Wie liest man zukünftig Bücher?

Einen amüsanten Selbstversuch hat Dr. Ann Kirschner, vielseitige Unternehmerin, akademische Lehrerin und Schriftstellerin gemacht. Sie las einen Roman von Charles Dickens in vier Formaten: Als Taschenbuch, als audiobook, auf dem Kindle und dem iPhone.

Um es vorweg zu sagen: Es gibt keinen eindeutigen Sieger. Vielmehr geht es so wie in der Geschichte mit dem Besen und dem Staubsauger, dem Kino und dem Fernsehen.

Mit einer Einschränkung: Den kindle, auch den verbesserten kindle 2, hält sie für entbehrlich. Das iPhone schlage ihn um Längen. Vor allem jüngere Leute hätten keine Probleme, im Handy Texte zu lesen. Die Älteren würden lieber zum kindle greifen. Das sei ihr am Strand in Florida aufgefallen (Die Geräte nicht in den Sand fallen lassen, rät Basedow1764.)

Man wird zukünftig ein Leseformat wählen, meint sie,  so wie man sich für SMS, eMail, Telefonanruf oder einen handgeschriebenen Brief entscheide.

Diese Entwicklung dürfte dem Kindle aber Probleme bereiten. Wenn es verschiedene Träger für das “Buch” bzw. dessen Inhalt geben wird, kann kein Hersteller exklusiv nur für einen einzigen e-book-Typ Inhalte und auch noch in einem exklusiven Format anbieten. Apple hat damit bisher mit seinen Computern und seinem iPhone relativ großen Erfolg gehabt. Aber ob das zweimal gut geht?

Der Artikel hier . Info zum neuesten Kindle DX hier .
via LISNews
(Es hat noch niemand wegen der vielen englischsprachigen Texte gelästert.  Das scheint also kein Problem zu sein. Da mein Englisch auch nicht gerade triple A rating verdient, nutze ich gerne das Übersetzungstool aus der Google- Toolbar, die man als firefox-add-on herunterladen kann.)

Update 13.10.09:

Während die einen sich noch den Kopf zerbrechen, wie zukünftig Computerräume ausgestattet werden sollen und ob das Schulnetz es aushält, wenn in vier Klassenräumen gleichzeitig auf dem interaktiven Whiteboard  im Internet gesurft wird, vollzieht sich bei den digital natives gerade eine andere Revolution: Das iPhone wird für Studentinnen, Studenten, Schülerinnen und Schüler zum wichtigen Medium. Mit dem iPhone kommt man an wikipedia, schreibt sich seinen Stundenplan, trainiert Vokabeln, führt das Hausaufgabenheft, hat einen Taschenrechner für höchste mathematische Ansprüche, hält Notizen fest oder entwirft eine mindmap.

Manches app kostet Geld, aber das dürfte die Ausbreitung nicht behindern. Wetten, dass die ersten Privatschulen ihren Schüler/innen bald iPhones überreichen werden?

Update 6.11.09:

Es geht schneller als vermutet: Mit einem app kann man jetzt amazons eBooks, die ja eigentlich für den kindle bestimmt sind, auf dem iPhone lesen. Und amazon will seine e-books auch computerlesbar machen. Dann kann ich den spannenden Krimi während der Bildschirmarbeit im Hintergrund mitlaufen lassen, auf der Couch im eBook lesen und in der S-Bahn auf dem iPhone den Mörder erfahren.
Schade ist nur: Wenn ich ein Buch zuklappe, weiß ich , wie weit ich gekommen bin. Habe ich schon die Hälfte gelesen?. Wie viele Seiten sind es noch? Das sehe ich dem kindle nicht an.

Update 16.11.09:

Google ist auf dem Weg , den Buchbestand der Welt zu digitalisieren. Nicht nur vergriffene oder nicht mehr urheberrechtlich geschützte Werke. Inzwischen sind 25000 komplette Verlagsprogramme und die Bestände einiger Dutzend großer Bibliotheken digitalisiert.

In ein paar Jahren werden wir uns die Google-ebooks auf Handy, Laptop oder ebook herunterladen. Die Google-Tochterfirma amazon wird uns auf Wunsch ein gedrucktes Exemplar anfertigen und zusenden.

Update 18.11.09:

Das iPhone holt auf!

Die New York Times berichtet, dass, trotz des kleinen Bildschirms, Lesen auf dem iPhone und anderen smartphones Freunde gewinnt. (S. auch Update v. 6.11.)

Über Basedow1764

Die älteste Forderung nach Schulbibliotheken ist bei dem Schulreformer Johann Bernhard Basedow (1724 - 1790) zu finden. Daher der Name dieses Weblogs.
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