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Schule für Langschläfer

Die UCL-Academy ist Sprößling einer der weltbesten Universitäten, des University College London (UCL). Sie hat gerade ein futuristisches Gebäude im Londoner Stadtteil Camden bezogen. Sie ist eine Oberstufenschule (je nachdem, wie man zählt, ist das die Stufe 11/12 oder 12/13), man nennt diesen Schultyp in Angelsachsen Sixth Form oder neuerdings Level 3.

Die Schule arbeitet eng mit der Universität zusammen. Sie hat einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt. Neue, Erfolg versprechende pädagogische Erkenntnisse fließen in das Konzept ein. Die i. d. R. 16-17jährigen Schüler/-innen, die die Voraussetzungen erfüllen – höhere GCSE-Noten am Ende der Mittelstufe – werden nach Eignung, nicht nach Alter eingestuft.

Zu den Errungenschaften der Academy gehört der Schulanfang um 10 Uhr (in Worten: ZEHN). Der Schultag endet um 17.30 Uhr.

Was Arbeitsmediziner und Hirnforscher auch in Deutschland seit Jahrzehnten ohne Erfolg empfehlen, trägt in London Früchte: Wenn Jugendliche ihrem physiologisch normierten Schlafbedürfnis folgen dürfen, nehmen Schwänzen und Zuspätkommen drastisch ab, die Leistungen werden besser, die Verkehrsunfälle auf dem Schulweg nehmen ab, das Sozialverhalten bessert sich.

(teilw. via Spiegel 15/2013)

Wie man Schülerleistungen auch steigern könnte

Wenn Schule 30 Minuten später anfinge als in aller Herrgottsfrühe, würde das schon die Schulleistungen merklich steigern können, sagen Arbeitsmediziner. Auch Verkehrsplaner empfehlen, den morgendlichen Berufsverkehr vom Schülerverkehr zu entlasten, in dem der später stattfinden soll. Die Überlegungen sind nicht neu. Die Aussage begegnet mir nur gerade wieder einmal. Das Gegenargument war früher, dass die berufstätigen Eltern aus dem Haus seien und die Kinder dann noch eine Stunde alleine und unbeaufsichtigt herumtrödeln würden.

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