Archiv der Kategorie: Schule

Mehr zur Europäischen Schule RheinMain

Die Europäische Schule RheinMain ist eine besondere Schule. Das liegt am Schulkonzept und auch am imposanten Gebäude. Mehr über die Schule erfährt man in dem Artikel von Regina Mönch in der FAZ v. 6.7.15.

In der LAG Schulbibliotheken sind wir hoch erfreut und dankbar, dass wir unseren 22. Schulbibliothekstag dort veranstalten durften.

Reformgesetz: Griechische Gewerkschaft ernennt Schulleiter

Wenn ich richtig gelesen habe, sagt der Schriftsteller Petros Markaris in einem Interview in der FAZ von heute, dass Syriza vor 14 Tagen ein Gesetz eingebracht hat, dass die Gewerkschaft künftig die Gymnasialschulleiter bestimmen soll. Es gibt also doch Reformen in Griechenland.

Ebenfalls vor ein paar Tagen wurden 13 neue Leiterstellen im Erziehungsministerium besetzt. 12 gingen an Siriza-Leute. Weiterlesen

Muss der Interviewte dem Interviewer Recht geben?

Rainer Bölling, dessen Berechnungen zu den immer besseren Abiturnoten im vorhergehenden Beitrag vorgestellt werden, wurde im Deutschlandradio interviewt. Das Interview ist bemerkenswert. Es ist so ganz anders als die vielen Talkrunden im Fernsehen, wo die Gäste alles Mögliche behaupten dürfen, ohne dass in der Regel nachgefragt wird. Stattdessen darf der Nächste reden (oder fällt dem Vorredner ins Wort). Oder die Moderatorin/ der Moderator ruft den Einspielfilm ab oder lenkt zum nächsten Thema über. Ganz selten hört man: “Diese Frage haben Sie mir aber jetzt nicht beantwortet.”

Wie anders Deutschlandradio Kultur. Wenn der Interviewte nicht spurt, wird er zurechtgewiesen. Der israelische Botschafter hat das erlebt: “Hier stelle ich die Fragen” herrschte ihn der DLF-Interviewer an. Für Rainer Bölling ging es noch glimpflich ab. Der neigte nicht zu der Ansicht des Journalisten, dass ein Lehrer/eine Lehrerin jedem Schüler/jeder Schülerin alles beibringen können müsse, also auch jeden/jede zum Abitur führen müsse. Er beharrte darauf, egal, was Bölling antwortete. Dieser kann von Glück sagen, dass der Interviewer sich am Schluss dennoch bedankte. Aber er konnte sich den Satz: “Auch wenn wir uns nicht einig geworden sind” nicht verkneifen.

Das Interview

Aus der Geschichte unserer nationalen Radiosender (zit. nach Wikipedia):

“Nach der Vereinigung beider deutscher Staaten 1990 hatte der Deutschlandfunk (DLF) seinen ursprünglichen Auftrag, die DDR und Osteuropa mit Informationen aus dem freiheitlich-demokratischen Deutschland zu versorgen, verloren. Auch war die „Treuhänderschaft“ des Bundes für die DDR-Bevölkerung abgelaufen, weswegen der Deutschlandfunk als per Bundesgesetz errichtete Anstalt nicht dauerhaft hätte weiterexistieren dürfen. Dennoch wollte man weiterhin überregionalen Hörfunk für das vereinigte Deutschland anbieten. Daher einigten sich die 16 Bundesländer mit Wirkung zum 1. Januar 1994 darauf, die Körperschaft des öffentlichen Rechts Deutschlandradio per Staatsvertrag unter einem gemeinsamen Dach von ARD und ZDF zu errichten. Die bisherige Bundesanstalt des öffentlichen Rechts Deutschlandfunk ging zusammen mit dem ehemaligen West-Berliner RIAS und dem ehemaligen DDR-Deutschlandsender in dieser neuen Körperschaft auf. Die fremdsprachigen DLF-Auslandsprogramme wurden bereits zum 1. Juni 1993 an den deutschen Auslandsrundfunk, die Deutsche Welle, abgetreten. Mit der Fusion 1994 wurden nahezu alle Unterhaltungssendungen gestrichen und der Deutschlandfunk (GS: müsste es hier nicht besser DeutschlandRadio heißen?) als nationales Kultur- und Informationsprogramm positioniert.”

Immerhin haben die drei Sender unter dem DeutschlandRadio-Dach nur einen Intendanten.

Auf der Webseite des DLF steht nach Interviews immer dies: “Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.” Wäre dies nicht passender: “Gesprächspartner, die auf ihrer Meinung beharren, werden nicht mehr interviewt.”

Leistungsexplosion beim Abitur?

Der Bildungsforscher Rainer Bölling vergleicht in der FAZ vom 2.7.14, p 6, die Abitur-Durchschnittsnoten. Dabei untersucht er jeweils gleichgroße Kohorten.

Die oberen 27% des Abiturjahrgangs 2006 erreichten in NRW einen Notendurchschnitt von 2,66. sechs Jahre später 2,12.

In Hamburg machten 2006 25% eines Jahrgangs Abitur und erreichten im Durchschnitt 2,57. Sechs Jahre später waren es 55% des (kleineren) Jahrgangs. Die besten 25% hatten einen Schnitt von 1,83.

Bölling führt die Notensprünge nicht auf eine Leistungsexplosion zurück, sondern unterstellt, dass die Steigerung der Abiturquote politsch gewollt sei und die Anforderungen gesenkt würden. Die als Durchlässigkeit gelobte Möglichkeit, das Abitur in Beruflichen Gymnasien abzulegen, führe zwar zu ähnlichen Noten wie im Gymnasium, aber das Kompetenzniveau sei niedriger, wie Untersuchungen in Englisch und Mathematik ergeben hätten.

Kooperation auf Amerikanisch

“MyLibraryNYC” nennt sich ein Projekt von New Yorker Schulbehörde und den öffentlichen Bibliotheken der Stadt mit Schulen.

Dass es anders zugeht als bei den Verträgen zur Zusammenarbeit von öffentlichen Bibliotheken und Schulen, zu denen die deutschen Kultusministerien Schulen auffordern, zeigt schon die erste Bedingung: Zusammenarbeit nur mit Schulen, die eine Bibliothek und einen männlichen oder weiblichen Bibliothekar haben.

Auf diesem Niveau geht es weiter;: Über eine App können Lehrer Bücherkisten bestellen, Klassensätze oder Handapparate. Die werden gebracht!

Schüler und Lehrer haben Vorzugs-Ausleihbedingungen. Die Stadtbibliothek schickt Mitarbeiter zu Buchvorstellungen in die Schule. Für die Schulbibliothekare gibt es Fortbildung.

Teilnehmende Schulen müssen auf eigene Kosten die Follett-Destiny-Software installieren.

Zu Beginn hatte die Citibank das Projekt mit 5 Millionen $ finanziert, jetzt will es die Stadtverwaltung wenigstens nlibraryoch einmal verlängern.

(Nach School Library Journal)

Ist der Klimawandel ein Mann?

An einem Text mit dieser Überschrift wird in bayrischen Schulen Informationsentnahme aus Texten geübt. (Was ich hier Informationsentnahme aus Texten nenne, übte man früher im Deutschunterricht der Mittelstufe. Heute ist das Teil der Vermittlung von Informationskompetenz und fällt laut Hessischem Bibliotheksgesetz in die Zuständigkeit öffentlicher Bibliotheken.)

Es ist niemandem verwehrt, hieran die Textsorte “Satire” einzuführen (Das wohl besser nicht!) zu untersuchen. Aber angesichts des gesellschaftlichen Zustandes, in dem wir uns befinden, würde ich davon abraten. Mit Genderistinnen ist nicht zu spaßen. Da ist man schnell homophob. Nachher stellt sich gar heraus, dass der Text von einer Genderwissenschaftlerin stammt und man(n) bekommt vom Schulamt eine Abmahnung oder die Frauenbeauftragte fordert eine Strafversetzung.

  • Was dazu zu sagen ist, steht im Wissenschaftsblog Science Files.
  • Wie gendersensibler Umweltschutz aussehen wird, kann man bei Science Files auch schon einmal vorab lesen.
  • Dass es wirklich um Informationskompetenz geht und nicht um Satire, zeigen die Arbeitsaufgaben.

Lesetipps von Tina Kemnitz

Tina Kemnitz war schon mehrmals auf Schulbibliothekstagen und Preisverleihungen AGSBB zu Gast. Ihre knackig-kurzen, unterhaltsamen Buchvorstellungen sind ein Highlight der Veranstaltungen gewesen.

Jetzt komme ich gerade von der Preisverleihung “Berliner Schulbibliothek des Jahres 2015″. Die folgenden Bücher hat Frau Kemnitz dort so vorgestellt, dass man am liebsten alles stehen und liegen ließe und sich draufstürzte:

Robert Paul Weston. Die Monsterabteilung

Philip Reeve/Srah McIntyre, Kekse im Kosmos

Erin Jade Lange, Butter

Brigitte Glaser, Krähensommer. Incis erster Fall

Bertrand Santini, Jonas und der mechanische Hai

Arne Rautenberg, Montag ist Mützenfalschrumtag. Gedichte

Frau Kemnitz kommt zu Literaturempfehlungen, Leseförder-Veranstaltungen und Fortbildungsseminaren in Schulen. Sie ist über ihre Webseite www.tollesbuch.de zu erreichen.

Noch ein kurzes Wort zur Preisverleihung:

37 Bewerbungen, davon 2/3 Grundschulen und 1/3 verschiedene Schulformen der Sekundarstufe, eine tolle Feier mit mehreren Preisen, Dutzenden an Blumensträußen, Musikdarbietungen von zwei Solistinnen eines dritten Schuljahres und mehreren Sponsoren, darunter nach 2011 und 2013 zum dritten Mal der Bibliotheksausstatter SchulzSpeyer. Geschäftsführer Markus Münch lässt es sich nicht nehmen, den Preis selbst zu überreichen.

Die Bildungsstadträtin war wegen anderer Termine oder Krankheit verhindert. Ihr Grußwort wurde verlesen. Darin gab sie der Hoffnung Ausdruck, dass irgendwann einmal alle schulinternen Bibliotheken Bestandteil des öffentlichen Bibliothekswesen werden würden