WhatsApp sammelt jetzt auch Daten

Gerne hätte ich WhatsApp benutzt, statt bei e-plus monatlich Geld für die vielen sms lassen zu müssen. WhatsApp kostet bisher weniger als einen Euro pro Jahr. Aber in meiner Umgebung gab es zu wenig Mitnutzer.

Jetzt hat es sich erledigt. Nachdem Facebook diesen schwindelerregenden Preis gezahlt hat, werden alle Telefonnummern, alle Textnachrichten und Fotos wohl von den FB- Data-Profilern erfasst und ausgewertet, wie es ja schon bei den Smartphones der Fall ist, auf denen die FB-App installiert ist.

Werbung soll es weiterhin nicht geben. Warum kauft sich Facebook das Programm, wenn nicht wegen der Nutzerdaten von zurzeit 500 Millionen Menschen? Kann es ein Anflug von Panik sein, wenn FB ein Drittel seiner Barschaft für einen Konkurrenten ausgibt, der stetig wächst und ein anderes Geschäftsmodell als FB hat? In den USA ist FB für Ältere attraktiv, die Jüngeren sind bei WhatsApp.

Auch in der Internetindustrie gibt es ein Kommen und Gehen. Jetzt blühen die Konkurrenten von WhatsApp auf.

Am Rande: Eine Story über den Programmierer in Forbes,

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Der rbb und facebook

Facebook (FB) ist umstritten. Es gibt immer wieder Aufregung über den nachlässigen Datenschutz und dessen weitere Lockerungen. Es gab Selbstmorde wegen Mobbings auf Facebookseiten und weil ein Mädchen sein Facebook-Foto plötzlich in der Anzeige eines Dating-Dienstes auf Facebook fand. Medienpädagogen verfassen Ratgeber-Flyer für Eltern und Schüler/-innen. Lehrkräfte sollen Unterrichtszeit verwenden, um für die Gefahren der Social Media zu sensibilisieren. Ein US-Schulbezirk überwacht die Facebookseiten von 14.000 Schüler/-innen, um so Selbstmordabsichten und Drogengebrauch auf die Spur zu kommen. Ein deutsches Kultusministerium verbietet Lehrern auf Facebook Kontakte zu Schüler/-innen zu unterhalten. (Es wurden z. B. Klassenfahrten auf FB verabredet.)

Statt zu verbieten oder anzuordnen hätten die Kultusminister/-innen dafür sorgen sollen, dass den Schulen Lernplattformen zur Verfügung gestellt werden. Aber wo wären deutsche Kultusministerien schon einmal innovativ gewesen?

Dann erlebe ich – vor dem Fernseher sitzend -, dass der rbb in der abendlichen Regional-Nachrichtensendung für seinen Facebook-Auftritt wirbt. Es fehlen noch ein paar Hundert Freund/-innen bis die Zahl 5.000 erreicht ist! Auf Leute, drückt den Button! Es wird auch aufgefordert, schöne Landschaftsfotos auf die rbb-Facebookseite zu stellen. Facebook-Kommentare tauchen inzwischen in jeder aktuellen Sendung auf.

Nun gibt das milliardenschwere Duopol ARD/ZDF schon Millionen für Dutzende eigener Portale aus, aber nicht dort soll man kommentieren, liken und posten, sondern auf Facebook. Man muss halt die Leute dort abholen, wo sie sind.

FB ist eine Aktiengesellschaft, die ihr Geld mit Werbung verdient. Sie ist mehr wert als die großen deutschen Aktiengesellschaften, obwohl sie keine Werte schafft, keine Fabrikanlagen besitzt, keine Autos, Werkzeugmaschinen oder Flugzeuge baut. Was sie so wertvoll macht, ist ihr Besitz an Informationen über eine Milliarde Nutzer/-innen. Da wird die NSA neidisch. Die Nutzung von FB ist kostenlos, aber der Satz „Du bezahlst mit deinen Daten“ sollte sich herumgesprochen haben.

Wenn in einer TV-Produktion „Fleurop“ erwähnt wird oder eine Flasche „Hohes C“ auf dem Tisch steht und der Kommissar einen Oberklasse-Mercedes als Dienstwagen fährt, gibt es Schleichwerbungs-Abmahnungen. Wenn der Quasi-Monopolist ARD Werbung für den Quasimonopolisten Facebook macht, scheint das o.k. zu sein.

Wenn ich es zu Ende denke: Wozu brauchen wir diese beiden Medienkonzerne ARD und ZDF (plus Deutschlandfunk, Deutschlandradio und Deutsche Welle) mit 31 TV-Kanälen und über 80 Rundfunksendern? – Der neue Jugendkanal ist noch nicht mitgezählt! Mit einem üppigen Internetauftritt, der den Zeitungsverlagen die Tränen in die Augen treibt, weil durch eine Zwangsabgabe finanziert. Mit Werbung Tag und Nacht, weil die neun Milliarden „Demokratieabgabe“ nicht reichen. (Und dennoch wird beim Korrespondentennetz, etwa in Lateinamerika, gespart.)

Mir reichten, um dem Bildungs- und Informationsauftrag nachzukommen, einige wenige Kultur- und Nachrichtensender.

Wie man hört, ist Facebook gar nicht mehr in bei den jungen Leuten, sondern Twitter und WhatsApp. Liebe ARD, nichts wie hinterher!

Schulbezirk in Los Angeles überwacht Facebook

Ein Schulbezirk in Los Angeles überwacht Facebook-Eintragungen. Eine Firma liest die Eintragungen von 14.000 Schüler/-innen in den “sozialen” Netzwerken mit, um rechtzeitig Hinweise auf Drogen, Cyberbullying und Suizid zu erhalten. In Los Angeles gab es in jüngster Zeit Selbstmorde von zwei Schülerinnen wegen digitaler Hetze gegen sie. Das Sammeln von Informationen auf öffentlich zugänglichen Seiten ist nicht verboten, sagt die Behörde protestierenden Eltern und Schülern, die um ihre Privatsphäre fürchten.

(via FAZ v. 16.9.13)

Facebook-Seiten müssen ein Impressum haben

heißt es im Blog allfacebook.de (via Blog neunetz.com).

Auch dass Massenabmahnungen in dieser Sache rechtmäßig seien, habe ein Gericht entschieden .

Da freue ich mich einmal mehr, dass ich bei Facebook vor genau einem Jahr ausgestiegen bin.
A propos Facebook:
In jedem anderen Wirtschaftsbereich, seien es Kettensägen oder Eisenbahnschienen, wäre das Kartellamt wegen zu großer Marktmacht längst eingeschritten. Bei den Oligo- und Monopolisten des Internets, wie etwa Facebook, stört das anscheinend nicht. Da Facebook immer noch nicht so gut wie Google an der Nutzung seiner Nutzerdaten verdient: Herr Zuckerberg könnte es sich durchaus erlauben, von den Nutzer/-innen monatlich einen Dollar zu erheben, eine digitale Demokratieabgabe sozusagen. Auch wenn man die gefakten und die Mehrfachaccounts abziehen würde, käme er monatlich an eine zusätzliche Milliarde heran. Im Vergleich zu den publizierten Umsatz- und Gewinnzahlen käme er auf eine gigantische Summe. Versteuern muss er nicht viel. Beim europäischen Firmensitz in Irland fallen auch nur geringe Steuern an.
Fast könnte man meinen, das Kartellamt kapituliert vor den Internetmonopolisten. Als Amazon in den vergangenen Jahren die Großantiquariate ZVAB und Abebooks kaufte, passierte auch nichts. Man wusste wohl, dass das Kartellamt gegenüber der Luxemburger Firma Amazon hilflos ist.
Und noch eine Umfrage von Pew, dem führenden US-Meinungsforschungsinstitut in Sachen Internet zur Nutzung von Facebook: Über 60% haben schon einmal eine Auszeit genommen und waren nicht aktiv.

Neuer TOP für die Gesamtkonferenz

Schulen laufen der gesellschaftlichen Entwicklung ständig hinterher und bilden Ausschüsse für Raucher-Richtlinien, Drogenrichtlinien, Medienentwicklungsplan, Anti-Rassimus-Konzept, Inklusionskonzept, bis zum 15. 1.2  erwartet das Schulamt Vorlage. (Nein, es geht nicht um interkonfessionellen Unterricht!), Europawoche, Streitschlichterschulung, Müllvermeidung, Handygebrauch.

Da hätte ich hier noch die Facebook-Richtlinien für Schüler und Lehrer. Wer ist noch nicht in einer Steuer-, Planungs- oder Evaluationsgruppe? Das Schulamt richtet diesmal eine regionale Planungsgruppe ein….

Wie konnten wir vor 40 Jahren dem Irrtum erliegen, in der Schule die Gesellschaft  verändern zu können?

Facebook als Brutstätte für Shitstorms

Seit längerer Zeit mal wieder in der “Zeit” gestöbert und einen interessanten Aufsatz gefunden:

Evelyn Finger/Götz Hamann: Der Machtapparat. Facebook für Fundamentalisten: Wie Netzwerke die ewige Sehnsucht nach einfachen Wahrheiten befriedigen.

Man kann das Phänomen auch in den Kommentarspalten von ZEIT online studieren.

Nachtrag: Ein neues Berufsbild zeichnet sich ab: Shitstorm-Manager. Die sich auf Facebook präsentierenden Konzerne und Institutionen aller Art haben aus Erfahrungen gelernt: Sie suchen nach Kommunikationsexperten, die ihnen helfen, in der Social-Media-Welt zu überleben.

Siehe auch: 25000 haben den Like-Button gedrückt