Archiv der Kategorie: Bibliothek

öffentliche Bibl., Bibl. allgemein

Eine Bibliothek auf dem Strand

Auf einen einsamen Strand am Ostchinesischen Meer wurde eine wie ein modernes Kloster wirkende Bibliothek aus Sichtbeton gebaut.

Bild: dezeen.com Victor Architects

Gut geeignet für meditatives Lesen mit Blick auf das Meer und dem Meeresrauschen im Ohr.

Arbeiten am Computer kann ich mir hier weniger vorstellen. Immerhin würde eine Glasfront davor schützen, dass die Tastatur versandet. Aber es gibt ja auch Tablets.

Übrigens einer der wenigen Orte, wo Sichtbeton einmal hinpasst.

Offenbach engagiert sich wieder bei Schulbibliotheken

Die Stadtbibliothek von Offenbach am Main startet ein Pilotprojekt. Sie verhilft einer Grundschule zu einer Schulbibliothek. Weitere Schulbibliotheken sind geplant. Die Frankfurter Rundschau berichtet über die neue Kooperation.

Wie schön.

Die neue Grundschulbibliothek soll an zwei Wochentagen von ehrenamtlichen Mitarbeitern geöffnet werden.

Eine nationale Schulbibliothekskonferenz?

Seit fast 30 Jahren organisieren wir in Hessen Schulbibliothekstage (Genau genommen organisiert sie seit Jahren Hans Günther Brée.) Ich stehe nicht allein mit dem Urteil, dass sie eine hervorragende Einrichtung geworden sind, die weit über Hessen hinaus Beachtung findet und – worüber wir uns freuen – Nachahmung in anderen Bundesländern. Seit vielen Jahren fragen wir uns und werden auch gefragt, ob es nicht eine Bundes-Schulbibliothekstagung geben sollte. Wir Hessen fühlen uns dazu nicht berufen, auch wenn ich zugebe, dass es uns manchmal “gejuckt” hat, auch hier zu zeigen, wie es geht. Wir haben uns dafür entschieden, nicht aktiv zu werden. Das hat mehrere Gründe: Weiterlesen

Ärger über Organisationsänderungen in der Berliner Zentral- und Landesbibliothek

Die Berliner Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) gilt als größte öffentliche Bibliothek in Deutschland. Sie ist auf zwei Gebäude verteilt, was auf die Teilung Berlins bis 1989 zurückgeht. Ein repräsentativer Neubau auf dem ehemaligen Tempelhofer Flugfeld, für den schon Entwürfe vorlagen, ist nicht mehr möglich, da ein Bürgerentscheid die Randbebauung mit Wohnungen und der ZLB untersagte.

Jetzt erlebt die ZLB den nächsten Schock. Ein Gutachten renommierter Bibliothekswissenschaftler enthält brisante Vorschläge. 100 der 300 ZLB-Mitarbeiter sind mit der Einarbeitung der jährlich 70.000 Medien beschäftigt: lektorieren, bestellen, katalogisieren.

An deutschen öffentlichen Bibliotheken sind ca. 70% der bibliotheksfachlichen Tätigkeiten an externe Dienstleister ausgelagert, an der ZLB sind es 5%. Daher schlagen die Gutachter vor, bei der ekz eine Standing Order zu abonnieren und somit Katalogdaten einfach zu übernehmen und das Lektorats-, Bestell- und Katalogisierungspersonal drastisch zu verkleinern.

So könne man mehr Mitarbeiter für die Begegnung mit den Nutzern, etwa für digitale Angebote und längere Öffnungszeiten, gewinnen.

Der Ärger über die geplante Reform ist beim ZLB-Personal, aber auch bei Bibliotheksfreunden groß. Man habe ein besonderes Profil und nicht umsonst eine sehr hohe Besucher- und Ausleihfrequenz. Das wäre mit einem ekz-Angebot von der Stange nicht zu leisten.

Die bibliotheksaffinen Berliner Wutbürger/-innen kommen mit der Nazikeule: Sie fühlen sich an die Bücherverbrennung 1933 erinnert. Ich hatte schon den Stift gezückt, um die Petition zu unterschreiben, da las ich das mit dem Faschismus.

Die genannten Zahlen sprechen Bände. Es hat mich erstaunt, dass Bibliotheken heute 70% ihrer Arbeit auslagern, die ZLB aber 95% selbst erledigt und dafür ein Drittel der Mitarbeiter einsetzt.

Ganz unbekannt ist mir das Problem nicht. In den hessischen Barfuß-Schulbibliotheken wurde und wird vielfach noch die allermeiste Zeit damit verbracht, Bücher auszusuchen, einzuarbeiten: foliieren, Signaturschild und Fristzettel kleben, Karteikärtchen schreiben oder die Buchdaten in den Computer eingeben, über Schlagwörter und die richtige Signaturgruppe nachdenken. Seit es LITTERA und Fremddatenübernahme gibt, sind bibliotheksorganisatorische Tätigkeiten zusammengeschrumpft.

Verständnis habe ich für die Kritik an der Standing Order der ekz. Wir hatten Probleme mit den Vorschlägen des ekz-Lektorats “Empfohlen für Schulbibliotheken”. Die Empfehlung entsteht, so habe ich mir sagen lassen, ohne “Autopsie”, d. h. der ekz-Lektor liest das Buch nicht, sondern empfiehlt aufgrund der Verlagsangaben, z. B. Altersstufe, Waschzettel, Titel und Untertitel. Oft haben wir Barfuß-Schulbibliothekare festgestellt, dass KJL, die von der ekz empfohlen bzw. für die Standing Order KJL ausgewählt wurde, bei uns Ladenhüter wurde oder – im Sachbuchbereich – zu schwierig für Kinder und Jugendliche war.

Aber es sollen ja weiterhin jährlich 6.000 Medien vom hauseigenen Lektorat ausgewählt werden dürfen.

(Nach Lektüre eines Berichts in der PNN)

Neues Papier soll Aufwind für Schulbibliotheken erzeugen: Frankfurter Erklärung

Demnächst (April 2015) wird es wieder eine Entschließung zum Thema Schulbibliotheken geben. Es wäre zu hoffen, dass  der dbv darin nicht wieder bloß seinen Anspruch bekräftigen würde, dass alle Schulen eine Außenstelle der Stadtbibliothek mit einer bibliotheksfachlich ausgebildeten Bibliothekarin brauchten, die nun auch – man folgt gerne dem bildungspolitischen Mainstream – Multimediaexpertin der Schule sein soll.

Wenn der Verein für einen Moment vergessen könnte, Lobby der öffentlichen Bibliotheken zu sein und Interessenvertretung eines Berufsstandes, wäre viel, wenn auch noch längst nicht alles gewonnen. Die Schulbibliotheks”entwicklung” in Deutschland kennt eine ganze Reihe von Denkschriften, Resolutionen, Bibliotheksgesetzen, Forderungen und Empfehlungen. Sie dokumentieren, einer Echternacher Springprozession nicht unähnlich, den wechselhaften Umgang des Verbandes mit dem Thema Schulbibliothek. Das wäre einmal einer bibliotheksfachlichen Bachelor- oder Masterarbeit wert.

Erinnert sich noch jemand an die “Allianz für Bildung” von 2011? Klick!

Geglückt ist dem dbv bisher, die Schulbibliothek aus der Schulpolitik und -verwaltung auszulagern: Nahezu bundesweit gibt es Kooperationsverträge zwischen Kultusministerien und dem Verband, gibt es Abordnung von Lehrern in öffentliche Bibliotheken (Bayern, Hessen), folgenlose, verwirrende Erwähnung von Schulbibliotheken in Bibliotheksgesetzen (z. B. Hessen).

Update 23.4.15: Der dbv-Vorstand hat am 14.4. das Papier zu Schulbibliotheken verabschiedet. Es wird “Frankfurter Erklärung” genannt. Die LAG Hessen ist davon sehr angetan, enthält es doch, zum Teil wortwörtlich, Positionen, die sie seit zwei Jahrzehnten vertritt, so etwa das Berufsbild des Teacher-Librarian.

E-Book-Ausleihe von Stadtbibliotheken in Flughäfen

sapl-maschineTrotz aller Lizenzprobleme leihen US-amerikanische Stadtbibliotheken zunehmend E-Books aus. Dennoch weiß gerade einmal die Hälfte der Bibliotheksnutzer, dass es dieses Angebot gibt. Daher werben die Bibliotheken in der Öffentlichkeit dafür. So gibt es auf einigen US-Flughäfen Download-Installationen (s. Foto; Bild:  http://blog.mysanantonio.com/). Dort kann man sein elektronisches Gerät aufladen, manchmal auch im Internet surfen und eben ein E-Book downloaden.

Das Angebot besteht entweder nur für die Inhaber eines Ausweises der örtlichen Bibliothek oder man kann sich manchmal für die Ausleihe als Gast  registrieren. Ersteres funktioniert wohl am besten auf Flughäfen, die vor allem von Einheimischen frequentiert werden. Unter den 60 Millionen Flugpassagieren in Frankfurt/M sind Frankfurter Bürger/-innen wohl eine verschwindend kleine Minderheit.

Downloaden? Über eine Internetverbindung geht es wohl noch nicht. Ärgerlich für den downloadwilligen Leser im Flughafen, wenn auf dem Screen die Meldung erscheint: “Bitte tragen Sie sich in die Warteliste ein!”

(via lesen-net)