Lesen am Computer

Es gibt inzwischen eine Reihe von Studien zum Lesen von Texten in verschiedenen Medien, E-Book, Tablet, Print. Auch wenn es schon seit Jahrzehnten Vergleichsstudien über Computerlesen und Gedrucktes lesen gibt, ist man weit von einem klaren Ergebnis entfernt.

Wie solide die Studien sind, kann ich als Laie nur schwer beurteilen. Ich erinnere mich an Fälle, wo die Computerindustrie Untersuchungen in Auftrag gegeben hat oder an Studien, bei denen gerade einmal zehn Senioren und zwanzig Studenten untersucht und befragt wurden. In einer in den letzten Jahren häufig zitierten Studie heißt es, beim Lesen am Tablet wäre das Gehirn am wenigsten aktiv. Ist das gut oder schlecht? Vielleicht kann man beides auch gar nicht vergleichen. Vielleicht hat jede Form des Lesens Vor- und Nachteile. Vielleicht ergänzen sich beide Arten des Lesens?

Zahlen zum Bücherkauf- und Leseverhalten 2014

im Börsenblatt des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Eine weitere Zahl aus einer Buchhandelsstudie des Börsenvereins: Die Gemeinde mit der höchsten “Buchkaufkraft” ist Bad Soden am Taunus! 158 € gaben Buchkäufer dort 2013 durchschnittlich aus.

Bad Soden liegt immer noch an der Spitze, obwohl ich seit meinem Umzug nach Potsdam dort nicht mehr kaufe. ;-)

Flurfunk einmal anders: Es wird über Bücher geredet!

Aus einem Bericht im “Omaha World Herald” (Omaha/USA) über erfolgreiche Leseförderung in einer Schulbibliothek. Die Schulbibliothekarin erzählt der Journalistin:

“We just have a really good community where teachers and students talk a lot about books. You hear it in the hallways. I’ll be carrying a book and students will say ‘Oh, that’s a good title.’ It’s really a community of readers.”

Jungen kaufen Bücher!

Tilman Spreckelsen zitiert in der FAZ v. 29.10. eine Studie des Börsenvereins und der Jugendbuchverleger. Im Kinder- und Jugendbuchmarkt gelten die Eltern, Tanten und Gro0eltern als Käufer. Aber der Anteil der Jugendlichen, die ihre Lektüre selbst kauften, habe zugenommen. Die 10- bis 19jährigen machen 15% der Kunden aus, eine höhere Zahl als je zuvor. Das liege vor allem daran, dass die Jungen mehr selbst kaufen. Bei den 11- bis 15jährigen kauften sie fast so viele Bücher wie Mädchen. Sie gingen in die Buchhandlungen, stöberten, ließen sich beraten und kauften.

25% (2009: 20%) der Kinder- und Jugendbücher würden für den eigenen Bedarf gekauft.

Spreckelsen führt den gestiegenen Anteil der Jungen darauf zurück, dass es inzwischen ein breites Angebot für sie gäbe, z. B. die Reihe “Gregs Tagebuch” oder – meine Ergänzung – die Superman- und Batman-Reihen des Fischer-Verlages.

Walter Benjamin und die Schülerbibliothek

Im Berliner Märkischen Museum, das immer wieder einen Besuch lohnt, läuft zurzeit eine kleine, aber feine Sonderausstellung. Es werden hauseigene Exponate gezeigt, mit denen Theodor Fontane und Walter Benjamin in ihren Berliner Kindheitsjahren vorgestellt werden (Schlittschuhe, Spielzeug, Lesekasten, Botanisiertrommel u. a.)

Im Museumsladen habe ich mir dann Benjamins “Berliner Kindheit um 1900″ gekauft. Darin fand ich Notizen zur “Schülerbibliothek”. Er erzählt vom Eintauchen in die Schmöker, die er in der Schülerbibliothek fand. Um dieser Bücherei willen (eigentlich eine Klassenbücherei) ertrug er “das ganze Elend des öden Schulbetriebs”.

Die schüchternen Versuche des Lehrers, mit einem Hinweis seine Wahl zu lenken, schlugen fehl. “Wie blieb er ganz und gar geprellt als armer Teufel bei seiner Fron zurück, wenn ich schon längst auf einem Zauberteppich unterwegs ins Zelt des letzten Mohikaners oder ins Lager Konradins von Staufen war.”