Schlagwort-Archive: Niedersachsen

4. Niedersächsischer Schulbibliothekstag 2016

Im Land Niedersachsen gibt es den 4. Schulbibliothekstag. Für die Schulbibliotheken des Landes gibt es auch einen Wettbewerb.

Advertisements

Steinbruch Bildungspolitik

Die Bildungspolitik in Baden-Württemberg kommt nicht zur Ruhe. Nach den Debatten um die „sexuelle Vielfalt„, die als Querschnittthema in allen Fächern berücksichtigt werden sollte. (Behandlung homosexueller Kulturschaffender, Erwähnung der Homosexualität von historischen Personen, Abbau der LSBTTIQ-Menschen diskriminierenden Präferenz für heterosexuelle Ehe und Familie) ist die Landesregierung zurückhaltender in ihre Informationspolitik geworden. Dabei gibt es Kritk an der weiteren Arbeit an den neuen Bildungsplänen. Beklagt wird z. B. die Stofffülle. So sagen Geschichtsdidaktiker, der Lehrplan des 8. Schuljahres sei auch in zwei Schuljahren nicht zu schaffen. Der Lehrplan sei ereignisgeschichtlich orientiert, was ja nun wirklich überholt sei. Die Geschichte der Weimarer Republik wiederum sei auf das deutsch-französische Verhältnis fokussiert und viel Zeit werde mit einer französischen Hochstapleraffäre  (Stavisky) vertan. Die Schulbuchverlage beklagen, dass sie dauernd nachbessern müssten, weil sie nicht wüssten, was gerade verlangt werde. Die Gymnasiallehrer beklagen den Verlust schulformbezogener Lehrpläne. Die Gemeinschaftsschule sei ohne vorhandene Lehrpläne eingeführt worden. Der Leiter des Referats „Gemeinschaftsschule“ wurde inzwischen abgelöst. Die Erprobung neuer Lehrpläne wurde in drei Monaten durchgeführt, Ergebnisse werden angeblich geheimgehalten.

Der Kompetenzorientierung werde dadurch Rechnung getragen, dass es eine Fülle prozess- und inhaltsbezogener Kompetenzen gäbe. Das führe zu einer „methodischen Komplexität“.

(nach „Wut, Ärger, Verzweiflung“ von Rüdiger Soldt, FAZ v. 17.2.15)

Aus Niedersachsen berichten mehrere Zeitungen, dass die Kultusministerin dem Gedanken näher trete, als Alternative zur schriftlichen Abiturprüfung, eine Powerpoint-Präsentation zu erlauben. Das ist in Hamburg schon länger möglich, auch in weiteren Bundesländern spielt PWT im Abitur eine Rolle. In Hessen kann sie als Teil der mündlichen Prüfung gewählt werden.

Der Biologiedidaktiker Hans-Peter Klein wird zu Powerpoint im Abitur im Blog Lehrerfreund zitiert. Siehe auch Beiträge zum Thema im Basedow1764.

Befristete Verträge in Niedersachsen: Die Staatsanwaltschaft greift ein

Ein beliebtes Mittel, die fehlenden Personalstellen im Schulbibliotheks-/-mediotheksbereich zu füllen, sind neben den Ehrenamtlichen die außerschulischen Mitarbeiter/-innen, die auf dem Wege befristeter Werk- oder Arbeitsverträge gewonnen werden. Die Länder stellen den Schulen dafür im Rahmen der Ganztagszuschüsse oder der Versuche mit selbstständigen Schulen Mittel zur Verfügung.

Die Juristin meines Schulamtes war gar nicht erbaut, dass Schulleiter/-innen Arbeitgeber wurden, und hat sich die Verträge vorlegen lassen. Sie fürchtete jede Mengen Haken und Ösen, vor allem Probleme wegen der Steuer- und der Sozialversicherungspflicht, aber auch der Gefahr von Kettenverträgen.

Ganz nebenbei rauften sich die sowieso schon überlasteten Sachbearbeiter/-innen die Haare, wenn sie die Auszahlungen für eine hohe Zahl von Vertragspartnern mit wechselnden Vertragslaufzeiten, Besoldungseinstufungen, Arbeitszeiten und nicht immer klar beschriebenen Aufgaben bewerkstelligen sollten.

In Niedersachsen schwelte das Problem seit dem Schuljahresbeginn 2010/11. Die Staatsanwaltschaft Niedersachsens hat unter den 5000 abgeschlossenen „freien Dienstleistungsverträgen“ der Ganztagsschulen des Landes 5 beanstandenswerte gefunden. Sie kippte im Januar 2011 das gesamte System: Honorarverträge gelten als rechtswidrig und dürfen nicht mehr abgeschlossen werden. Es würden dadurch reguläre Arbeitsverhältnisse begründet werden, die u. a. sozialversicherungs- und steuerpflichtig seien. (Hut ab vor der Juristin meines Schulamtes, die das schon vor etlichen Jahren feststellte.)

Im April wollten sich die Grünen im niedersächsischen Landtag berichten lassen.

Übrigens gehören in Niedersachsen Kooperationsverträge ebenfalls zum Komplex schulischer Dienstleistungsverträge. Sie sind aber unproblematisch, weil keine neuen Arbeitsverhältnisse begründet werden und der Schulleiter keine Zahlungsverpflichtung eingeht.

Also, am einfachsten wäre es, die Stadtbibliothek schickte eine Bibliothekarin in die Schule, die sich um die Mediathek kümmert. Mir schwant, dass das aber auch nicht so einfach ist.