E-Book-Ausleihe von Stadtbibliotheken in Flughäfen

sapl-maschineTrotz aller Lizenzprobleme leihen US-amerikanische Stadtbibliotheken zunehmend E-Books aus. Dennoch weiß gerade einmal die Hälfte der Bibliotheksnutzer, dass es dieses Angebot gibt. Daher werben die Bibliotheken in der Öffentlichkeit dafür. So gibt es auf einigen US-Flughäfen Download-Installationen (s. Foto; Bild:  http://blog.mysanantonio.com/). Dort kann man sein elektronisches Gerät aufladen, manchmal auch im Internet surfen und eben ein E-Book downloaden.

Das Angebot besteht entweder nur für die Inhaber eines Ausweises der örtlichen Bibliothek oder man kann sich manchmal für die Ausleihe als Gast  registrieren. Ersteres funktioniert wohl am besten auf Flughäfen, die vor allem von Einheimischen frequentiert werden. Unter den 60 Millionen Flugpassagieren in Frankfurt/M sind Frankfurter Bürger/-innen wohl eine verschwindend kleine Minderheit.

Downloaden? Über eine Internetverbindung geht es wohl noch nicht. Ärgerlich für den downloadwilligen Leser im Flughafen, wenn auf dem Screen die Meldung erscheint: “Bitte tragen Sie sich in die Warteliste ein!”

(via lesen-net)

Veränderte Kindheit führt zu Streichungen im Kinderlexikon

In der neuen Auflage eines Lexikons für Acht- bis Zwölfjährige aus dem Verlag Oxford University Press wurden u. a. diese Wörter eliminiert: Eichel, Butterblume, Rosskastanie, Brombeere, Kobold und Kaiser. Neu aufgenommen wurden dagegen Chatroom, Blog und Internet. Mehrere Autoren, darunter Margret Atwood und Michael Morpurgo, haben protestiert und beklagen vor allem die Entfremdung der Kinder von der Natur, die sich jetzt auch im Lexikon widerspiegele.

(FAZ v. 14.1.15, p 9)

Andreas Steinhöfel, Anders

Ich gestehe, ich habe das Buch noch nicht gelesen. Aber ein Interview im Deutschlandradio dazu gefiel mir sehr gut.

Hier kann man es nachlesen oder sollte es besser anhören (24 min).

Also schon ein guter Vorsatz für Januar: Steinhöfel lesen oder hören – vom Autor selbst gelesen.

Im Interview sagt er, dass noch kein Zwölfjähriger an einem langen Nebensatz gestorben sei. Das erinnerte mich an seinen Festvortrag auf dem 20. Hessischen Schulbibliothekstag 2011 in seiner Heimatstadt Biedenkopf.  Der Vortrag war ein brillante Kritik der “Zerstreuungskultur” des Internets.

 

Dieses seltsame Anspruchdenken

Die Seite lesen.net macht Werbung für das digitale Lesen. Manche Nachricht ist nützlich, manches ist höchstwahrscheinlich gesponsert, die Hinweise auf kostenlose oder Schnäppchen-E-Books sind geschenkt.

In den Kommentarspalten gibt es endlose Schlachten, in denen die immergleichen Kommentator/-innen sich gegenseitig ihre Sätze um die Ohren hauen. Meist geht es darum, dass es doch ein Menschenrecht auf kulturelle Teilhabe gäbe, ergo die neueste Spiegel-Bestsellerliste doch bitte gefälligst kostenlos geladen werden können müsste.

Jetzt platzte einem Mitdiskutanten der Kragen:

“Dieses seltsame Anspruchsdenken geht mir ehrlich gesagt auf den Keks. Es gibt keine Gewähr, bestimmte Bücher lesen zu können. Wenn ich es mir nicht leisten kann, jede Woche für einen oder 2 € ein Buch ausleihen zu können, dann muss ich das halt sein lassen. Als wenn Vielleser jetzt irgendeine Auszeichnung wäre. Es gibt tausende Sachen, die ich mir nicht leisten kann, da muss ich mit leben. Dieses ewige Mimimi nervt langsam. Lesen ist ein reines Freizeitvergnügen, solange es nicht für Ausbildung oder dergleichen ist, da kann ich einfach nicht verlangen, dass sich alles meinem persönlichen Vergnügen unterordnet. Dann verzichtet man halt mal auf ein Bier oder einen Wein und dann geht das.”

Bücherlesen als Erholung von IT

“Viele Eltern und Lehrer befürchten, dass das technische Spielzeug die Schüler vom Bücherlesen abhält. Das Gegenteil ist der Fall. Viele Schüler verbinden IT inzwischen mit Schule und finden das Lesen “richtiger” Bücher als wahre Erholung.”

Corinne Hill, Leiterin der Stadtbibliothek von Chattanooga/USA