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Qualitätszertifikate für Südtiroler Schulbibliotheken

siehe Südtirol-News!

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Qualitätszertifikat für Schulbibliotheken

Zwölf weitere Schulbibliotheken in Südtirol (wo sonst?) wurden erfolgreich evaluiert und erhielten ein entsprechendes Zertifikat. Damit sind seit 2008 29 Schulbibliotheken auf ihren Nutzen für die Schule überprüft worden. Die Schulbibliotheken erhalten vom Schulamt jeweils eine Prämie.

In einem Beitrag zum Buch „Die Schulbibliothek im Zentrum“ hat Dr. Markus Fritz, stv. Direktor des Amtes für Bibliotheken und Lesen der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, die Schulbibliotheksevaluation beschrieben.

Broschüre „Innovative Schulbibliotheken“ aus Südtirol

Die südtiroler Broschüre „Innovative Schulbibliotheken“, herausgegeben von Markus Fritz und Josef Watschinger, erschienen in der Reihe „Wege zu pädagogisch gestalteten Lehr- und Lernräumen Heft 3/2013, ist als Download verfügbar. Schwerpunkt ist die räumliche Gestaltung von Schulbibliotheksräumen. Für deutsche Leser/-innen sei hervorgehoben: Es kommt in Südtirol vor, dass Architekten diese Räume entwerfen.

Ich durfte eine Einführung in das Heft schreiben: „Schulbibliotheken der Zukunft – das Konzept „learning commons“.

Südtirol zum Gedankenaustausch in Berlin

Markus Fritz, stellvertretender Leiter des Amtes für Bibliotheken in Bozen und zuständig für das Schulbibliothekswesen des Landes war zum Gegenbesuch bei Dipl. Bibliothekarin Simone Frübing, im Schulverwaltungsamt des Bezirks Treptow-Köpenick zuständig für die Schulbibliotheken. Neben dem Besuch von Schulbibliotheken wurde der Gedankenaustausch fortgesetzt. Bei der Übergabe der Preise „Schulbibliothek des Jahres sprach Markus Fritz ein Grußwort. Simone Frübing berichtet.

CDU schafft Hauptschule ab

Kürzlich noch hielt Frau Prof. Schavan die Hauptschule für unverzichtbar, jetzt erklärt sie, dass die CDU sie abschaffen will.

Man könnte von einem Naturgesetz reden, wenn es nicht um Gesellschaftspolitik ginge: Es braucht länger als eine Generation, bis sich eine Erkenntnis durchsetzt. Dass kluge Leute etwas viel früher erkannt haben, heißt erst einmal noch nicht viel. Das war bei der Immigration so, bei der Atomkraft, bei Inklusion/Integration und ist eben jetzt so bei der Schulstruktur.

Dass die Hauptschule (ich glaube in NRW) gar Verfassungsrang hat, man fasst es nicht. Aber es gab ja auch bis 1968 konfessionell getrennte Staatsschulen. Und wehe, wenn die Evangelen auf die katholische Jungentoilette gingen oder die Katholen im evangelischen Fahrradkeller.

Als vor 40 Jahren in Hessen die Förderstufe, der gemeinsame Unterricht von Haupt-, Realschülern und Gymnasiasten eingeführt wurde, sah die Junge Union Sozialismus im Schulwesen (So der Titel einer Broschüre). Das Experiment wurde an den Rand gedrängt, wo es bis heute ist. Aber Haupt- und Realschüler in einer Schule, mit einem Kollegium, einer Schulleitung, das gibt es schon länger. Selbständige Hauptschulen gibt es in Hessen seit 20 Jahren nur noch weniger als eine Handvoll. 96% der hessischen Schüler/-innen gehen NICHT auf die Hauptschule.

Wenn also heute, je nach politischem Standpunkt die Revolution oder der Weltuntergang ausgerufen wird, weil die CDU eine organisatorische Zusammenfassung als Eckpfeiler ihrer Bildungspolitik beschließen will, kann man sich gelassen zurücklehnen. So schlimm wird es nicht. Ob es besser wird, ist aber auch nicht ausgemacht. Entweder gibt es in der neuen Oberschule einen Hauptschul- und einen Realschulzweig und die alte Trennung läuft mehr oder weniger weiter. Oder H- und R-schüler sitzen nominell in derselben Klasse, werden aber in mehreren Fächern nach Leistung getrennt. Diese Organisationsform, Förderstufe, Orientierungsstufe, integrierte Gesamtschule genannt, wird seit ihren Anfängen in den 70er Jahren von der CDU bekämpft, und ist auch bei den Lehrkräften wegen des organisatorischen Aufwandes (Auf- und Abstufungen, Lenkungskonferenzen, erhöhte Fluktuation in den Lerngruppen und Binnendifferenzierung) nicht sonderlich beliebt.Den Hauptschulabschluss solle, laut „Spiegel“ in der Oberschule weiterhin geben.

Den kooperativen und integrierten Gesamtschulen wird man weiterhin das Leben schwer machen, obwohl in ihnen seit 40 Jahren gemeinsames Lernen praktiziert wird. Der Konstruktionsfehler für FDP und CDU ist aber, dass auch die Gymnasien miteinbezogen sind und ihre Selbstständigkeit verlieren.

Vielleicht ist jetzt angebracht, was als Mythos von Ostalgikern verbreitet wird: Man könne von der DDR-Schule lernen. Da gab es eine klare Trennung: Beim kleinsten Problem ab in Arbeitserziehungslager und Jugendwerkhöfe, für die Masse POS/EOS und für die Elite die Spezialschulen. Weiterlesen

Was verstehen Sie unter einer Schulbibliothek?

Gestern habe ich an einer sehr informativen Informationsveranstaltung über Südtiroler Schulbibliotheken in Berlin teilgenommen. Im Mittelpunkt stand natürlich die Frage, was man von Südtirol lernen könnte.

Besonders beeindruckt war die Reisegruppe, die eine Studienfahrt nach Südtirol unternommen hatte, von der Integration der Schulbibliotheken in Schule, in Unterricht, ins Kollegium und ins Schulleben.

Und genau das benennt einen wesentlichen Unterschied. Eine Bibliothekarin aus der Reisegruppe formulierte es anschaulich:  In Deutschland werde der Schulbibliothek nicht wie der Hochschulbibliothek, der Bibliothek eines Instituts oder einer Behörde, eine Funktion innerhalb des jeweiligen Systems zugestanden. Sie werde vielmehr als Teil der öffentlichen Bibliothek gesehen, bisweilen gleich als Konkurrenz und kostspielige Doppelstruktur.

Solange dieser Eindruck in den Köpfen der Lehrerschaft, mancher Bibliothekare und in der breiten Öffentlichkeit vorherrscht, wird nichts aus dem Schulbibliothekswesen.

Der Mentalitätswandel vollzieht sich zwar, aber sehr langsam.

Siehe auch die Definition im Schulbibliotheks-Wiki!