Qualitätszertifikat für Schulbibliotheken

Zwölf weitere Schulbibliotheken in Südtirol (wo sonst?) wurden erfolgreich evaluiert und erhielten ein entsprechendes Zertifikat. Damit sind seit 2008 29 Schulbibliotheken auf ihren Nutzen für die Schule überprüft worden. Die Schulbibliotheken erhalten vom Schulamt jeweils eine Prämie.

In einem Beitrag zum Buch “Die Schulbibliothek im Zentrum” hat Dr. Markus Fritz, stv. Direktor des Amtes für Bibliotheken und Lesen der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, die Schulbibliotheksevaluation beschrieben.

Ofsted: Wenn es gute Schulbibliotheken gibt, steckt fast immer die Schulleitung dahinter

Ofsted, die britische Schulinspektion, evaluiert auch Schulbibliotheken. Eine kleine Auswertung aus 32 Schulbesuchen in den Jahren 2004/05 liegt als Bericht vor.

Als wesentliche Ursache dafür, dass eine Schulbibliothek gut ist, wird die Unterstützung durch die Schulleitung erkannt. Sie sorgt dafür, dass die Schulbibliothek sich entwickeln kann.

via Designing Libraries
Siehe auch hier im Blog!

Auch in Colorado “Schulbibliothek des Jahres”!

Das Erziehungsministerium des US-Bundesstaates hat 47 Schulbibliotheken ausgezeichnet. Anhand eines Kriterienkataloges wurden sie ausgewählt. Die Schulbibliothekare mussten u. a. gemeinsam mit dem Schulleiter eine Selbsteinschätzung der Leistungen der SB einreichen und eine dreiminütige Vidoepräsentation. Die Auswahlkriterien entstammen einer Richtlinie des Ministeriums zu “hochwirksamer” Schulbibliotheksarbeit. Dazu gehören z. B. der Umfang der Zusammenarbeit von Fachlehrer und Bibliothekslehrer bei der Unterrichtsplanung.

Siehe hier!

Neues von der Testindustrie

Im Staat New York laufen Schulleiter Sturm gegen das neue Verfahren zur Lehrer und Schulleiter-Beurteilung. Die Bezahlung hängt zukünftig vom Beurteilungsergebnis ab. (Siehe Washington Post)

Am umstrittensten: Von 100 erreichbaren Punkten werden 20-40 Punkte von den Testergebnissen der Schüler/-innen bei den standardisierten Leistungstests abhängig gemacht. 24 weitere US-Bundesstaaten praktizieren inzwischen solche Messmethoden (value-added models). Die Obama-Administration empfiehlt die neuen Messmethoden. Nur wer sie anwendet, erhält zukünftig Bundesmittel für die Schulen.

Nun lässt sich unschwer vermuten, dass gute Lehrer ihren Schülern mehr beibringen als schlechte Lehrer. Wissenschaftler haben auch schon herausgefunden, dass es gute und schlechte Lehrer gibt und können die Unterschiede zwischen ihnen messen. Das ist aber nur eine grobe Annäherung an das gewünschte Ergebnis. Zu viele Variable gibt es. Kein Wunder, dass sich die hessische Landesregierung seit einem Jahrzehnt nicht traut, guten Lehren eine Zulage zu geben. Was ist ein guter Lehrer? Wie will man das messen? In USA glaubt man, einen Weg gefunden haben.

Allerdings haben 500 der 568  Schulleiter von Long Island einen Protestbrief unterschrieben. Sie machen darauf aufmerksam, dass die Lehrerevaluation und die standardisierten Schulleistungstests fehlerhaft seien und methodologisch arg umstritten. Von diesen problematischen Zahlen und einem fragwürdigen Untersuchungsdesign bildungspolitische Entscheidung abhängig zu machen, sei falsch. Weiterlesen

Qualitätsmanagement für Schulbibliotheken?

“Schulbibliotheksarbeit muss heute – auch und vor allem – im Kontext der systematischen (Ich hätte jetzt erwartet: “systemischen”) Qualitätsentwicklung von Schulen gesehen werden. Wie andere schulische Handlungsfelder auch sind die Bereiche „Schulbibliothek“ und „Leseförderung“ bisher überwiegend im Rahmen von Prozessen bearbeitet worden, die nicht gemanagt wurden (also ohne spezifische Zieldefinition, umfassende Bilanzierung und Überprüfung der Zielerreichung). Nicht nur aufgrund der Ressourcenlage, sondern auch aufgrund fehlenden Prozessmanagements ist die Situation deutscher Schulbibliotheken im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich und die Lesekompetenz deutscher Schüler/innen auch (vgl. das Problem der Diagnostik von Risikoschülern, Testverfahren sind in den Vergleichsländern z.T. länger etabliert) . Positiv gewendet: „Schulbibliothek und Leseförderung“ stellen ideale Handlungsfelder für Qualitätsmanagement-Verfahren dar, …”

OhGottdashabichnichtgewollt!

Roland Berger in der Schulbibliothek? Meine Vorschläge für empirische Bildungsforschung gehen nicht in diese Richtung!

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Schulentwicklung als Klippert-Pipapo

Über die Jungmanager/innen, die den hessischen Schulleitern die Bildungsstandards zu erklären versuchten, habe ich schon früher berichtet.

Mit meinem Zweifel an der Wirksamkeit von Steuer-, Planungs- und Lenkungsgruppen, Kompetenzskalen und IQ-Inspektor/innen stehe ich zu meinem großen Vergnügen nicht allein. Eine bissige Kritik von Prof. Dr. Reiner Dollase, zusammengestellt von Klaus-Peter Börtzler:

Ein Beispiel: Es gab einmal ein unterrichtsbezogenes Projekt, an dem mehrere Schulen beteiligt waren. Für das Projekt entstand ein Netzwerk. Es wurde geplant, gesteuert, koordiniert, das Projektmanagement permanent evaluiert. An einer der beteiligten Schulen entstand eine weitere Projektgruppe. In dieser Gruppe wollte man sich ausschließlich und praktisch mit dem Projektthema befassen.

Nachtrag: Prof. Gruschka zu Methodenlernen und Klippert

Evaluation für Schulbibliotheken

Dr. Markus Fritz, in Südtirol zuständig für das Schulbibliothekswesen, referierte kürzlich in Bern über Qualitätsstandards. Die großen Südtiroler Schulbibliotheken werden zukünftig einer Evaluation unterzogen (Die kleinen im Rahmen der Schulevaluation).

Auch in Bozen spricht man das Denglisch der Qualitätsmanager und nennt das Verfahren “Audit”.

Schulbibliotheken, die alle Kriterien erfüllen oder übererfüllen(!) erhalten ein vier Jahre gültiges Gütesiegel. Langfristig soll die (Zusatz-)finanzierung der Schulbibliotheken mit dem Zertifikat verbunden werden.

Ob man in diesem Zusammenhang von Boni sprechen wird, konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen.

Freundlicherweise  stellt er das Referat ins Internet.

Es geht um die Folien 37-47.
Die vorherigen handeln von öBs, anschließend noch schöne Fotos.
Jetzt weiß ich wieder, wo ich den beeindruckenden Computergruppentisch gesehen habe: in Bruneck.