Revision: Werden interaktive Whiteboards überflüssig?

Vor dreieinhalb Jahren schrieb ich:

„Die (interaktiven Whiteboards) gibt es nicht erst seit heute Morgen, aber erst jetzt setzt der Run ein. Da die Tafeln wohl nicht in jedem Klassenzimmer finanzierbar sind und andererseits auch nicht im Computerraum für “Normallehrer” zu weit weg sein sollen: Sie gehören auch und gerade in die Bibliothek. Da ist soziale Kontrolle vorhanden, die Gefahr der Beschädigung nicht so groß wie im Klassenraum. Auch weniger technikaffine Kolleginnen und Kollegen begegnen der Tafel dort.

Manche Kritiker befürchten die Rückkehr zum modernisierten Frontalunterricht. (Für einen Anhänger von Ausubel und Grell hat “Frontalunterricht” aber nicht nur negativen Beiklang.)

Bei lehrer-online gibt es Hinweise, wie man mit den interaktiven Whiteboards schülerororientiert arbeiten kann. Bei ZUM gibt es gute technische Hinweise. Wie´s geht, zeigt auch ein Clip von Radio Berlin-Brandenburg. Wie man den guten alten Frontalunterricht damit optimiert: hier. Auch in der Informatikzeitschrift Log-in Nr 156 und 157/158 gibt es einen zweiteiligen Bericht zum sinnvollen Einsatz. Ohne Fortbildung geht nichts!

In Groß-Britannien stehen diese Tafeln in 2/3 Dritteln der Schulen.

Also, wenn es mal wieder Geld vom Förderverein gibt oder der Haushaltsplan der Schule ansteht, unbedingt die Hand heben! Zwischen 2000 und 2500 € muss man anlegen.

Und die Kreidetafel auf jeden Fall behalten!“

Danach erwähnte ich eine kostengünstige Variante, die interaktiven Beamer und ein Smartboard, das man auch als Gruppenarbeitstisch benutzen kann.

Inzwischen haben die Smartboards die Klassenzimmer nahezu flächendeckend erobert, für manchen Landrat sind sie Indikator für guten Unterricht. Ich gehöre nicht zu denen, die in jedem neuen Gerät eine pädagogische Revolution erblicken. Der Niedergang der audiovisuellen Übertragungsanlagen und der Sprachlabore ist mir noch in Erinnerung. Daher mein damaliger vorsichtiger Vorschlag, in der Schulbibliothek Erfahrungen zu sammeln, bevor man Smartboards für alle Klassenräume anschafft.

Die Boards gibt es kaum länger als 10 Jahre und jetzt sehen Auguren, dass sie aussterben werden.

Es bedürfe nur noch eines Beamers, eines Laptops oder Desktoprechners und einer App auf dem iPad, die 50 $ koste: doceri (plus Adapter und Kabel für weitere 50 $). Die App enthalte alle Features einer digitalen Tafel und bringe das Tabletbild auf die Leinwand. Man könne damit arbeiten wie auf einem Smartboard.

Überblick über vier empfehlenswerte – kostenlose – Apps.

Nachtrag 2016: Smartboard/interaktive Whiteboards sind anscheinend selbstverständlich geworden. Man hört nicht mehr viel. Wenn ich zu einem Vortrag in einer Schule bin, steht mir überall ein Whiteboard zur Verfügung.

Genau letzteres bestätigt aber meine Skepsis, dass nämlich Whiteboards den Unterricht nicht groß verändern, sondern überwiegend vom Lehrer im Rahmen darbietenden Unterrichts genutzt werden.

Zwei Stimmen aus den USA melden auch Vorbehalte gegenüber Smartboards an bzw. sehen ihr Ende gekommen:

2 Gedanken zu „Revision: Werden interaktive Whiteboards überflüssig?

  1. Pingback: Erfolgsgeschichte Schulbibliothek. Ein Beispiel | Basedow1764's Weblog

  2. Pingback: Brandenburg daily – Blick auf Blogs am 08.11.2012 | world wide Brandenburg

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s