Schlagwort-Archive: digitales Lesen

Leseförderung in der Sekundarstufe I ?

Wie kann man heute Lesen in der S I fördern? Um Verwechslungen mit Lesetraining, Lesekompetenz, Literacy zu vermeiden, sollte ich besser den schönen Ausdruck „Leseanimation“ verwenden. Die Zielgruppe soll die obere S I sein (Kl. 7-10).

Im Unterricht, in unseren Schulbibliotheken, auf Fortbildungslehrgängen für Bibliothekslehrer/-innen haben wir (Heidemarie Bächreiner-Vogt, Hans-Günther Brée und ich) dies gemacht:

  • Schreibwerkstatt
  • Lesetagebuch
  • Lyriknacht
  • Handlungsorientierter Umgang mit Jugendbüchern
  • Bücher-Talkshow
  • Mit Videoclips Bücher vorstellen
  • Literaturverfilmungen (G. Brée)
  • Ideen für die Bücherkisten „Jugendkrimis“ und „Literatur für junge Leute“
  • Eine Projektwoche zum Thema Bücher lesen planen

Zurzeit soll Leseförderung mit digitalen, vor allem sozialen Medien verbunden werden. Ein Schlagwort ist u. a. „Social Reading“. auch von Kurzkrimis auf Twitter habe ich gehört. Hat jemand Erfahrung und Erfolg mit Leseförderung im digitalen Medienverbund?

Mit Vergnügen selbst gelesen habe ich Nicholson Baker, Vox, und Daniel Glattauer, Gut gegen Nordwind. Aber das beantwortet die Frage wohl nicht. Man bleibt ja im Buch.

Siehe auch Christine Garbe, Auf dem Weg zur Leseschule

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Werbung in E-Books?

Kaum verwunderlich, dass daran gedacht wird, in E-books Werbung zu schalten. Verwunderlich ist höchstens, dass das erst jetzt geschieht. Wer erinnert sich noch an die Werbeseiten in den Rowohlt-Aktuell-Bändchen? Werbung in Büchern gab es schon viel früher. Da Amazon seine E-Book-Kunden total erfasst, wird es bald maßgeschneiderte Werbung geben?

Weil ich einmal für jemanden ein veganes Kochbuch bestellte, offeriert mir Amazon bei jedem Besuch der Webseite ein halbes Dutzend veganer Produkte und Kochbücher. Ich will Veganer nicht diskriminieren, aber solange es noch geht, möchte ich mich gesund und nicht einseitig ernähren. Ähnlich verfährt Google, da suchte ich einmal und nie wieder etwas und wurde wochenlang von Anbietern dieses und ähnlicher Produkte verfolgt. Ich glaube es waren Segeltuchschuhe und die Angebote umfassten Segelurlaub, Bootszubehör und zünftige Bekleidung.

Vielleicht kann man einen Premiumpreis für werbefreie E-Books einführen.

Kurzer Weg vom digitalen Lesen zur plagiierten Doktorarbeit

Basedow1764 hat schon ein paar Mal auf kritische Stellungnahmen zum digitalen Lesen hingewiesen: Maryanne Wolf, Manfred Spitzer u. a. Da wird gesagt: Digitales Lesen sei oberflächlich, sei sprunghaft, führe nicht zum vertieften Textverständnis.

Nun hat Philipp Theisson den Bogen bis zur plagiierten Doktorarbeit gespannt: „Literarisches Eigentum. Zur Ethik geistiger Arbeit im digitalen Zeitalter“. Kröner: Stuttgart 2012.

Rezensent Thomas Diel schreibt über das Buch in der FAZ: Texte seien bloße Informationen geworden, kontextfreie Bausteine, die man weiterverwende. Das Verstehen der geistigen Arbeit des Urhebers sei nicht das Ziel. Der laxe Umgang mit dem Urheberrecht habe sich ausgebreitet und eine Konsequenz sei das geringe Unrechtsbewusstsein bei der Übernahme in die eigene Doktorarbeit.

In der literarischen Szene nimmt sich Theisson den Fall Hegemann vor. Hier entdeckt er das Paradox, dass jemand sich in einem „Baukasten“ einzelner Partikel bediene, sie ohne eigenen schöpferischen Zusatz publiziere, aber dann als literarischer Star auf den Marktplatz trete.

Scientific American über Unterschiede zwischen Lesen auf Papier und auf dem Bildschirm
Interessante Leserdiskussion zum digitalen Lesen auf lesen.net  (Nachtrag 1.3.15) Tenor: Die Haptik spielt eine große Rolle beim Lesen und Lernen