Schlagwort-Archive: Johann Bernhard Basedow

Christian Ludwig Lenz aus Thüringen

Im vorhergehenden Artikel war schon die Rede davon, dass alles seine Zeit braucht. Hier geht es weiter. Wir kommen in die zeitliche Nähe von Johann Bernhard Basedow (1723–1790):

Christian Ludwig Lenz (1760–1833) war Direktor und Bibliothekar des Nordhäuser Gymnasiums.

Nach dem Studium in Gera und Leipzig wurde er von Johann Bernhard Basedow als Lehrer ans Philanthropinum nach Dessau geholt. Verheiratet war er mit einer Tochter von Christian Gotthilf Salzmann.

Er hat sich intensiv mit dem Thema Schulbibliotheken beschäftigt.

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Dritter Geburtstag von Basedow1764

Der Weblog geht in diesen Tagen ins dritte Jahr.

(Warum fällt mir das Weblog, wie alle Welt sagt, so schwer? Die Wörterbücher lassen die männliche Form zu meinem Glück zu! Dass ich puristische Altblogger abschrecke, muss ich aushalten.)

Mein Engagement in Berlin-Brandenburg hat zugenommen (Bisher 2 Schulbibliothekstage, Betreuung der Schulbibliotheksseiten auf dem Berlin-Brandenburgischen Bildungsserver, Gespräche mit Parteien und dem Bildungsministerium, Unterstützung des Berliner „Initiativkreises Schulbibliotheken“, Beratung von Potsdamer Schulen).

Die Mitarbeit in Hessen habe ich aber nicht vernachlässigt (Schulbibliothek des Jahres, Verlosung der Bücherkisten, Initiative Schulträger u. a.).

Wie umfangreich wird das erst, wenn die andern auch pensioniert sind und so viel Zeit haben wie ich?

Der größte Zeitfresser aber ist Basedow1764. Da er sich so prächtig entwickelt hat – fast 50 Abonnenten, durchschnittlich 2500 monatliche Aufrufe im Jahr 2009 und sogar bisweilen Kommentare – kann ich wohl nicht mehr zurück.

Kleine Akzentverschiebungen im Blog gibt es seit 2009. Ich versuche weniger die Schulbibliothekslandschaft zu „scannen“, um auch tagesaktuell die Elternspende für die Ausleihbücherei an der Gemeinschaftsschule in Kyritz zu vermelden. Ich sage meine Meinung, versuche aber nicht vorschnell zu verurteilen oder zu glossieren. Da es ein Schulbibliotheksweblog ist, kommentiere ich auch zu Schule.

Schwer fällt es mir, ernst zu bleiben, wenn wieder eine neue pädagogische „Sau“ durchs Dorf getrieben wird. Die Moden wechseln: Transformative Grammatik, Sprachlabor, konstruktivistische Pädagogik, „Man muss nur wissen, wo es steht“, „Mit dem Computer wird alles besser“, Informationskompetenz über alles. Verabsolutierung und Einseitigkeit sind problematisch. Manches, was gestrig erscheint, ist gar nicht so schlecht.  Es macht mir Spaß, zu sagen: „Das haben wir vor 30 Jahren schon gemacht“ oder auf des Kaisers neue Kleider zu deuten.

Die verfahrene Situation des Schulbibliothekswesens in Deutschland, die damit verbundenen berufsständischen Interessen, der Rückstand zu anderen Staaten, meine fast exotische Rolle als einer der wenigen Lehrer, die sich dafür – und vor allem über die eigene Schulbibliothek hinaus – engagieren, sind auch nur mit Fassung zu ertragen.

Auf ins Jahr 2010!

Übrigens:

Johann Bernhard Basedow war Schulreformer im 18. Jahrhundert. Er gehörte zu den Philanthropen, gründete das Philanthropin in Dessau und schuf mit seinen Ideen auch die Grundlage dafür, dass es in Preußen im 19. und bis ins 20. Jahrhundert in jeder Schule eine Schulbücherei gab.

Womit ich wieder mitten im Blog bin: In Ostdeutschland gibt es mehr zu entdecken als die angeblich so großartige Schule des kollabierten Arbeiter-und-Bauern-Paradieses. Da gibt es Dessau und Reckahn und Schulpforta. Schulbibliotheken gehörten dort immer dazu.