Archiv der Kategorie: Schulbibliothek

Videoclips von Associated Press auf Youtube

Die größte und älteste Nachrichtenagentur, Associated Press (AP), stellt ihre Videos auf Youtube. Die meisten Beiträge haben eine Länge von 1-2 Minuten, einige wenige auch bis zu 10 Minuten.

Einige historische Ereignisse sind in dieser Liste zu sehen, z. B. das Fußballspiel Deutschland-England 1938, der Absturz der Hindenburg, das Massaker, das die chinesische Regierung auf dem Tienanmen-Platz verübte.

(via NeverEndingSearch)

dbv schreibt Kommission “Bibliothek und Schule” neu aus

Dem dbv ist hoch anzurechnen, dass er die Schulbibliothekskommission des abgewickelten Deutschen Bibliotheksinstituts (dbi) in – allerdings veränderter – Form weitergeführt hat. Das Wort Schulbibliothek kommt im Titel leider nicht mehr vor: “dbv-Kommission Bibliothek und Schule”.

(Die LAG Hessen hatte sich damals, ich glaube, das war  vor ca. 15 Jahren, an die Kultusministerkonferenz gewandt mit der Bitte, die dbi-Kommission weiterzuführen. Das scheiterte [erst] auf der Präsidentenebene.)

Bei den in den letzten Jahren in das Gremium eingezogenen Mitgliedern ist das Bemühen erkennbar, frischen Wind in die Schulbibliotheksthematik zu bringen. Dazu gehört nicht zuletzt die Aufforderung an andere Verbände (AGSBB, LAG Hessen, LAG NRW), Mitglieder zur Bewerbung für die dbv-Kommission zu motivieren. Weiterlesen

Der Filmkanon der Bundeszentrale pB

Die Bundeszentrale für politische Bildung betreibt eine hervorragende filmpädagogische Arbeit. Die damit befassten Medienpädagogen sind fest davon überzeugt, dass das Medium Film in künstlerischer und politischer Hinsicht Teil des Schulunterrichts sein muss. Wie recht sie haben!

Ihr Buch “Filmkanon” von 2003 ist 2013 zum zweiten Mal nachgedruckt worden. Zu den 35 ausgewählten Spielfilmen liegen Filmhefte vor, mit Inhaltsangaben, Materialien und didaktischen Hinweisen (auch als “Filmkanon kompakt” zu haben). Auch an wen man sich jeweils wenden muss, um die Aufführrechte zu erhalten, steht drin.

Dass die Schulbibliothek zu einem Filmcurriculum beitragen kann, davon ist der Vorsitzende der LAG Hessen, Hans Günther Brée, überzeugt. Mindestens die genannte und andere medienpädagogische Literatur sollte vorhanden sein.

Hans Günther Brée ist Experte für Filmanalyse und vor allem für Literaturverfilmungen. Das war in seinen Klassen immer Teil des Unterrichts und ist bis heute für ihn Fortbildungsthema für Kolleg/-innen. So war er auch im “Stundenplan“, den Präsentationen zum Unterricht in der Schulbibliothek auf der Leipziger Buchmesse 2011, mit dem Thema “Literaturverfilmungen” vertreten.

 

Schulbibliotheken und die Bundesergänzungssonderbedarfszuweisungen

In meiner Suche nach – unrealistischen – Finanzierungsquellen für das Schulbibliothekswesen habe ich etwas Neues gefunden. Ein wenig verschlägt der Fund mir die Sprache. Auf der Internetseite des Bundesfinanzministerium steht unter dem Stichwort “Länderfinanzausgleich” auch dies:

“Ferner erhalten kleine, leistungsschwache Länder Sonderbedarfs-Bundesergänzungszuweisungen wegen überdurchschnittlich hoher Kosten politischer Führung in Höhe von insgesamt ca. 517 Mio. € jährlich. Kleinere Länder haben je Einwohner höhere Kosten politischer Führung als größere Länder, weil die Fixkosten der politischen Führung in kleineren Ländern auf eine geringere Anzahl von Einwohnern umgelegt werden müssen.” (Quelle, p 5f)

Nochmal: Der Bund zahlt jedes Jahr eine halbe Milliarde an kleinere Bundesländer, die sich sonst ihre Landesregierungen nicht leisten könnten.

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Videobotschaft für Schulbibliothekskonferenz in Brasilien

Als ich 2011 zu einer Schulbibliothekskonferenz in Sao Paulo eingeladen worden war, wurde ich vom Kulturmagazin biblioo interviewt. Damals ging es um das Schulbibliotheksgesetz, in dem verlangt wurde, binnen zehn Jahren alle Schulen mit einer Schulbibliothek auszustatten.
Jetzt ist Halbzeit. aber es geht nicht so richtig voran. Biblioo veranstaltete in diesen Tagen eine Konferenz zum Thema und bat mich wieder um ein Statement.

Weltschulbibliothekskonferenz 2015 Maastricht

“The School Library Rocks” lautete der Slogan der diesjährigen Welt-Schulbibliothekskonferenz, ausgerichtet von Lourense Das und ihrem Team. BannerIASLIm globalen Maßstab betrachtet liegt Maastricht fast um die Ecke, näher jedenfalls als Moskau (2014), Katar (2012) oder Tokio (2016). daher habe ich mir die viertägige Konferenz ein weiteres Mal geleistet, so wie schon Malmö (2000) und Lissabon (2006) für mich “um die Ecke lagen”. Wenn man in einem unterentwickelten Schulbibliotheksland lebt, ist es eigentlich unabdingbar, sich darüber zu informieren, wie es in fortgeschrittenen Schulbibliotheksländern zugeht. Man hört und sieht die Präsentationen der Teacher-Librarians aus Kanada, Portugal, USA, Australien oder den Niederlanden. Es geht um – natürlich – Informationskompetenzvermittlung, um E-Books in der Schulbibliothek, um Lesen und Leseförderung, um Kollaboration zwischen Fachlehrer und Teacher-Librarian (Den Unterschied zur Kooperation habe ich im Buch “Die Schulbibliothek im Zentrum” erklärt.). Auch aktuelle Forschungsergebnisse zur Wirkung von Schulbibliotheken werden vorgetragen. Die “großen Namen” sind anwesend: Dianne Oberg, Lyn Hay, Carol Kuhlthau und Ross Todd. Mich wundert es jedes Mal, dass es nahezu keine deutschen Teilnehmer gibt. Noch nicht einmal diejenigen, die für sich in Anspruch nehmen, das “Schulbibliothekswesen” in Deutschland zu verkörpern, machen sich auf, um von deutschen “schulbibliothekarischen Exzellenzen” (wie es eine dbv-Vorsitzende einmal formulierte) zu künden oder über den Tellerrand hinauszuschauen. So ist es auch kein Wunder, dass Deutschland auf der Weltkarte des Schulbibliothekswesens nicht existiert. Diesmal waren es drei Hessen, die in Maastricht dabei waren: Bettina Twrsnick, Leiterin der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar und stv. Vorsitzende im Bundesverband Leseförderung. Hans Günther Brée, der LAG-Vorsitzende, und ich gaben einen Überblick über die Highlights von 25 Jahren LAG Schulbibliotheken in Hessen e.V.: “The LAG – A Story of Success?” (Die englische Version hier). Vereinfacht gesagt, ist die jährliche IASL-Konferenz eine Fortbildungsveranstaltung für Schulbibliothekare. Die beiden wichtigsten Wörter waren Visibility und Leadership.

Fast überall in der Welt gehören Schulbibliothekare zu einer Spezies, die in den Schulen nicht immer offene Türen findet und von den Schulverwaltungen gerne eingespart würde. Daher raten die Referent/-innen dazu, sichtbarer zu werden, im Lehrerzimmer, im Klassenzimmer, in der Schulgemeinde. Sie sollen Experten für IT und Medien werden, für Informationsrecherche und Leseanimation. Sie sollen proaktiv handeln, sich unentbehrlich machen. Die Schulbibliotheksforschung versucht zu beschreiben, dass und wodurch genau sie ihr Geld wert sind.

Man lernt sich kennen, tauscht sich aus und vernetzt sich. Das Wichtigste ist wohl der Motivationsschub, der von solchen Tagungen ausgeht. Dr. Ross Todd gelang dies in seiner abschließenden Key-Note brilliant. Er resümierte die Tagung, nannte einige Highlights und visualisierte mit Fotos und Karikaturen das Tagungsmotto “The school library rocks”. Das Wörterbuch erlaubt, “Rock” nicht nur als Felsen, sondern auch als Diamant zu übersetzen. “Rocken” muss man nicht übersetzen. Zum Youtube-Clip von Bill Haleys “Rock around the clock” tanzten begeisterte Bibliothekarinnen zwischen den Sitzreihen. Werden sie den Schwung mitnehmen und aus ihren Schulbibliotheken Centers of Creativity zu machen, wie es Todd forderte?

In meiner Erinnerung war die Stadt Maastricht früher sehr viel weniger schön. Vor über 30 Jahren war ich zuletzt dort. Die Altstadt ist schmuck restauriert, 400 Straßencafés warten auf Flaneure. Besonders sehenswert:

Die Buchhandlung in der ehemaligen Kirche:

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Foto: Hans Günther Brée

Zehn Minuten außerhalb hatten wir ein herrliches Hotel im Grünen gefunden. Und hier der Original-US-Schulbus für die Stadtrundfahrt: Foto

Kooperation auf Amerikanisch

“MyLibraryNYC” nennt sich ein Projekt von New Yorker Schulbehörde und den öffentlichen Bibliotheken der Stadt mit Schulen.

Dass es anders zugeht als bei den Verträgen zur Zusammenarbeit von öffentlichen Bibliotheken und Schulen, zu denen die deutschen Kultusministerien Schulen auffordern, zeigt schon die erste Bedingung: Zusammenarbeit nur mit Schulen, die eine Bibliothek und einen männlichen oder weiblichen Bibliothekar haben.

Auf diesem Niveau geht es weiter;: Über eine App können Lehrer Bücherkisten bestellen, Klassensätze oder Handapparate. Die werden gebracht!

Schüler und Lehrer haben Vorzugs-Ausleihbedingungen. Die Stadtbibliothek schickt Mitarbeiter zu Buchvorstellungen in die Schule. Für die Schulbibliothekare gibt es Fortbildung.

Teilnehmende Schulen müssen auf eigene Kosten die Follett-Destiny-Software installieren.

Zu Beginn hatte die Citibank das Projekt mit 5 Millionen $ finanziert, jetzt will es die Stadtverwaltung wenigstens nlibraryoch einmal verlängern.

(Nach School Library Journal)