Das war der 2. Schulbibliothekstag in Potsdam

Es war voller als 2008, obwohl die Tagung an einem Samstag stattfand und Eintritt kostete: Etwa 140 Menschen aus Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg trafen sich in der Fachhochschule Potsdam zum Erfahrungsaustausch und zur Fortbildung. Das waren 50% mehr als im Vorjahr!

Den schönsten Slogan für den Tag hatte die Pressereferentin der Fachhochschule gefunden: „Aus Räumen voller Bücher werden Räume voller Möglichkeiten!“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begannen die Tagung in Anwesenheit von Streikposten. Seit Tagen war ja der Hörsaal wegen des Bildungsstreiks besetzt. Gastgeber Prof. Hobohm hatte die streikenden Studentinnen und Studenten aber überzeugen können, dass es auch beim Schulbibliothekstag um Verbesserung von Bildung gehe, man also am selben Strang ziehen würde.

In den Workshops ging es um neue Kinder- und Jugendliteratur, Erfahrungsberichte aus Schulbibliotheken der Grundschule und der Sekundarstufe sowie um Ideen zur Nutzung der Schulbibliothek als Lernort. Auch bibliotheksfachliche Informationen zum Aufbau einer Schulbibliothek und zum Fundraising fehlten nicht.

Auf dem „Marktplatz der Möglichkeiten“ informierten u. a. „Lesen in Deutschland„, der Berliner Büchertisch e.V. , das LISUM, die Buchhandlung Anagramm, der Arbeitskreis für Jugendliteratur und Bibliotheksausstatter. Auch ein mobiles digitales Whiteboard, das gut in einen Lernort Bibliothek passen würde, war zu sehen.

Staat und Schulträger halten sich bisher zurück bei der Förderung des Schulbibliothekswesens. Eingeladene aus der Bildungsverwaltung sagten ab. Leider auch die Stadt- und Landesbibliothek Potsdam. Aus Berlin war immerhin zu hören, dass der Bezirk Treptow-Köpenick Anstrengungen mache und in Kreuzberg im Umfeld des Berliner Büchertisches e.V. eine private Initiative zur Unterstützung von Schulbibliotheken entstehe.
In Brandenburg, so ist in einem Protokoll der Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken über ein Gespräch mit einem Vertreter des Bildungsministeriums im Jahr 2004 zu lesen, war man sich einig, nicht in Schulbibliotheken zu investieren, sondern auf die öffentlichen Bibliotheken zu verweisen. Bei der Mittelverwendung für Schulbibliotheken wäre ja nicht sicher, wie nachhaltig diese Einrichtungen betreut und gepflegt würden. Ähnlich ließ auch Ministerpräsident Platzeck Basedow1764 antworten, als der ihn 2007 nach Schulbibliotheken in Brandenburg fragte. Aber diese Einstellung will der Schulbibliothekstag ja ändern.

Mit Wehmut erinnert sich Basedow1764 an die hessischen Schulbibliothekstage, wo schon beim ersten eine leibhaftige Ministerin auf dem Podium saß, ein weiterer Minister folgte oder Ministerialbeamte wenigstens Grüße überbrachten und referierten. So ist das auch in Österreich (wo die Ministerin per Videobotschaft auftrat), in Schleswig-Holstein und in Bayern (Wenigstens der Staatssekretär kommt).

Die Freude war aber groß über eigens aus Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein angereiste Kolleginnen und Kollegen.

Das Treffen schloss mit einer Resolution, in der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Landesregierungen und die Schulträger zu einem größeren Engagement für Schulbibliotheken aufriefen.

Zur Resolution des Schulbibliothekstages Potsdam 2009

3 Gedanken zu „Das war der 2. Schulbibliothekstag in Potsdam

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