Bitte keine Berichte aus Schulbibliotheken mehr einsenden!

Nachdem für Berichte aus Schulbibliotheken Büchergutscheine ausgelobt wurden, klappte es mit den Einsendungen. Aus dreizehn Schulbibliotheken wird berichtet. Die Büchergutscheine werden heute verschickt. Nach und nach werde ich die Berichte im Blog veröffentlichen. (NICHT auf der Homepage!)

Auffällig, dass es noch Schulen/Schulbibliotheken gibt, in denen keine E-Mail-Adresse genutzt werden kann und schon gar nicht ein Scanner. Ich bitte um Verständnis, wenn ich eingesandte Zeitungsartikel nicht verwende, ich möchte mich nicht um Nachdruckrechte bei Zeitungsverlagen bemühen müssen.

Das Programm des 22. Hessischen Schulbibliothekstages

In zehn Wochen ist es wieder so weit.: Der 22. Hessische Schulbibliothekstag findet in Bad Vilbel bei Frankfurt/M statt. Mit 39 Veranstaltungen ist er wieder der größte deutschsprachige Schulbibliothekskongress.

Das HSBT-Programm

Online-Anmeldung über www.schulbibliotheken.de

Wählen Sie einen Vormittags- und einen Nachmittagsworkshop.

Der Teilnahmebeitrag (incl. Mittagessen) beträgt 40 € p. P. – für Mitglieder 30 € (bei mehreren Personen einer Schule nur für eine Person) und für Lehrer/-innen im Vorbereitungsdienst 35 €.

 

Ich finde, dass Günther Brée ein beeindruckendes Angebot zusammengestellt hat.

ING-Diba spendet je1.000€ an Vereine

Tausend Vereine erhalten von der Bank ING-Diba je 1.000 €, vorausgesetzt, sie gehören zu den tausend, die die meisten Stimmen erhalten.

Die Berlin-Brandenburger Schulbibliotheks-AG (AGSBB) gehört schon zu den oberen Tausend. Die hessische LAG liegt noch darunter.

Bitte stimmen Sie mit ab. Gefragt wird nur nach der Handynummer! 1.000 € sind für kleine, gemeinnützige Vereine eine große Sache.

Wenn alle Mitglieder abstimmen und Freunde und Verwandte dafür gewinnen, könnten wir es schaffen. Drei Stimmen pro Person gibt es. Die Abstimmung läuft bis 3. Juni 2014.

Bitte Abstimmcode anfordern!

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Die Saat geht auf!

Schulbibliothekstage gibt es inzwischen zuhauf. Die hessische Initiative von 1987 wirkte motivierend. Nun geht es beim Schulbibliothekspreis los. Hessen ging voran, dann nahm ich die Idee nach Berlin und Brandenburg mit – dort wurde von Victor Wolter und seinen Mitstreitern eine richtig große, bunte Veranstaltung daraus gemacht, was wiederum nach Hessen zurückwirkte. Jetzt gibt es einen thüringischen Schulbibliothekspreis. Der wird, was viel besser ist, vom Bildungsministerium aus Steuermitteln dotiert und nicht aus Vereinsmitgliedsbeiträgen und von Sponsoren. (In Hessen beteiligt sich aber das Kultusministerium bei der Finanzierung des Preises von Anfang an!)

Die erste flächendeckende Ausstattung mit einer Schulbibliothekssoftware gelang uns m. W. zuerst 1992 in Hessen. Inzwischen gibt es mehrere Bundesländer mit ähnlichen Lösungen. Der Bibliotheksverband will eine verbandsinterne Arbeitsgruppe nur für Schulbibliotheken schaffen.

Allmählich können wir Hessen uns zufrieden zurücklehnen. Wir haben nicht die Welt gerettet, wie es in einem Schlager heißt, aber unser Scherflein zu einer deutschen Schulbibliotheksentwicklung beigetragen. Johann Bernhard Basedow dürfte sich freuen, falls er uns zuschaut. Wenn nach biblischen Maßstäben tausend Jahre wie ein Tag vergehen, sind seit seiner Forderung nach Bibliotheken in Schulen von 1764 erst sechs Stunden vergangen.

Was will die LAG? Neues Grundsatzpapier

LAG_logo1989 hatte die LAG “Empfehlungen zum Aufbau eines leistungfähigen Schulbibliothekswesens in Hessen” angeregt. Sie wurden in einer vom Kultusministerium einberufenen Kommission erarbeitet. 1999 wurde die LAG-Resolution – “Schulbibliotheken für morgen” – verabschiedet.

Jetzt hat der Vorstand ein neues Positionspapier erarbeitet.

Was will die LAG?“.

Es enthält die Kernpunkte für ein Schulbibliothekswesen, das seinen Namen verdienen würde.

Was die LAG will

Moderne multimediale LAG-Schulbibliotheken sind Wissens-, Lern- und Kulturzentren in der Schule. Ihre Ausstattung ermöglicht zeitgemäßes und mediengestütztes Recherchieren und Prä­sentieren, fächerübergreifendes, methodenorientiertes Lernen, bietet Leseförderung und vielsei­tige kulturelle Praxis. Schulbibliotheken sind Lernorte und Lesezentren und sie ermöglichen die Nutzung unter­schiedlicher Medien. Für Teile der Abschlussprüfungen in der Mittel- und Oberstufe sind sie uner­lässlich. Sie bereiten effizientes wissenschaftliches und methodisches Arbeiten für akademische Stu­dien und Ausbildungswege vor.

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Mit der Forderung nach Schulbibliotheken rennt man offene Türen ein. Oder?

Zwar konnte ich gerade eine überraschend positive Jahresbilanz für die LAG zusammenstellen, gleichwohl sind mir die Schattenseiten der Lobbyarbeit für Schulbibliotheken nicht unbekannt.

Ich komme dabei auf vier Aspekte:

1.     Für Lehrer, Schulaufsicht, Schulverwaltung und Bildungspolitik ist Schulbibliothek (SB) kein genuin schulisches Thema. Noch nicht einmal dann, wenn es um Lesen, Leseförderung oder Literatur, schon gar nicht, wenn es um IT und Medienpädagogik geht. Zu tief sitzt die Gewohnheit, dass Schulbibliothek nicht in schulpraktischen und schulrechtlichen Kategorien vorkommt und deswegen bei „Bibliothek“ sofort „Stadtbibliothek“ assoziiert wird. Allenfalls gibt es die Erwartung, dass eine SB von irgendjemandem organisiert wird, Schule und besonders Schulleitung aber nicht weiter behelligt werden.

2.     Kommunikation und Vernetzung ist unter der Bedingung von Ehrenamt, Freiwilligkeit und Beschäftigungsprogrammen schwierig. Eine Lehrerin, die sich zusätzlich zu ihrem Dienst in der Schulbibliothek engagiert, wird sich eher fragen, was die LAG für sie tun kann, als was sie für die LAG tun kann. Kraft, Zeit und Motivation reichen selten, um sich über die eigene SB hinaus für alle SBen einzusetzen. Eltern engagieren sich vorübergehend, solange sie ein Kind an der Schule haben. (Ich sehe mit Freude die völlig andere Situation in der Berliner AGSBB, wo es anscheinend gelingt, z. B. Beiträge für die Homepage aus den Schulen zu erhalten und viele in der AG aktiv mitarbeiten. Allerdings sind die Lehrer/-innen eher in der Minderheit.) Mein Vorbild bleibt die US-amerikanische LibraryMedia-Mailing-List, die ich in frühen Jahren abonniert hatte, vor deren Fülle an Anfragen, gegenseitigen Auskünften und unterschiedlichsten Debatten ich aber bald kapitulierte. Sie hatte einige tausend Teilnehmer/-innen.

 .      Bibliothekare und ihre Verbände achten darauf, dass ihnen keiner das Thema „wegnimmt“. Wenn sich Lehrer damit befassen, werden sie misstrauisch beäugt. Die bibliothekarischen PR-Kampagnen wechseln: Schulbibliotheken werden als Konkurrenz gesehen, Schulbibliotheken werden für überflüssig erklärt, weil es öffentliche Bibliotheken gibt. Schulbibliotheken werden als Teil der Stadtbibliothek definiert und nicht als Teil der Schule. Dann wieder werden sie in Ganztagsschulen für unverzichtbar erklärt. Exzellente Vernetzung mit Firmen und Ministerien (ekz, Bertelsmann-Stiftung, Bundeswissenschaftsministerium) sorgt für entsprechende Aufmerksamkeit und Projekte. Bildungspolitik und Bildungsverwaltung haben genügend andere schulische Baustellen, so dass sie das Thema liebend gerne dem Deutschen Bibliotheksverband überlassen.

 4.   Erfolgreiche Pressearbeit ist für einen kleinen Verband mit einem Nischenthema schwierig. Bei Google-News kommen Schulbibliotheken zwar häufig vor, aber nur als lokales Ereignis. Sie werden in der lokalen Presse gern erwähnt. Wer hat schon etwas dagegen, wenn Kinder lesen. Und hübsche Fotos gibt es allemal. Schwieriger wird es, auf Landes- oder gar Bundesebene in den Medien auf fehlende Strukturen und Probleme aufmerksam zu machen. Das gelang uns in 26 Jahren nur zwei- oder dreimal. Von Pressemitteilungen, die an 50 Redaktionen versandt werden, landen 49 im Papierkorb. Es gelingt fast nur, wenn man persönliche Kontakte hat. (Wie eigentlich immer im Leben.)

Um nicht missverstanden zu werden: Was wir trotz dieser Bedingungen erreicht haben, ist nicht wenig.