ekz-Onleihe probeweise mit Kaufen-Button

Die E-Book-Onleihe der ekz für öffentliche Bibliotheken experimentiert mit einem “Kaufen-Button” für diejenigen, die die langen Wartezeiten auf E-Books stören. Pro und Contra wird von Kommentator/innen ausgiebig erörtert.

Infoseite von divibib, der ekz-Tochterfirma für Onleihe

Thomas Mann live!

Eine Filmaufnahme aus dem Jahr 1929 zeigt Thomas Mann als ersten deutschen Schriftsteller im Tonfilmstudio. Er spricht “Worte zum Gedächtnis Lessings”. Thomas Mann ist sich des historischen Moments sehr bewusst. Seine ersten Sätze gelten dem Medium.Er macht seine Sache gut, finde ich. (Meine Facharbeit in der Oberprima handelte von Thomas Mann, daher …)

(via faz.net)

 

Lesen am Computer

Es gibt inzwischen eine Reihe von Studien zum Lesen von Texten in verschiedenen Medien, E-Book, Tablet, Print. Auch wenn es schon seit Jahrzehnten Vergleichsstudien über Computerlesen und Gedrucktes lesen gibt, ist man weit von einem klaren Ergebnis entfernt.

Wie solide die Studien sind, kann ich als Laie nur schwer beurteilen. Ich erinnere mich an Fälle, wo die Computerindustrie Untersuchungen in Auftrag gegeben hat oder an Studien, bei denen gerade einmal zehn Senioren und zwanzig Studenten untersucht und befragt wurden. In einer in den letzten Jahren häufig zitierten Studie heißt es, beim Lesen am Tablet wäre das Gehirn am wenigsten aktiv. Ist das gut oder schlecht? Vielleicht kann man beides auch gar nicht vergleichen. Vielleicht hat jede Form des Lesens Vor- und Nachteile. Vielleicht ergänzen sich beide Arten des Lesens gar?

Mir jedenfalls geht es, wie es in vielen Berichten heißt: Ich lese viel am Computer. Aber die Ablenkungsgefahr ist groß: Schnell mal nach der Post sehen oder einem Link folgen. Wenn es hoch konzentriert sein soll, drucke ich doch lieber aus und lese mit Stift oder Marker. Allerdings, als die Computerei losging, 96/97, habe ich nahezu alles ausgedruckt, um es dann zu lesen. Wenn ich die zusammengehefteten Seiten heute in der Hand halte, darin blättere, die Überschriften oder meine Maskierungen überfliege, ist das immer noch eine andere, intensivere “Begegnung” mit dem Text, als wenn ich ihn am Bildschirm ablese und dabei scrolle.

Anders geht es mir aber beim E-Book. Daran habe ich mich gewöhnt, vor allem, wenn es sich um ein “gewichtiges” Buch mit tausend Seiten handelt.

Der Fluch der E-Books

Neulich suchte ich vergeblich in unseren Regalen nach einem Buch. Im großen und ganzen stehen sie nach Themen zusammen. Aber dieses Buch – Meine Mitgefangenen von Michail Chodorkowski – fand ich einfach nicht. Ausgeliehen hatte ich es auch nicht, da war ich mir sicher.

In solch hoffnungslosen Fällen frage ich meine Frau. Auch sie brauchte dieses Mal eine Zeit des Nachdenkens. Dann hatte sie die Lösung: Das Buch ist auf dem Kindle!

Was für Amazon spricht

In einem Leserbrief an die FAZ erklärt eine ältere Dame, warum sie auf Amazon nicht verzichten will:

Wie oft hätten Buchhandlungen stapelweise Bücher, die sie nicht interessierten. Das, was sie gerne haben möchte, sei nicht dabei. Es könne zwar meist am nächsten Tag oder bei Einzelbestellung per Post etwas später (meist unter Berechnung von Lieferkosten; GS) , abgeholt werden. Aber es muss abgeholt werden. Auf die Idee, es ihr nach Hause zu liefern sei der Buchhandel noch nicht gekommen. Das bedeutet, dass sie zweimal zur Buchhandlung fahren muss. (Bei einer Bestellung bei einem Kleinverlag war ich zweimal vergeblich in der Buchhandlung. Als ich später stattdessen anrief, war die Buchhändlerin genervt. Auf die Idee, mich zu benachrichtigen, wenn das Buch eingetroffen wäre, kam sie nicht; GS.)

Wie gerne würde sie einmal eine Buchhandlung ohne das gewünschte Buch verlassen, aber mit der Zusicherung, das bestellte Buch werde ihr unverzüglich nach Hause geliefert.

Als Kundin habe sie das Recht, dort zu kaufen, wo man ihr den Einkauf einfach und angenehm mache und sie das Gefühl habe, willkommen und geschätzt zu sein. Sie kaufe gerne dort ein, wo die Ware vorrätig sei oder problemlos geliefert werde.

Update 21.8.14: In den Zeitungen des Tages steht, dass das Bundeskartellamt sehr zurückhaltend bei der Bewertung des Konlikts zwischen Amazon und einigen Verlagen sei. Es sieht anscheinend in Amazon keineswegs den Alleinschuldigen. Mit harten Bandagen zu kämpfen sei noch kein Missbrauch einer – übrigens nicht gegebenen – Marktmacht. Auch die Verlage müssten sich kritische Fragen gefallen lassen.