Schulleiter gesucht!

Basedow hat schon vor vier Jahren darauf hingewiesen, dass die Schulaufsicht händeringend Schulleiter/-innen sucht. Auch die Bevorzugung von weiblichen Bewerbern und die zahlreichen Schulungen von Lehrerinnen durch Frauenbeauftragte haben den Notstand nicht gelindert. Es gibt immer wieder hinter vorgehaltener Hand erzählte Gerüchte, dass wegen mangelnder Qualifikation abgewiesene Bewerber/-innen aufgefordert wurden, sich bei erneuter Ausschreibung der Stelle noch einmal zu bewerben, weil es keine weiteren Interessenten gab. Jetzt hat auch Der Spiegel das Problem erkannt.

Basedow1764 erlaubt sich bei dieser Gelegenheit, auf das Tagebuch des Kollegen Harald Togal hinzuweisen: “Warum tust du dir das an?”

Laptop statt Tablet. Technologietrends in US-Schulen

Zehn Milliarden Dollar geben die US-Schulbehörden für die Computerisierung ihrer Schüler aus. Der bisherige Run auf iPads von Apple scheint dabei seinen Höhepunkt überschritten zu haben. Notebooks werden von Schülern eher als Arbeitsgerät akzeptiert, Tablets laden mehr zum Spielen ein. Für die nationalen Tests erweist sich außerdem eine Tastatur als vorteilhaft. Manche Schulen experimentieren mit Hybridgeräten, Notebooks mit abnehmbaren Tabletmonitor. Die sind allerdings viermal so teuer wie ein Chromebook. Die Chromebook-Notebooks sind der Renner in Schulen.Ihr Betriebssystem ist nicht Windows, sondern basiert auf Linux. Man braucht immer das Internet. Auf dem Gerät wird keine Software mehr installiert, alles kommt aus dem Internet via Apps in den Browser, vor allem Google-Docs. Für Bildungsinstitutionen macht Google spezielle Angebote rund um Chromebook.

Auf jeden Fall geht die technologische Aufrüstung ungebrochen weiter.

Brandbrief des Berliner dbv

Den Berliner Bibliotheken steht das Wasser mehr nur am Hals, sondern ist in Richtung Unterlippe weiter gewandert. Das zeigt auch eine Stellungnahme (s. u.) des Landesgeschäftsführers, adressiert an den Regierenden Bürgermeister und andere politische Führungskräfte. Er mahnt einen Bibliotheksentwicklungsplan, mehr Geld, mehr Personal und – natürlich – ein Bibliotheksgesetz an.

Man kann den Klagebrief unter verschiedener Perspektive lesen – z. B. mit den Augen der Politik oder unter dem Gesichtspunkt “Was ist mit den Schulbibliotheken?”. Weiterlesen

Grenzen schulischer Anstrengungen

Thomas E. Schmidt schrieb vor Jahren in der Zeit:

“Inzwischen sehen die meisten, dass auch eine weitere Bildungsreform nicht die Versprechen der alten wird einlösen können, mehr noch, dass Bildung mit staatlicher Vorsorge überhaupt wenig zu tun hat. Bildung ist vor allem eine Angelegenheit privaten Lebens. Sie ist eine hoch individualisierte, teils anstrengende, teils lustvolle, jedenfalls durch persönliche Abneigungen und Vorlieben geformte Strategie der Lebensbewältigung. Und insofern hat sie natürlich etwas mit Herkunft zu tun, mit Bibliotheken und Konzertbesuchen, mit Familientraditionen und dem Glück, die Augen geöffnet zu bekommen, dass außerhalb von Schule und Universität noch andere geistige Kontinente zu entdecken sind.”

Thomas E Schmidt, Volk ohne Bildung. Die Deutschen sorgen sich um ihre geistigen Ressourcen, in: Die Zeit Nr. 1 v. 27.01.01, S. 37

Präsentationsprüfungen und Schulbibliothek

Für die fortgeschrittenere Schulbibliotheksfraktion sind Präsentationsprüfungen ein wichtiges Argument. Die Präsentationsprüfung ist Ersatz für oder Teil einer mündlichen Prüfung. Der Kandidat bzw. die Gruppe stellen ein Thema mit medialer Unterstützung  dar, also mit Beamer und Powerpoint oder dessen noch bunteren Alternativen Emaze oder Prezi.

In einer medial gut sortierten und technisch entsprechend ausgestatteten Einrichtung kann man die Präsentation erarbeiten und die Prüfung durchführen, besser als im Klassen- oder Filmraum, im Arzt- oder Elternsprechzimmer.

Wenn die Gruppenpräsentationsprüfung gemeint ist, die in Hessen zur Abschlussprüfung der Mittelstufe gehört, trifft das voll und ganz zu.

Sie wird überwiegend in den Bibliotheksräumen erarbeitet. (Mehr Gruppenräume wären hilfreich.) Auch die Kooperation in der Gruppe wird bewertet. Ich habe großartige Präsentationen gesehen und Schüler erlebt, die über sich selbst hinausgewachsen sind. In den Lehrplankonferenzen plädierte ich dafür, in der Mittelstufe mehr projektorientierten Unterricht durchzuführen. Trotz anderslautender Beschlüsse war die Gruppenpräsentation für manchen Schüler das erste Projekt. Die Realisierung projektorientierten Unterrichts erforderte einen gewissen bürokratischen Aufwand – zeitliche und inhaltliche Absprachen zwischen den Lehrern – und wenn sich ein Jahrgang oder ein einzelner Kollege/eine einzelne Kollegin nicht daran hielt, konnte man nicht viel ausrichten.

Inzwischen gibt es in vielen Bundesländern Präsentationsprüfungen, die die mündliche Abiturprüfung ersetzen oder ergänzen. Dazu braucht man keine Schulbibliothek. Der Schüler hat bis zu vier Wochen Zeit. Es läuft ab wie bei den häuslichen Referaten. Da wusste man auch nie, ob man jetzt Vater, Mutter, Nachhilfelehrer oder eine Internetplattform benotet oder gar ein Referat erhielt, das von der Freundin in einer anderen Schule schon einmal verwendet worden war. Die Lehrer müssen kompetenzorientiert beurteilen, d. h. die überfachlichen Präsentationskompetenzen – Blickkontakt, Sprechtempo, Visualisierung, Medieneinsatz – sind wichtiger als fachliches Wissen. Konnte man bei nicht selbst erarbeiteten Referaten noch erkennen, dass der Referent/die Referentin das Thema überhaupt nicht durchdrungen hatte, ist das beim Präsentieren von exzellenten Folien sehr viel schlechter möglich. Wahrscheinlich wird es in Kürze eine Folienerkennungssoftware geben müssen, damit das Prüfungskomitee nicht einem Schüler, der in Chemie das ganze Jahr eher “Underperformer” war, für die Folien eines Nobelpreisträgers eine Eins gibt.

Der Biologiedidaktiker Hans-Peter Klein sagt den bösen Satz: “Schüler/innen wissen immer weniger, das aber und sich selbst könnten sie immer souveräner präsentieren.

Die FAZ v. 17.7.14 widmet gleich drei Artikel den immer besseren deutschen Abiturnoten, der mündlichen Präsentationsprüfung und den Problemen französischer Hochschulen mit einer Abiturquote, die sich 80% nähert.