Lesen am Computer

Es gibt inzwischen eine Reihe von Studien zum Lesen von Texten in verschiedenen Medien, E-Book, Tablet, Print. Auch wenn es schon seit Jahrzehnten Vergleichsstudien über Computerlesen und Gedrucktes lesen gibt, ist man weit von einem klaren Ergebnis entfernt.

Wie solide die Studien sind, kann ich als Laie nur schwer beurteilen. Ich erinnere mich an Fälle, wo die Computerindustrie Untersuchungen in Auftrag gegeben hat oder an Studien, bei denen gerade einmal zehn Senioren und zwanzig Studenten untersucht und befragt wurden. In einer in den letzten Jahren häufig zitierten Studie heißt es, beim Lesen am Tablet wäre das Gehirn am wenigsten aktiv. Ist das gut oder schlecht? Vielleicht kann man beides auch gar nicht vergleichen. Vielleicht hat jede Form des Lesens Vor- und Nachteile. Vielleicht ergänzen sich beide Arten des Lesens gar?

Mir jedenfalls geht es, wie es in vielen Berichten heißt: Ich lese viel am Computer. Aber die Ablenkungsgefahr ist groß: Schnell mal nach der Post sehen oder einem Link folgen. Wenn es hoch konzentriert sein soll, drucke ich doch lieber aus und lese mit Stift oder Marker. Allerdings, als die Computerei losging, 1996/97, habe ich noch nahezu alles ausgedruckt, um es dann zu lesen. Wenn ich die zusammengehefteten Seiten heute in der Hand halte, darin blättere, die Überschriften oder meine Maskierungen überfliege, ist das immer noch eine andere, intensivere “Begegnung” mit dem Text, als wenn ich ihn am Bildschirm ablese und dabei scrolle.

Anders geht es mir aber beim E-Book. Daran habe ich mich gewöhnt, vor allem, wenn es sich um ein dickes Buch mit tausend Seiten handelt.

Zahlen zum Bücherkauf- und Leseverhalten 2014

im Börsenblatt des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Eine weitere Zahl aus einer Buchhandelsstudie des Börsenvereins: Die Gemeinde mit der höchsten “Buchkaufkraft” ist Bad Soden am Taunus! 158 € gaben Buchkäufer dort 2013 durchschnittlich aus.

Bad Soden liegt immer noch an der Spitze, obwohl ich seit meinem Umzug nach Potsdam dort nicht mehr kaufe. ;-)

Flurfunk einmal anders: Es wird über Bücher geredet!

Aus einem Bericht im “Omaha World Herald” (Omaha/USA) über erfolgreiche Leseförderung in einer Schulbibliothek. Die Schulbibliothekarin erzählt der Journalistin:

“We just have a really good community where teachers and students talk a lot about books. You hear it in the hallways. I’ll be carrying a book and students will say ‘Oh, that’s a good title.’ It’s really a community of readers.”

Jungen kaufen Bücher!

Tilman Spreckelsen zitiert in der FAZ v. 29.10. eine Studie des Börsenvereins und der Jugendbuchverleger. Im Kinder- und Jugendbuchmarkt gelten die Eltern, Tanten und Gro0eltern als Käufer. Aber der Anteil der Jugendlichen, die ihre Lektüre selbst kauften, habe zugenommen. Die 10- bis 19jährigen machen 15% der Kunden aus, eine höhere Zahl als je zuvor. Das liege vor allem daran, dass die Jungen mehr selbst kaufen. Bei den 11- bis 15jährigen kauften sie fast so viele Bücher wie Mädchen. Sie gingen in die Buchhandlungen, stöberten, ließen sich beraten und kauften.

25% (2009: 20%) der Kinder- und Jugendbücher würden für den eigenen Bedarf gekauft.

Spreckelsen führt den gestiegenen Anteil der Jungen darauf zurück, dass es inzwischen ein breites Angebot für sie gäbe, z. B. die Reihe “Gregs Tagebuch” oder – meine Ergänzung – die Superman- und Batman-Reihen des Fischer-Verlages.