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Zurück von der Leipziger Buchmesse

Die LAG Schulbibliotheken hatte einige Jahre während der Messe jeweils eine Veranstaltung im Congresscentrum Leipzig gemacht. Uns war aufgefallen, dass die großen Player im Leseförder- und Schulbibliotheksbereich sich vornehm zurückhielten. Das konnten wir natürlich nicht lange durchhalten. Dann verlangte die Messegesellschaft auch noch Miete für den Veranstaltungsraum. Zuletzt stellten wir das Buch „Die Schulbibliothek im Zentrum“ vor. Ich fand die Messe sehr viel sympathischer als die Businessmesse in Frankfurt. Das ist ja Allgemeinplatz bei ihrer Beurteilung: Sie ist  überschaubarer, publikumsfreundlicher, es gibt unzählige Lesungen, nicht zuletzt in der gesamten Stadt. Jetzt war ich wieder einmal da. Den Lärmpegel in der großen Halle, dem Aquarium, habe ich früher besser vertragen. Wie immer bestand die Hälfte der Besucher aus Schulklassen. Bei den Cosplay-Darstellerinnen gilt das Motto: „Je weniger die Figur geeignet ist, desto knapper das Kostüm“. Die diversen Preisverleihungen und Shortlists sind Medienveranstaltungen, die man bequemer vom Wohnzimmersessel aus verfolgen kann oder man liest im Feuilleton, was Journalisten, die alle Tage in Leipzig anwesend sein können, als Highlights schildern. Weiterlesen

Kids´Friday auf der Buchmesse Frankfurt

Die Frankfurter Buchmesse erprobt heute eine Neuerung, den „Kids´Friday“. 1.000 Kinder und Jugendliche erkunden die Buchmesse, Es gibt Erkundungsstationen, an denen Wissen über den Buchmarkt und das Lesen vermittelt wird. Zudem sind zahlreiche Veranstaltungen für diese Zielgruppen geplant. Das passt in das ambivalente Bild, das ich mir in diesem Jahr von der Buchmesse gemacht habe. (Es war nur ein eintägiger Besuch, es kann daher keine tiefschürfende Analyse werden.)

Die Eintrittspreise steigen und steigen. Die Hallen sind nicht mehr bis auf den letzten Stand besetzt, es gab Leerstand. Verständlich, denn die Stände sind teuer und die Zahl selbstständiger Verlage nimmt ab. Dafür warb die Süddeutsche Zeitung gleich an mehreren Stellen Abonnenten. (post-edit:) Gastland Finnland präsentierte sich sehr bescheiden, abgesehen von der großartigen Sofi Oksanen („Als die Tauben verschwanden“). Sie schrieb schon vor einem halben Jahr Hellsichtigeres über den Ukrainekrieg als alle deutschen Putin-Versteher/-innen in SPD und den Medien.

Von der vor einem Jahrzehnt noch vertretenen Leseförderszene ist nun gar nichts mehr übriggeblieben. Dafür gibt es eine Abteilung für Kochbücher und Samsung betreibt sein eigenes Lesezelt, wo Ken Follett präsentiert wird. Völlig unstreitig ist, dass die Frankfurter Buchmesse eine Geschäftsmesse ist, auf der Lizenzen verkauft werden. Zielgruppen sind Autoren, Self-Publisher, Übersetzer, Verleger, zunehmend digital orientierte Unternehmen. Dazu passt auch das Marketingkonzept „Wir in Frankfurt“ mit den überall plakatierten Testimonials von Buchhändlern und anderen buchaffinen Berufstätigen.

Das ist o.k. Es gibt ja auch Fachmessen für Sanitärtechnik und Schienenfahrzeuge. Wenn ich mich auf der Messe nicht mehr so richtig wohlfühle und mir mit meinem Fachbesucherausweis wie ein Hochstapler vorkomme, ist das mein Problem. Für Leser/-innen ist die Leipziger Buchmesse mit der imponierenden Zahl der Lesungen auf der Messe und in der Stadt sicher die bessere Wahl. (Nach zehn Jahren Frankfurter Buchmesse in Gemeinschaftsständen mit anderen Leseförderorganisationen war die LAG für ein paar Jahre mit Schulbibliotheksveranstaltungen auf die Leipziger Messe gegangen. Dauerhaft konnten wir Hessen Schulbibliotheken auch in Leipzig nicht etablieren.)

Die Frankfurter Buchmesse will aber auch weiterhin mehr sein als Branchenmesse. So gibt es seit einigen Jahren den zeitgleichen, nicht ganz billigen Bildungskongress, auf dem der LAG-Vorsitzende auch einmal vortragen konnte, und jetzt den Kids´ Friday. Es gibt in Frankfurt den Friedenspreis, den Deutschen Buchpreis und den Jugendliteraturpreis. Leipzig wird es weiterhin schwer fallen, sich zu behaupten. Zumal sich zeitgleich LitCologne etabliert hat.

 Nachtrag: Die Jugendliteraturpreise 2014 mit einer interessanten Bemerkung zu Astrid Lindgren (Ihre Friedenspreisrede 1978)

Der Fortschritt ist eine Schnecke

Auf Lesen in Deutschland, einer der Plattformen des Deutschen Bildungsservers, hat Frau Schuster Veranstaltungen auf der didacta zu Leseförderung und Schulbibliothek zusammengestellt. Da hätte es sich glatt gelohnt, nächste Woche wieder einmal die didacta zu besuchen.

In meiner aktiven Zeit war das nicht oft so der Fall. Da empfand ich sie eher als Messe für Berufsschullehrer (Werkraumausstattung) und Schulverwaltungsfachleute (Schulmöbel ansehen). Die ausgestellten Schulbücher kannte ich von den Info-Büros der Verlage bzw.   der Frankfurter Buchmesse.

Ich muss allerdings auch zugeben, dass es mir schwerfällt, auf einer Messe Seminartermine zu wahrzunehmen. Ich brauche die Zeit für die Messehallen.

Die didacta wird so aber für Leseförderer/-innen lohnender als die Leipziger Buchmesse. Ich hatte immer gehofft, dass Leipzig dieses Segment ausbaut. (Bis dorthin habe ich es nicht weit!)

Beruhigt stelle ich beim Lesen der Themen fest, dass die Botschaft der LAG Schulbibliotheken angekommen ist: Auch die öffentlichen Bibliothekarinnen von dbv, ekz usw. sprechen jetzt von „multimedialer Schulbibliothek“, von „Lernlandschaft“, von „aktiver“ Schulbibliothek. Wir haben lange die Vorreiterrolle gespielt. Es hat gewirkt.

Da kommt mein Buch „Die Schulbibliothek im Zentrum. Erfahrungen, Berichte, Visionen„, mit Beiträgen u. a. von Hans Günther Brée und Markus Fritz, gerade richtig: So geht´s weiter, heißt es darin.

Lit.Cologne so gut wie nie

In der FAZ v. 28.3. ist Oliver Jungen begeistert von der gerade zu Ende gegangenen Lit.Cologne, die sich bewusst im zeitlichen Umfeld der Leipziger Buchmesse ansiedelt.  Man experimentiert in Veranstaltungsformen, die das klassische Lesungsformat überschreiten, ohne sich dabei von Literatur zu verabschieden und nur noch Events anzubieten. Muss man zukünftig zwischen Leipzig und Köln pendeln?

Ein treffender, köstlicher Satz: „Gockelalarm wurde auf dem Literaturschiff ausgelöst: Frank Plasberg und Ferdinand von Schirach sonnten … sich in ihren Eitelkeiten…“

„Stundenplan“ für die Schulbibliothek auf der Leipziger Buchmesse steht

Auf der kommenden Leipziger Buchmesse wird es ein Schulbibliothekszentrum geben!

Viele Jahre hat die LAG Schulbibliotheken mit bescheidenen Veranstaltungen im Congress Center dazu beigetragen, das Thema auf die Messe zu bringen. Jetzt ist Susanne Drauz der große Wurf gelungen. Sie hat die richtigen Partner zusammengebracht.

Eine Projektgruppe Studierender der Bibliotheks- und Informationswissenschaft unter Leitung von Prof. Dr. Andrea Nikolaizig und Studierende des Studienganges Architektur unter Leitung von Prof. Ronald Scherzer-Heidenberger arbeiten an einem über 100 m2 großen Messestand „Die Schulbibliothek“.

Hier die Aufgabe für die Architekturklasse.

Eine hübsche Idee der Studierenden: Das Programm im Schulbibliothekszentrum in Halle 2, vom 17. bis 20.3. 2011, ist in ein Stundenplanformular eingetragen. Es kann über die von Frau Häring im Kommentar angegebene Adresse aufgerufen werden: www.dieschulbibliothek.de/

Die Messegesellschaft steht dem Projekt sehr aufgeschlossen gegenüber. Besteht doch die Hoffnung, dass eine neue Messe-Attraktion entsteht.

Anders als die Buchmesse Frankfurt ist Leipzig vor allem ein nationales Ereignis und sehr publikumsfreundlich. Lehrer/innen und Schüler/innen gehören schon jetzt zu den eifrigsten Besucher/innen. Einige tausend Lehrkräfte will die Messegesellschaft gezielt einladen.

Wie oft haben Schulbibliotheksfreunde ein Bild im Kopf, das ihre Gesprächspartner nicht sehen können. Das wird im März in Leipzig anders sein.

Dem Projekt ist zu wünschen, dass es ein voller Erfolg wird und die Idee der modernen Schulbibliothek als Wissens-, Lern- und Lesezentrum auch in Deutschland populär wird.

Eine Pressemitteilung der Messegesellschaft zum Messe-Schwerpunkt „Leseförderung“

Erinnerung: Wieder Projektberichte aus Österreich, Südtirol und Hessen auf der Leipziger Buchmesse

Die LAG Schulbibliotheken in Hessen lädt zusammen mit den Freunden aus Südtirol (Markus Fritz, Bozen), Werner Schöggl,Wien und Bettina Twrsnick, Zentrum für Literatur in Wetzlar) zu einem Informationsaustausch ein:

„Neues von den Schulbibliotheken“.

Projektberichte aus Österreich, Südtirol und Hessen

heißt die Veranstaltung. Sie findet statt am

19.3. 2010, von 11 – bis 12.30 Uhr, im Congress Center, Raum 13.

Wir haben das im Rahmen der LAG-Veranstaltungen in Leipzig schon einmal  gemacht und fanden es sehr nützlich. Die Leipziger Buchmesse mit ihrer Orientierung am Publikum, mit dem hohen Besucheranteil aus Schulen und den vielen Lesungen auf der Messe und in der Stadt ist für Fortbildung im Bereich Lesekultur/Schulbibliotheken ein guter Ort.

Auch freut uns das Wiedersehen mit den Kolleginnen von der schulbibliothekarischen Arbeitsstelle in Leipzig (SBAL) und den Mitarbeiter/innen Leipziger Schulbibliotheken. Die erhoffen sich in der Stadt des laut Messe größten europäischen Lesefestes („Leipzig liest“: 2000 Veranstaltungen)  auch etwas Aufmerksamkeit für ihre täglich und ganzjährig stattfindende Leseförderung.

 

Update: Da mir wegen dieser Notiz vorgeworfen wurde, ich würde die Veranstaltung zur Schulbibliothek auf der Leipziger Buchmesse 2011 falsch wiedergeben, weise ich alle, die schlecht lesen und Informationen entnehmen können, darauf hin, dass es sich um meine Veranstaltung im Jahre 2020 (in Worten: Zweitausendundzehn) handelt.

Ich bin sehr froh, dass ich nicht mehr im Alleingang dafür sorgen muss, dass Schulbibliotheken ein Thema der Leipziger Buchmesse sind.