Archiv der Kategorie: Leseförderung/Lesen

Suchen im Schulbibliotheksblog Basedow1764

Einer der eifrigsten Leser meines Blogs bin ich selbst. Zwar benutze ich den Blog ganz bewusst als Archiv, in dem ich Fundstücke, Zitate, Literaturhinweise oder Berichte aus anderen Ländern ablege. Wenn ich dann stöbere, bin ich doch erstaunt, wie viel mit den Jahren zusammengekommen ist. Und finde es schade, dass vieles in Vergessenheit gerät, weil es in den Tiefen des Blogs begraben liegt. Aufmerksamkeit erhält halt vorrangig das, was vor zehn Minuten oder allenfalls drei Stunden in den sog. sozialen Medien gepostet wurde. Ich merke das auch an der Statistik: Wenn ich nichts poste, geht die Klickrate nach unten. Poste ich drei oder vier Beiträge an einem Tag, schnellt sie nach oben.

Um die verborgenen Schätze zu heben, habe ich heute bloginterne Suchanfragen gemacht:

a) zu „Schulbibliotheksliteratur“

b) zu „Leseförderung/Lesen“

c) zu „USA“

d) 2013 hatte ich die damals gefragtesten Beiträge  genannt.

a) – c) sind Schlagwort-Suchen. Siehe die Schlagwort-Wolke am Rand rechts! Eine Stichwort-Suche liefert neben Treffern auch Beiträge, in denen das Wort vorkommt, aber dazu nichts zu erfahren ist.

Ein Hit der besonderen Art ist die Handreichung/Leseliste zu der (ehemaligen) LAG-Medienkiste „Ampelmännchen und Todesschüsse“ zum Thema DDR im Unterricht. Sie wurde in sieben Jahren 12.000mal aufgerufen, ca. 100mal eingebettet und 12mal downgeloadet. 1x wurde Kritik geübt.

 

Wo sind die Lektoren geblieben?

digithek.blog verweist auf einen Text in der Neuen Zürcher Zeitung, in dem die steigende Fehlerquote in Büchern moniert wird. Das spricht mir aus dem Herzen:

„Die Fehlerquote in Romanen und Sachbüchern hat in den letzten Jahren gewaltig zugenommen, und Traditionsverlage verheissen keineswegs ein höheres Mass an Qualitätssicherung. Wenn der Autor selbst kein penibler, faktensicherer Geist ist, muss man als Leser mit allem rechnen – nur nicht mit Lektoren oder Korrektoren, die genügend Zeit für einfachste Überprüfungen gehabt hätten.“

Ich würde die Zeitungen noch dazu nehmen.

Ganz aktuell fällt mir auf, dass der Akkusativ verschwindet. Auch in Nachrichtensendungen. Der Gebrauch des Artikels wird volatil. Wenn ich der statt das Blog sage, kann ich mich wenigstens auf die Erlaubnis des Dudens berufen. Bei Yoghurt und Virus gibt es schon länger Differenzen. Ich müsste einmal sammeln, denn jetzt gerade fallen mir weitere Beispiele nicht ein.

Dafür sagen aber viele vermeintlich hyperkorrekt, aber dennoch falsch: gegenüber des Polizeipräsidiums.

Der flüchtende Flüchtling wird im Frühling zum Lehrling

Lehrling und Flüchtling: Auf den Index?

Mich fasziniert die schleichende Sprachreform. Meist ist sie genderistisch motiviert, oft auch pc-bemüht.

Ich werde sogar von einer pensionierten Lehrerin korrigiert: Briefträger und Briefträgerinnen, so viel Zeit muss sein. Meine langatmigen Erklärungen zum generischen Maskulinum, das nicht das Geschlecht, sondern die Gattung meint, verfangen da nicht. Auch nicht der Hinweis, dass in gendergerechten Zeiten niemals mehr eine Frau zu den weltbesten Schriftstellern zählen kann, sondern nur noch weltbeste Schriftstellerin werden kann.

Eine neue Frucht der Sprachforscherinnen und Sprachforscher ist die Erkenntnis, dass die Silbe „ling“ einem Wort einen negativen Drall versetzt. Das hat sofort dazu geführt, dass in meiner Zeitung nur noch von Flüchtenden, nicht mehr von Flüchtlingen geschrieben wird. Das ist insofern geschickt, dass wir uns damit, ebenso wie bei Studierenden die gendergerechte Verdopplung Studentinnen und Studenten ersparen und einer Auszubildenden die Stigmatisierung als Lehrling.

Es stört die SprachreinigerInnen nicht weiter, dass Studierende nicht immer studieren, sondern auch einmal essen oder ins Kino gehen, also dann eher Essende und Ins-Kino-Gehende sind.

Ich bin gespannt, was mit dem Wort Frühling passieren wird.

Reiner Bonhorst auf Achgut über die -ling-Vermeidungsstrategien.