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Pallywood: Informationskompetenz für Fortgeschrittene

Vor sechs Jahren schrieb ich schon einmal über Informationskompetenzvermittlung und Schulunterricht.

Bilder und Filme können lügen. Früher wurde das auch im Schulunterricht angesprochen: Die Darstellung absolutistischer Herrscher durch Auftragsmaler, die Propagandafilme der Nazis oder die retuschierten Fotos kommunistischer Politbüros, auf denen die gerade in Ungnade gefallenen Mitglieder fehlten. Bisweilen war noch ein Fuß oder ein Arm auf dem Foto übriggeblieben.

Heute gibt es die gefakten Wolken auf Wettersatellitenfotos der russischen Anti-Ukrainepropaganda, mit denen westliche Luftbilder von russischen Aktivitäten als unglaubwürdig entlarvt werden sollen. Und es gibt die PR-Maschine der palästinensischen Hamas. Deren inszenierte Aufnahmen finden ihren Weg in die Nachrichtensendungen westlicher TV-Anstalten, wie z. B. BBC oder France 2.

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Hamas lädt zum Fototermin ein. Fotos mit freundlicher Genehmigung von gatestoneinstitute.org

Es gibt m. E. kein anderes Thema, bei dem so einseitig – antiisraelisch, proarabisch – berichtet wird. Der UN-Menschenrechtsrat z. B. nennt seit Jahren nahezu ausschließlich die Verstöße Israels. 61mal in den neun Jahren des Bestehens wurde Israel verurteilt, der Iran fünfmal, China nullmal, Kuba nullmal, Russland nullmal. Falls es ein dokument gibt, das Hamas und Israel gleichermaßen beschuldigt, fällt die Hamas bei der Verurteilung durch den Rat heraus. In Regel werden die antiisraelischen Beschlüsse des Rats nur mit den Gegenstimmen der USA und Israels gefasst. D. h. Deutschland und Frankreich stimmen wie China, Russland, Iran, Katar, Weißrussland, Venezuela oder Bolivien gegen Israel.

Im Zeitalter der Informationskompetenzvermittlung ist es noch wichtiger geworden, die Inszenierungen der PR-Industrie zu durchschauen, denn die Schüler lernen zunehmend selbstständig. Sie sollen sich die Informationen selbst beschaffen. Lehrer unterrichten nicht mehr vorrangig, sondern „begleiten“ Schüler beim Lernen. Schüler sollen lernen, anhand von weitestgehend formalen Kriterien die Glaubwürdigkeit und Seriosität ihrer Informationsquellen zu überprüfen, also etwa so:

  • Gibt es ein ordentliches Impressum?
  • Sind der Verfasser oder die Institution vertrauenswürdig?
  • Ist die Information aktuell, genau, vollständig?
  • Sind Sprache und Rechtschreibung ordentlich?

Die Seriosität von Quellen festzustellen, ist schon für Erwachsene schwierig bis unmöglich, um wie viel mehr für Sechst- oder Neuntklässler. Weiterlesen

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