Schlagwort-Archive: Schulleiter

Schulleiter sollen besser bezahlt werden

Mehrfach hat Basedow1764 berichtet, dass in den Ländern händeringend Schulleiter gesucht werden und Stellenausschreibungen mehrfach wiederholt werden mussten, sei es, weil sich die vom Gesetz verlangte  Bewerberin nicht gemeldet hatte, sei es weil der Bewerber nicht qualifiziert genug erschien, sei es, dass sich überhaupt niemand gemeldet hatte, die Ausschreibung daher verlängert wurde (und der Geringqualifizierte dann die Stelle doch bekam).

Ein in den Ministerien beliebtes Verfahren ist es auch, In Schulleitungen über Monate und Jahre jeweils eine der beiden Stellen (Leiter/Stellvertreter) unbesetzt zu lassen. (Auch Basedow1764 war davon betroffen.)

Jetzt ist in news4teachers zu lesen, dass man in Thüringen ein MIttel ausprobieren will, das in anderen Branchen gut funktioniert: eine bessere Bezahlung.

Wenigstens 13% der in Leitungsstellen tätigen Lehrer sollen höher gruppiert werden.

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Reformgesetz: Griechische Gewerkschaft ernennt Schulleiter

Wenn ich richtig gelesen habe, sagt der Schriftsteller Petros Markaris in einem Interview in der FAZ von heute, dass Syriza vor 14 Tagen ein Gesetz eingebracht hat, dass die Gewerkschaft künftig die Gymnasialschulleiter bestimmen soll. Es gibt also doch Reformen in Griechenland.

Ebenfalls vor ein paar Tagen wurden 13 neue Leiterstellen im Erziehungsministerium besetzt. 12 gingen an Siriza-Leute.

Nachtrag August 2015: Der Beginn des neuen Schuljahres dürfte problematisch werden, weil 11.000 Lehrerstellen unbesetzt sind. Der linke Bildungsminister hat andere Prioritäten. Er stellt entlassene Hausmeister wieder ein, dreht die Reformen an den Universitäten zurück und bekämpft Privatschulen. (FAZ v. 8.9.15, p 15) Weiterlesen

Berlin und Brandenburg suchen Schulleiter

Vor vier Jahren waren in Hessen ca. 1.000 Schulleitungsstellen unbesetzt. Es ist seit Jahren üblich, dass der Schulleiter oder der Stellvertreter monate- oder jahrelang die Schule allein leitet. Auch mir ging das so. Besonders in Grundschulen ist es schwer, Bewerberinnen oder (gar) Bewerber zu finden. Die Differenz zwischen dem Lehrergehalt und dem Grundschulrektorgehalt liefert keinen Anreiz für eine Bewerbung. Es ist schon vorgekommen, dass auf zuvor abgelehnte Bewerber zugegangen werden muss, weil es nach einer Neuausschreibung keine weiteren Bewerbungen mehr gab.

Im letzten Jahr las ich, dass in Brandenburg 100 Schulleitungsstellen unbesetzt waren. (Nicht gemeint ist eine vorübergehende Vakanz im Rahmen einer Neubesetzung; obwohl, auch da fällt auf, dass eine Ausschreibung manchmal erst Monate nach dem Freiwerden der Stelle erfolgt, obwohl die Schulaufsicht wusste, ab wann die Stelle unbesetzt war. Das ist immerhin etwas besser geworden, vor allem bei großen Schulen. Unvorstellbar, dass ein Nachfolger einige Zeit vor dem Ausscheiden des Amtsinhabers an die Schule kommt.) Damals stand in der Zeitung, dass man in Berlin an ca. 30 der ca. 800 Schulen eine Verwaltungsleiterstelle schaffen wolle, um Schulleiter zu entlasten.

Jetzt lese ich, dass in Berlin über 100 Stellen unbesetzt wären.

Nicht einfacher wird die Stellenbesetzung, wenn zukünftig gemäß geplantem Bundesgleichstellungsgesetz im Grundschulbereich für eine angemessene Männerquote gesorgt werden muss.

Seit Jahren wird von Politiker/-innen gefordert, versprochen, beabsichtigt, die Schulqualität zu steigern. Was kommt, sind kompetenzorientierte Lehrpläne, mehr Computer und vor allem neue Studien über die Mängel des Schulsystems. Die neueste kommt aus Düsseldorf von der Heinrich-Heine-Universität. In ihr wird, zum zigsten mal bei diesem Thema, die fehlende Willkommenskultur gegenüber Migrantenkindern, die fehlende Unterstützung durch die Lehrkräfte und (neu!) durch die Mitschüler und deren Eltern beklagt.

Dass sich immer weniger Lehrer/-innen finden, die Belastungen in den Leitungsstellen auf sich zu nehmen, scheint für Bildungspolitik und Bildungsforschung kein Thema zu sein.

Nicht vergessen habe ich, wie ein englischer Schulleiter staunte, als wir ihm erzählten, dass Schulleiter in Deutschland auch unterrichten müssen. Er war 50 Stunden in der Woche damit beschäftigt, die Schule zu leiten. Die Schulaufsicht wies meine Sekretärin an, mich aus dem Unterricht ans Telefon zu holen. (Geschichten aus dem Schulleiterdasein finden sich im E-Book des Kollegen Harald Togal.)

UK: Empfehlungen zu Schulbibliotheken

In Groß-Britannien ist gerade eine Empfehlung zu Schulbibliotheken veröffentlicht worden. Sie trägt den schönen Namen „Beating Heart of the School“. (Man kann also das Wort von der Bibliothek als dem Herz der Schule noch steigern.)

Es sind im Wesentlichen vier Empfehlungen:

  • eine aktuelle Statistik zu britischen Schulbibliotheken erstellen
  • erforschen, was und wie Schulbibliotheken zu Wissen und Erziehung der Schüler/-innen beitragen
  • Ofsted  – die Schulinspektion – soll auch die Schulbibliotheken evaluieren (Anm. GS: Das passiert schon weitgehend, aber nicht flächendeckend)
  • Im Bildungsministerium sollte es eine hochrangige Zuständigkeit für Schulbibliotheken geben.

Das ist nun nicht sehr visionär, es zeigt eher, dass auch in angelsächsischen Staaten das Schulbibliothekswesen Defizite aufweist, zumal in Groß-Britannien. Im Blog stand dazu schon einiges.

Für bemerkenswert halte ich den Hintergrund des Papiers:

Es ist ein Dokument der Libraries All Party Parliamentary Group des britischen Parlaments. Ihr gehören Vertreter des Ober- und Unterhauses an. Solche parteiübergreifenden thematischen Arbeitsgruppen haben keinen offiziellen Status. Sie müssen sich aber registrieren lassen, ihre Vorsitzenden wählen und transparent machen, von wem von außerhalb des Parlaments sie unterstützt werden. Sie sind also eine Art Lobby. Die o.a. Gruppe verfügt z. B. über ein Sekretariat, das der britische Bibliotheksverband CILIP bezahlt.

Mir erscheint das aber transparenter als das frühere hessische Modell zu sein, bei dem ein Landtagsabgeordneter gleichzeitig Vorsitzender des hessischen Bibliotheksverbandes war und parlamentarische Initiativen zu Bibliotheksangelegenheiten zum Missvergnügen der der anderen Fraktionen gerne im Alleingang startete. (Beliebteste Frage: „Ist die Landesregierung nicht auch der Meinung, dass das preisgekrönte IMENS-Modell im Lahn-Dill-Kreis Vorbildcharakter hat?“)

Das Thesenpapier ist nicht das erste (es wird darin auf frühere Forderungen der Arbeitsgruppe, der Schulbibliothekskommission des National Literacy Trust und Ofsted von zuletzt 2011, 2011 und 2013 verwiesen) und wird nicht das letzte sein. Immerhin bleibt das Thema Schulbibliotheken so in der Diskussion und es sind nicht nur Bibliothekare, die (Schul-)bibliotheken gut finden. Zitiert und im Anhang dokumentiert ist eine – von Cilip initiierte – Befragung von Schulleitern.

Wann gab es in Deutschland zuletzt eine Denkschrift zu Schulbibliotheken oder gar eine Schulleiterstudie?

Ein Schulleiter berichtet von der Modernisierung der Schulbibliothek

Dass eine Schulbibliothek „runderneuert“ wird kommt gelegentlich vor. Bei diesem Link handelt es sich um die Renovierung des Raumes, um die Verbesserung des W-LAN-Netzwerks, schnellere Rechner mit Programmen für multimediale Aktivitäten, um eine neue Webseite, um ein Curriculum für „digital literacy“, die Einstellung eines „techbrarian“ (Media Resource Teacher/librarian/technology coordinator) u. a. m.

Das ganz Besondere ist aber m. E., dass ein Schulleiter(!) davon in einem Schulleiter-Weblog berichtet (in Englisch): Re-visioning a School Library.