Der Fluch der E-Books

Neulich suchte ich vergeblich in unseren Regalen nach einem Buch. Im großen und ganzen stehen sie nach Themen zusammen. Aber dieses Buch – Meine Mitgefangenen von Michail Chodorkowski – fand ich einfach nicht. Ausgeliehen hatte ich es auch nicht, da war ich mir sicher.

In solch hoffnungslosen Fällen frage ich meine Frau. Auch sie brauchte dieses Mal eine Zeit des Nachdenkens. Dann hatte sie die Lösung: Das Buch ist auf dem Kindle!

Was für Amazon spricht

In einem Leserbrief an die FAZ erklärt eine ältere Dame, warum sie auf Amazon nicht verzichten will:

Wie oft hätten Buchhandlungen stapelweise Bücher, die sie nicht interessierten. Das, was sie gerne haben möchte, sei nicht dabei. Es könne zwar meist am nächsten Tag oder bei Einzelbestellung per Post etwas später (meist unter Berechnung von Lieferkosten; GS) , abgeholt werden. Aber es muss abgeholt werden. Auf die Idee, es ihr nach Hause zu liefern sei der Buchhandel noch nicht gekommen. Das bedeutet, dass sie zweimal zur Buchhandlung fahren muss. (Bei einer Bestellung bei einem Kleinverlag war ich zweimal vergeblich in der Buchhandlung. Als ich später stattdessen anrief, war die Buchhändlerin genervt. Auf die Idee, mich zu benachrichtigen, wenn das Buch eingetroffen wäre, kam sie nicht; GS.)

Wie gerne würde sie einmal eine Buchhandlung ohne das gewünschte Buch verlassen, aber mit der Zusicherung, das bestellte Buch werde ihr unverzüglich nach Hause geliefert.

Als Kundin habe sie das Recht, dort zu kaufen, wo man ihr den Einkauf einfach und angenehm mache und sie das Gefühl habe, willkommen und geschätzt zu sein. Sie kaufe gerne dort ein, wo die Ware vorrätig sei oder problemlos geliefert werde.

Update 21.8.14: In den Zeitungen des Tages steht, dass das Bundeskartellamt sehr zurückhaltend bei der Bewertung des Konlikts zwischen Amazon und einigen Verlagen sei. Es sieht anscheinend in Amazon keineswegs den Alleinschuldigen. Mit harten Bandagen zu kämpfen sei noch kein Missbrauch einer – übrigens nicht gegebenen – Marktmacht. Auch die Verlage müssten sich kritische Fragen gefallen lassen.

Zahlen zum Bücherkauf- und Leseverhalten 2014

im Börsenblatt des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Eine weitere Zahl aus einer Buchhandelsstudie des Börsenvereins: Die Gemeinde mit der höchsten “Buchkaufkraft” ist Bad Soden am Taunus! 158 € gaben Buchkäufer dort 2013 durchschnittlich aus.

Bad Soden liegt immer noch an der Spitze, obwohl ich seit meinem Umzug nach Potsdam dort nicht mehr kaufe. ;-)

Amira – Leseförderung für zweisprachige Kinder

Amira ist ein vom Bund gefördertes Leseförderprogramm für Grundschulkinder mit Migrationshintergrund. Man kann online Kinderbücher lesen oder sich vorlesen lassen und dazu passende Spiele spielen.

Die ehemalige Lehrerin Elisabeth Simon hat dafür 40 kleine Geschichten verfasst, die illustriert wurden.

Amira

Der Name Amira kommt aus dem persischen Sprachraum und bedeutet wörtlich übersetzt “Königin”, “Prinzessin”, bzw. “weibliche (sic!) Herrscherin” (also eine Herrscherin im Besitz der alleinigen Macht, wenn kein männlicher Thronfolger verfügbar ist). Er ist baktrischen Ursprungs aus vor-islamischer Zeit, hat also sowohl zoroastrische als auch buddhistische Wurzeln. Der Name Amira wurde mit der späteren Zwangsislamisierung dieser Regionen in den arabischen Sprachraum übernommen. (Aus: Wikipedia; Rechtschreibfehler wurden von mir korrigiert.)

Erinnerung: Zuschuss vom Kultusministerium

Was seit Generationen fehlt, ist eine solide, institutionalisierte Schulbibliotheksfinanzierung in Hessen. Das wird sich auch so schnell nicht ändern, denn der dbv sagt (mehrheitlich), es gibt doch öffentliche Bibliotheken, das Kultusministerium sagt, wir sind zwar nicht zuständig, aber da wir Euch 105% Lehrer/-innenkräfte zuweisen, bleiben doch ein paar Lehrer/-innenstunden für die Bibliothek übrig. Manche Landtagspolitiker/-innen und der oberste hessische Schulbibliothekar in der Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken setzen auf kombinierte öffentliche und Schulbibliotheken. Deren Zahl wächst seit Jahrzehnten so rasant (in der Ballistik: flache, geradlinig verlaufende, kaum ansteigende Geschossbahn),  dass man sie sogar unterm Mikroskop kaum sieht.

Aber es gibt jedes Jahr – und dafür muss man das Kultusministerium loben, eben weil es eigentlich nicht zuständig ist – kleine Zuschüsse (1.000 bis 2.000 €). Rein statistisch dürfte in hundert Jahren jede hessische Schule einmal einen Projektzuschuss erhalten haben.

Dazu bedarf es eines formlosen Antrages an das Hessische Kultusministerium, in dem ein geplantes Projekt der Schulbibliothek anschaulich dargestellt wird. Mehr dazu im zuletzt angegebenen Link.

Was ist aus Deutschlands jüngstem Autor geworden?

“Nachts um 13″ hieß die Sammlung von kurzen Kriminalgeschichten, die der elfjährige Maximilian Gerl im Jahr 2000 bei Books on Demand veröffentlichte. Inzwischen arbeitet er als Journalist, studiert Politikwissenschaft und macht eine Ausbildung an einer Journalistenschule. Thema der Bachelorarbeit: “Die Legitimität der Herrschaft der Kommunistischen Partei Chinas”. Weitere Belletristik hat er nicht mehr geschrieben.