Berichte aus hessischen Schulbibliotheken (3)

Frau Ines Bienhaus stellt die renovierte Bibliothek der Grundschule Riedhofschule in Frankfurt/M-Sachsenhausen  vor.

Die Realschule Comeniusschule in Herborn  hat ebenfalls renoviert und eröffnet mit einer Lesung zweier Zehntklässlerinnen.

Christa Weckemann beschreibt, wie man in der Gießener Friedrich-Feld-Schule Berufsschüler/-innen zum Lesen verlockt.
An alle: Bitte keine Berichte mehr einsenden! Die Aktion ist abgeschlossen.

 

 

Berichte aus hessischen Schulbibliotheken (2)

Die Bibliothekarin der Stadtteilbibliothek in der Weibelfeldschule in Dreieich, Linda Hein, schickt diese Berichte:

Lesehelden 2.0 (ab Schuljahr 2014/15)

In Dreieich gibt es ein neues Bündnis für Bildung: der Förderverein Weibelfeldschule e.V. hat sich die Bücherei und das AV-Studio sowie das JUZ Dreieich als Bündnispartner gesucht und gemeinsam starten wir im Herbst unsere neue Aktion Leseheld stehend mit HintergrundLESEHELDEN 2.0. Das Projekt wird ein Teil der AV-Studio AG sein und ist außerschulisch. Dabei werden die Teilnehmer(innen) eine kleine Geschichte mit Hilfe von Tablets als Fotostory umsetzen. Dazu wird ein Storyboard erstellt, mit dessen Hilfe die Kinder dann die Bilder machen. Gegebenenfalls werden die Fotos mit Sprechblasen ergänzt. Bei der Durchführung unterstützen uns die beiden Ehrenamtlichen Theo van Dieken und Albert Schobbe. Beide wurden zusammen mit Linda Hein, der Bibliothekarin der Weibelfeldschule, im September von der Stiftung Digitale Chancen geschult, um so den Kids eine gute Hilfe bei der Umsetzung ihrer Ideen sein zu können. Die sechs Tablets sowie die weitere technische Ausstattung und kleine Erinnerungsstücke für die Teilnehmer(innen) finanziert der Deutsche Bibliotheksverband im Rahmen des bundesweit geförderten Projekts KULTUR MACHT STARK.

Poetry Slam 

Angelina trägt in lässiger Haltung ihr Hass-Gedicht über die Bäume vor, und Alessia hat einen herzzerreißenden Liebesbrief an die Liebe geschrieben. Poetry Slammer Lars Ruppel hatte den Weibelfeldschülern als Hilfestellung einige Begriffe vorgegeben, damit sie selbst ein Gedicht schreiben.
„Es muss sich nicht reimen – lasst Eure Worte und Gedanken fließen“, munterte er die Achtklässler in der Stadtteilbücherei auf. Innerhalb von 20 Minuten hatten die Jungs und Mädchen Erstaunliches aufs Papier gebracht. Ein bisschen schüchtern waren die Hauptschüler dann, als sie ihre ersten Versuche in der öffentlichen Runde präsentieren sollten.
Aber auch da wusste sich Ruppel, der rund 300 Poetry-Slam-Auftritte und -Workshops an Schulen im Jahr hält, zu helfen. „Bitte, Du bekommst auch einen Kaugummi, oder zwei, wenn Du möchtest“, handelte er kleine Belohnungen aus. Die Schüler bestanden dann gar nicht auf den Kaugummi, die Belohnung durch das Lob mit Applaus und Abklatschen des erfahrenen Gedichteschreibers war so viel mehr wert. Lars Ruppel beeindruckte die Teenager auch mit lässigem Rap über Goethe, coolen Songtexten von der Band Blumentopf und mit einigen Texten seiner Slam Poetry Kollegen.
Ganze drei Stunden lang arbeiteten die achten Klassen an den Gedichten und immer wieder mit neuen Vorgaben. Zum Jubiläum der Bücherei an der Weibelfeldschule hatte die Leiterin vom Förderverein der Schule und von der Dreieichstiftung Geld für dieses Projekt bekommen. „Wir haben bewusst die Hauptschüler für diese Aktion ausgesucht. Wir wollen sie für die Bücherei begeistern, und ich hoffe, ich sehe den einen oder anderen jetzt öfter hier“, sagte Linda Hein.

Lesebazillus

DSC_0028Dafür liest derzeit jedes Kind des Jahrgangs 5 ein selbst gewähltes Buch und untersucht, ob sich ein Lesebazillus darin versteckt – was natürlich nur bei den spannendsten, abenteuerlichsten und lustigsten oder romantischsten Büchern der Fall ist! Jede Klasse prämiert dann die besten Bücher und wird deren Inhalte kreativ umsetzen. Die Kunstwerke werden in der Bücherei ausgestellt werden. Zum Schulfest werden die Objekte ebenfalls zu sehen sein.

Was es noch in Dreieich gibt.

JuLiD, Jugendliteratur Dreieich, ist eine Jugendjury, die sich monatlich trifft, um aktuelle Jugendbücher zu besprechen

Teilnahme an der hessenweiten Sommerleseaktion Buchdurst!

u.a.

Kontakt: Linda Hein
Schul- und Stadtteilbücherei Dreieich – Weibelfeldschule
Am Trauben 17
63303 Dreieich
Tel.: 06103-961850

Frau Hein ist Referentin auf dem 22. Hessischen Schulbibliothekstag am 21.3. in Bad Vilbel

An alle: Bitte keine Berichte mehr einsenden!

Schulbibliotheks-Studie von Room to Read

Die großartige Initiative Room-to-Read, über die Basedow1764 schon berichtet hat, ließ die Wirkung ihrer Schulbibliotheken in Laos, Nepal, Indien, Sri Lanka, Sambia und Südafrika untersuchen. Gefragt wurde, ob die Room-to-Read-Büchereien die Lust aufs Lesen vergrößert haben. Die Antwort: Ja, sehr deutlich. Während vor der Eröffnung nur 29% der Schüler/-innen gerne lasen, taten das zwei Jahre nach Einführung einer Schulbücherei 51%. Man hätte sich gewundert, wenn es anders ausgegangen wäre. Allerdings gab es auch schon einmal ein wissenschaftlich begleitetes Leseförderprojekt in rheinland-pfälzischen Schulen, bei dem hinterher gemessen wurde, dass die Leselust gesunken war.

Die Untersuchung kann sicher nicht 1:1 übernommen werden. Nichtsdestoweniger wünsche ich mir, dass Deutschland Einsatzgebiet der Room-to-Read-Aktivisten würde. Auf jeden Fall käme man so schneller zu einer Schulbibliothek als durch Resolutionen, Empfehlungen und Erklärungen in jeder Dekade.

Ein Ergebnis der Studie ist übrigens, dass man in den 2.400 untersuchten Schulen die Erfahrung gemacht hat, daß es bessere Ergebnisse gab, wenn jemand aus dem Kollegium für die Bibliotheksarbeit qualifiziert wurde, als wenn jemand von außerhalb dafür ausgebildet wurde. (“that training staff within the schools to manage the library instead of training external library managers proved to be far more impactful”.)

Berichte aus Schulbibliotheken (1)

Der Vorschlag, Berichte aus hessischen Schulbibliotheken an die Landesarbeitsgemeinschaft zu schicken, hat inzwischen eine erfreuliche Resonanz gefunden. Ein Dutzend Einsendungen sind eingegangen. Wir werden sie nach und nach veröffentlichen und uns mit Büchergutscheinen bedanken. Eröffnen soll die Schule am Sportpark, Integrierte Gesamtschule des Odenwaldkreises in Erbach. sportparkAus dem Jahr 2014: Welttag des Buches, Projekt “Gesunde Schule” und  Vorlesewettbewerb Es freut mich, dass die Schulbibliothek weiterhin zu den aktiven in Hessen zählt. Sie war schon beim Wettbewerb um die Schulbibliothek des Jahres 2009 dabei. Hier geht es zur umfangreichen Schulbibliotheksseite auf der Schul-Homepage.

Bitte vorerst keine Berichte mehr einsenden!

Zurück von der Leipziger Buchmesse

Die LAG Schulbibliotheken hatte einige Jahre während der Messe jeweils eine Veranstaltung im Congresscentrum Leipzig gemacht. Uns war aufgefallen, dass die großen Player im Leseförder- und Schulbibliotheksbereich sich vornehm zurückhielten. Das konnten wir natürlich nicht lange durchhalten. Dann verlangte die Messegesellschaft auch noch Miete für den Veranstaltungsraum. Zuletzt stellten wir das Buch “Die Schulbibliothek im Zentrum” vor. Ich fand die Messe sehr viel sympathischer als die Businessmesse in Frankfurt. Das ist ja Allgemeinplatz bei ihrer Beurteilung: Sie ist  überschaubarer, publikumsfreundlicher, es gibt unzählige Lesungen, nicht zuletzt in der gesamten Stadt. Jetzt war ich wieder einmal da. Den Lärmpegel in der großen Halle, dem Aquarium, habe ich früher besser vertragen. Wie immer bestand die Hälfte der Besucher aus Schulklassen. Bei den Cosplay-Darstellerinnen gilt das Motto: “Je weniger die Figur geeignet ist, desto knapper das Kostüm”. Die diversen Preisverleihungen und Shortlists sind Medienveranstaltungen, die man bequemer vom Wohnzimmersessel aus verfolgen kann oder man liest im Feuilleton, was Journalisten, die alle Tage in Leipzig anwesend sein können, als Highlights schildern. Weiterlesen

E-Book-Ausleihe von Stadtbibliotheken in Flughäfen

sapl-maschineTrotz aller Lizenzprobleme leihen US-amerikanische Stadtbibliotheken zunehmend E-Books aus. Dennoch weiß gerade einmal die Hälfte der Bibliotheksnutzer, dass es dieses Angebot gibt. Daher werben die Bibliotheken in der Öffentlichkeit dafür. So gibt es auf einigen US-Flughäfen Download-Installationen (s. Foto; Bild:  http://blog.mysanantonio.com/). Dort kann man sein elektronisches Gerät aufladen, manchmal auch im Internet surfen und eben ein E-Book downloaden.

Das Angebot besteht entweder nur für die Inhaber eines Ausweises der örtlichen Bibliothek oder man kann sich manchmal für die Ausleihe als Gast  registrieren. Ersteres funktioniert wohl am besten auf Flughäfen, die vor allem von Einheimischen frequentiert werden. Unter den 60 Millionen Flugpassagieren in Frankfurt/M sind Frankfurter Bürger/-innen wohl eine verschwindend kleine Minderheit.

Downloaden? Über eine Internetverbindung geht es wohl noch nicht. Ärgerlich für den downloadwilligen Leser im Flughafen, wenn auf dem Screen die Meldung erscheint: “Bitte tragen Sie sich in die Warteliste ein!”

(via lesen-net)