die Schränke voller Kassetten mit 45-Minuten-Dokumentationen. Sie wurden in der Regel einmal “gezeigt” (Das ist jetzt bewusst kein didaktischer Fachausdruck).