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Lügner, Leugner und Verschwörer: Das Internet erschwert den Erwerb von Informationskompetenz

Es ist immer ein Bohren dicker Bretter, wenn in Sozialkunde, Geschichte oder Deutsch verlangt wird, das Wichtige in einem Zeitungsartikel, einem Dokument, einem Essay zu unterstreichen oder gar mit eigenen Worten wiederzugeben. Ein noch dickeres Brett ist, das Interesse hinter dem Zitat oder dem Text zu erkennen. Dass z. B. auf der Webseite der Islamischen Republik Iran eine Islamdefinition steht, die nicht als allgemeingültig betrachtet werden kann. (Nach den – formalen – Evaluationskriterien eines amerikanischen Handbuchs über Informationskompetenzvermittlung im Unterricht galt die Seite als nicht zu beanstanden.) Oder, wenn die Linkspartei die Achtung der Menschenrechte in Kuba für vorbildlich hält, dies nicht mit der Wirklichkeit verwechselt werden darf, sondern als Aussage von Linken erkannt wird.

Mancher Schüler fragt mit Recht, woran er denn erkenne, was wichtig und was unwichtig in dem Text sei? Im Verlauf mehrerer Schuljahre kann man Kategorien vermitteln, die ein wenig helfen. Ich will nicht behaupten, dass Schule und Lehrer durchweg erfolgreich bei der Vermittlung von Kompetenz im Umgang mit Quellen im Referate schreiben sind. Obwohl es seit Jahrzehnten in den Sprachbüchern Kapitel dazu gibt. Ein kompetenzorientierter Unterricht hilft anscheinend auch nicht weiter, wie erste Befunde zeigen.

Seit einigen Jahrzehnten begreifen sich Bibliothekare als Vermittler von Informationskompetenz. Hervorgegangen ist der Begriff aus der library instruction, der Einführung in die Bibliotheksbenutzung, und wurde auf die Informationssuche im Internet ausgeweitet. Er ist gekoppelt mit dem Slogan des „lebenslangen Lernens“ und hat auch eine Schnittstelle zur Bloomschen Taxonomie der Lernziele im kognitiven Bereich. Er beschäftigt Heerscharen von Wissenschaftlern. Sogar Informationskompetenzerwerbs- und -vermittlungsstrategien für den Kindergarten werden modelliert.

Jetzt ist er auch in Deutschland angekommen. Und steht so(gleich) in Bibliotheksgesetzen und in Vereinbarungen der Kultusminister mit dem Deutschen Bibliotheksverband.

Das Wichtigste sind m. E. die ersten Phasen der jeweiligen Modelle des Informationskompetenzerwerbs (IK): Das Erkennen des Informationsbedarfs, die Entwicklung einer Fragehaltung. Wer eine Fragehaltung verinnerlicht hat, wer nicht gleich alles glaubt, was in der Tagesschau, der Bildzeitung, der Treffermeldung steht, hat das Wesentliche des IK begriffen.

Wie unterrichtet man das? Weiterlesen

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„Wo Wikipedia auf Brockhaus trifft“: DIE ZEIT über Schulbibliotheken

Ein erfreulich kompetenter Bericht über Schulbibliotheken in Deutschland erscheint in der ZEIT Nr. 15 v. 8.4.2011, p. 72.

Burkhard Wetekam erwähnt funktionierende Beispiele wie Hamburg nach dem SPD/Grüne-Koalitionsvertrag und Frankfurt/M und kennt die temporäre Schulbibliothek auf der Leipziger Messe. Er nennt Faktoren, die die Entwicklung des Schulbibliothekswesens in Deutschland hemmen. Der modernen Schulbibliothek gibt er im Internetzeitalter durchaus eine Chance.

Schön, dass einmal ganzseitig in einer national verbreiteten Zeitung fundiert berichtet wird. Ich habe den Artikel lieber gelesen als den in der taz vor einem halben Jahr.

Nachtrag: Jetzt ist der Artikel auch online.

Wer vertritt eigentlich Schulbibliotheken?

Im Zusammenhang mit dem vorhergehenden posting wird mir wieder einmal bewusst, dass die Schulbibliotheken keine Interessenvertretung haben. Das fällt immer wieder auf, bei medienpädagogischen Kongressen, bei bildungspolitischen Aktionsbündnissen, bei Gesetzeshearings, bei Enquetekommissionen, bei Gutachte(r)n des Schavan-Ministeriums.

Ich weiß, es gibt Interessenverbände, die Schulbibliotheken immer mal wieder erwähnen. Aber wir haben z. B. beim Hearing zum hessischen Bibliotheksgesetz erlebt, dass außer der LAG niemand konkrete Vorschläge machte. Ein Bibliotheksverband beschränkte sich auf den lauwarmen Satz, man solle die Schulbibliotheken nicht vergessen, ein anderer plädierte dafür, diese aus dem Gesetz herauszulassen, schließlich werde Leseförderung und Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz vom Bildungspartner Bibliothek betrieben. Bei der Bundestags-Enquetekommission reichen Verbände dicke Papiere ein, posten und kommentieren auf den einschlägigen Webseiten. Ihr Interesse ist selten mit dem der Schulbibliotheken kongruent.

Das beste Beispiel ist der Deutsche Bibliotheksverband dbv, der die Interessen der öffentlichen Bibliotheken und ihrer Bibliothekare vertritt. Man will das Thema nicht aus der Hand geben. Man ist nicht sonderlich erbaut, wenn sich Lehrer engagieren und dem Thema Beachtung verschaffen. Man fährt, wie in den letzten Jahren zu beobachten war, einen Schlingerkurs. Bibliothekare (darunter auch ein Vorsitzender der dbv-Expertenkommssion „Bibliothek und Schule“) empfehlen, wie in Brandenburg und NRW geschehen, den Schulträgern, kein Geld für Schulbibliotheken auszugeben. Die Arbeitsgruppe, die den dbv-Vorstand berät, heißt nicht „Schulbibliothek“, sondern „Bibliothek und Schule“. Ich schätze einige Menschen darin sehr, aber objektiv betrachtet, muss sie einen Spagat hinlegen. Momentan erfreut sich das Standbein „Schulbibliothek“ in dieser Arbeitsgruppe wieder einmal großer Sympathien. Die Gruppe kann natürlich nicht auf oder außerhalb der Verbandsebene agieren, sie ist Beratungsgremium eines Verbandsvorstandes.

Dass man manchmal nicht recht zu erkennen vermag, wer zu wem in dem Beziehungsgeflecht Kommission, dbv-Vorstand, Bibliotheksdienstleister ekz gehört und wer wessen Flyer und Broschüren verteilt, macht die Sache nicht einfacher.

Eine unabhängige Institution wäre wünschenswert. Die Stiftung Lesen hat schon vor zwei Jahrzehnten abgewunken. In ihrem Stiftungsrat sitzen eben auch Verbände. In Bildungspolitik, Schulverwaltung und Erziehungswissenschaft scheint die Auffassung zu herrschen, dass die Schulbibliothek mit ihnen nichts zu tun hätte. Wenn wir mit den bildungspolitischen Sprecher/-innen der Parteien reden wollen, landen wir schon mal bei deren kultur- bzw. wissenschaftspolitischen Pendants, weil jene im Wort „Schulbibliothek“ nur „Bibliothek“ herausgelesen haben und dann unzuständig zu sein glauben. Wir wurden im Hessischen Landtag problemlos zum Bibliotheksgesetzhearing eingeladen, aber die Einladung zum wichtigeren Hearing für die Schulgesetznovelle kam, trotz Erinnerung, nicht.

Als kleiner regionaler Verband können wir das hier beklagte Defizit nicht aus der Welt schaffen. Wir haben immerhin erreicht, dass auch die Schulbibliothekstage im Kalender von schulmediothek.de aufgeführt werden, die nicht von Bibliotheksverbänden oder ihnen nahestehenden Einrichtungen veranstaltet werden.

Freudentänze zur Eröffnung einer Schulbibliothek

Wo hat man das schon mal? In einer Grundschule!

Bei der Gelegenheit: Wenn man Google-News mit dem Stichwort „Schulbibliothek“ durchsucht, kommt man aus dem Staunen  nicht mehr heraus. Deutschland scheint ein Schulbibliotheksparadies zu sein.

Zugegeben, in sehr vielen Nachrichten übergibt der Förderverein ein Buch oder die Schulbibliothek ist Veranstaltungsort für eine Bürgerversammlung oder einen Vortrag über Gesundheitserziehung.

(Das kenne ich: Kaum gibt es die Schulbibliothek, tagt darin der Personalrat, ein Elternabend oder hält eine Kollegin ihre Sprechstunde ab. Weil es der angenehmste und aufgeräumteste Raum der Schule ist. Auch wäre ich vor 20 Jahren nicht auf die Idee gekommen, aller Welt zu verkünden, dass ich in der Kreisbücherei wieder einmal ein Kiste voller Bücher als Blockausleihe geholt habe. Heute ist das ein Staatsakt, zu dessen Behufe ein Vertrag abgeschlossen wird und Schulleiter und Kulturdezernent sich im Blitzlichtgewitter der Regionalpresse die Hand geben.

Auch wenn es demnach nur in der Hälfte der Nachrichten wirklich um die Schulbibliothek geht, gewinnt man den Eindruck, dass jede Woche irgendwo eine neu eröffnet oder grundsaniert wird. Ein paar hübsche Ideen werden so auch publik.

Seit einem Vierteljahrhundert setze ich darauf, dass diese Quantität endlich in eine neue Qualität umschlägt.

Ich finde es nicht falsch, wenn man sieht, dass es weit mehr als die gebetsmühlenhaft behaupteten 10-15% Schulen mit Bibliothek/Mediathek gibt, sondern eher 40 bis 50%. Diesen Skandal finde ich viel schlimmer: In wahrscheinlich 15000 der etwa 35000 öff. Schulen gibt es (überwiegend) ehren- und nebenamtlich geführte Einrichtungen, die ein Schattendasein führen, von der Bildungspolitik i. d. R. negiert werden und eben kaum eine gesetzliche und institutionelle Regelung haben.

PISA und die Schulbibliotheken. Ein Nachruf

Als Lehrer und als Vater weiß ich: Man muss sich öfters wiederholen, wenn es hängen bleiben soll. Einmal sagen reicht nicht.

Hier ein weiteres Mal etwas zu „PISA und die Schulbibliotheken“. Allerdings auch zum  letzten Mal. (Habe ich mir fest vorgenommen.)

Leider hört auf mich keiner. Die Funktionäre des Bibliothekswesens schon gar nicht. Sie bedienen sich pädagogischen Vokabulars, ohne dabei immer den Wesenskern zu treffen. So war das schon beim „Spiralcurriculum“, so ist es bei PISA und bei Ganztagsschulen. Man bedient sich der Wörter, instrumentalisiert die Sache für seine Zwecke.

Das Interesse an Schule und Schulbibliothek hatten die Verbände verloren, als es im Gefolge Pichts und später des Bildungsratsgutachten nichts wurde mit 35000 Planstellen für Bibliothekare in Schulen.

Nun haben die Strategen der Bertelsmann-Stiftung vor einigen Jahren ein neues Drehbuch geschrieben, nach dem die öffentlichen Bibliotheken sich den Schulen als Bildungspartner anbieten sollen und früher oder später folgerichtig am Bildungshaushalt partizipieren sollen. Die Schulbibliothek steht dabei nicht mehr im Mittelpunkt. Daher findet man sie auch nicht oder nur als Beiwerk in Bibliotheksgesetzen und Kooperationsverträgen des dbv e.V. mit Landesregierungen. Für den Ausbau des Schulbibliothekswesens ist das fatal. Der Potsdamer Bibliotheksprofessor Hans Christoph Hobohm fordert denn auch bewundernswert klarsichtig „Schulbibliotheken statt Bibliotheksgesetzen“.

Argumentativ flankiert wird die „Bildungspartnerschaft Bibliothek und Schule“ und, falls unvermeidlich, die Forderung nach Schulbibliotheken, mit PISA. Nun sind Schulbibliotheken kein Topthema der Bildungspolitik. Daher schenkt man der tibetanischen Leier „Wegen PISA mehr Schulbibliotheken“ wenig Aufmerksamkeit. Zum Glück. Denn Sachsen und Thüringen sind bei PISA-E und Ländervergleichsstudie nicht besser geworden, weil sie in Schulbibliotheken investiert hätten. Zwischendurch hatte auch Brandenburg einmal in irgendeiner Untersuchung vorübergehend besser abgeschnitten, auch nicht dank des brandenburgischen Schulbibliothekswesens.

(Die Potsdamer Landesfachstelle glaubte, das Thema Schulbibliothek 2004 mit einer Protokollnotiz beerdigt zu haben. Man war sich mit einem Vertreter des Bildungsministeriums einig, vorrangig in die Kooperation Bibliothek und Schule zu „investieren“ und nicht in neue Schulbibliotheken.)

Südtirol hat vorbildliche Schulbibliotheken und schneidet bei PISA hervorragend ab  – besser sogar als Finnland. Die Wiesbadener Helene-Lange-Schule hatte das beste deutsche PISA-Ergebnis. Die charismatische ehemalige Direktorin Enja Riegel ist eine Gegnerin von Schulbibliotheken. (Sie fand, dass Schüler/innen draußen im Leben lernen sollten, also auch in die öB gehen sollten und nicht in die Schulbibliothek. Wir hatten Glück, dass sie nicht Kultusministerin oder Staatssekretärin wurde, was ihr Ziel war.) Auch die Gesamtschule an meinem früheren Wohnort sagte von sich, sie hätte ein hervorragendes PISA-Ergebnis und der „Focus“ zählte sie einmal zu den 100 besten deutschen Schulen. (Meine Tochter hatte den Schulleiter als Fachlehrer in einem Hauptfach. Nun ja, ein guter Schulleiter muss ja nicht auch ein guter Lehrer sein.) Auch diese Schule, als einzige im Landkreis, hatte keine Schulbibliothek. Erst jetzt, seit sie auf dem Weg zum Gymnasium ein gutes Stück weitergekommen ist, hat sie eine Oberstufenarbeitsbücherei – eben nur für Oberstufenschüler.

In Südtirol gibt es einige andere Faktoren, die sehr plausibel sind (soziokulturell, vor allem sprachlich homogene Bevölkerungsstruktur). Was meiner Bewunderung für das Schulbibliothekswesen im deutschsprachigen Südtirol keinen Abbruch tut.

Eine Erklärung für das gute Abschneiden gibt Rudolf Meraner vom Pädagogischen Institut Bozen: Die Lehrer würden von Anfang an mit einer heterogenen Gruppe von Schülern konfrontiert. Es sei kaum möglich, Schüler abzuschieben. Die Lehrer müssten mit allen Kindern arbeiten. Dies sei ein entscheidender Punkt, da die Lehrer herausfinden müssten, welche Lern-Settings sie anwenden, um weder zu über- noch zu unterfordern. (Quelle: „Der Standard„, Wien)

Im Falle Finnlands hat es sich wohl herumgesprochen, dass es keineswegs ein flächendeckendes hervorragendes Schulbibliothekswesen gibt, wenn auch gute öffentliche Bibliotheken. Dass ihre Schulen so gut bei PISA abschneiden, verwundert die Finnen. Wer es kann, schickt seine Kinder auf die deutsche Schule in Helsinki, die nach deutschen Lehrplänen unterrichtet und das deutsche Abitur vergibt.

Shanghai liegt in China und China gibt vergleichsweise sehr viel Geld für Lehrerbildung aus.

In Südkorea liefern Eltern manchmal die Hälfte ihres Einkommens in den 70000(!) Nachhilfeeinrichtungen ab, weil sie das staatliche Schulwesen für schlecht halten. Das beschränkt sich nicht nur auf die obere Mittelschicht. Südkorea ist nicht nur in Lesekompetenz führend, sondern auch in der Selbstmordrate von Jugendlichen. Die Geburtenrate nimmt ab, weil die jungen Ehepaare die hohen privaten Bildungsausgaben scheuen.

Wenn ich die Ergebnisse der USA-Studien („Colorado“ usw.), die einen Zusammenhang zwischen guten Schulbibliotheken und gutem Abschneiden in nationalen Tests belegen – zitiere, verweisen Kollegen unbeeindruckt auf das Abschneiden der USA bei PISA.

Bei den Erklärungsversuchen für gute Schülerleistungen tappen Forscher/innen und Bildungspolitiker/innen im Dunkeln. Und machen sich teilweise lächerlich. Die einen messen und vergleichen, vergleichen und messen, die anderen starten jeden Monat ein neues bildungspolitisches Projekt. Rührend hier im  Osten: Das angeblich gute Fundament der DDR-Schule für die Erfolge Thüringens und Sachsens anzuführen. Wo liegen eigentlich Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern?

Am überzeugendsten ist der Zusammenhang von Schulerfolg und Elternhaus.

Kurz gesagt, vergesst „PISA und die Schulbibliotheken“! Schulbibliotheken sind auch ohne die ständige Berufung auf PISA berechtigt, richtig und wichtig. Diese Sichtweise sollte man durch geeignete Projekte und Untersuchungen befördern. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Definition von Lesekompetenz bei PISA nicht unumstritten ist. Sie umfasst weit weniger als Leseforschung und Lehrpläne darunter verstehen.

Als die Bertelsmann-Stiftung Kultusministerien ihr millionenschweres Projekt „Zusammenarbeit Bibliothek und Schule“ vorstellte und Kooperation statt Kritik erwartete (Zwei Lehrer pro kooperierender Schule sollten regelmäßig – mehrere(?) Jahre – in einer Projektgruppe der Stadtbücherei mitarbeiten), plädierten die Vertreter Sachsens und Hessens vorsichtig für Projekte für Schulbibliotheken.

Das Ergebnis des Projektes: Hochglanzbroschüren, in denen „kreative“ Bibliotheksführungen und -rallyes vorgestellt wurden.

Zusammenarbeit Lehrer und Bibliothekar

Nicht: Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule.

Beim Kampf um Ordnung auf meinen Festplatten stoße ich auf den Inhalt einer CD-ROM: „Teaching Information Skills” der Australian School Library Association von 1997

CD IK AU

Auf ihr wird anhand von 12 Unterrichtsbeispielen detailliert aufgezeigt, wie Lehrer und Teacher-Librarian bei der Planung und Durchführung von Unterricht in jeder Phase des Rechercheprozesses zusammenarbeiten.

Die CD hat maßgeblich mein Verständnis von Zusammenarbeit und überhaupt von Schulbibliothek geprägt.

Der Weg der engen Zusammenarbeit von Fachlehrkraft und Bibliothekslehrkraft wurde in der angelsächsischen Welt seit damals weiter beschritten und erforscht:

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Neuer Kurs für Medienpartnerschaft Bibliothek und Schule?

In Nordrhein-Westfalen spricht die Bertelsmann-Stiftung in der Bildungspolitik ein Wort mit. Weniger vorsichtig ausgedrückt: Was in Gütersloh ausgedacht wird, setzt die Landesregierung um. So war das auch mit der Medienpartnerschaft „Bibliothek und Schule“. Wenigstens einen neuen Namen durfte das Land kreieren: „NRW-Bildungspartnerschaft Bibliothek und Schule“.

Entsprechend der Reihenfolge im Projektnamen ging es vor allem um eine Aufgabenverlagerung von der Schule in die öffentliche Bibliothek und deren Stärkung durch Haushaltsmittel aus dem Kultushaushalt. Schulträger erhielten die frohe Botschaft, dass sie die Schulbibliothek einsparen könnten. So las es sich in den Bertelsmann-Broschüren, so verkündeten es Schulbibliotheksexperten(!) auf Tagungen.

Siehe im Blog hier und hier!

Jetzt legt der Landtag in Düsselsdorf ein Papier vor: „Das öffentliche Bibliothekswesen in NRW“ .

Darin geht es neben einer Bestandsaufnahme um die zukünftige Entwicklung. Die öffentlichen Bibliotheken sollen kundenorientierter werden, mit längeren Öffnungszeiten und mehr Service. Sie sollen Lernort für Erwachsene werden, mit Gruppenarbeitsräumen, individuellen, ungestörten Arbeits- und Leseplätzen u.a.m. Sie sollen für Erwachsene das werden, was gute Schulbibliotheken weltweit für Schüler/innen sind: Lern-, Kultur- und Kommunikationszentren.

Noch einmal wird bekräftigt, dass das Bildunspartnerschaftsprojekt ein voller Erfolg war:  Es werde in 100 Kommunen „nachhaltig“ umgesetzt. Die Projektergebnisse seien bibliothekarisches Standardwissen (p 5).

Auf Seite 9 geht es wieder um Schule:

Die Ganztagsschule mache die „bibliothekarische Versorgung“ innerhalb der Schule immer wichtiger. Auch für die Gestaltung der freien Zeiten zwischen dem Unterricht sei eine Bibliothek in der Schule wichtig.
Es müssten also neue Formen der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Bibliothek und Schulbibliothek(!) entwickelt werden.

Man kann wieder über Schulbibliotheken reden. Vielleicht wird sogar die Stiftung mit einem neuen Projekt (wieder) Vorkämpferin für Schulbibliotheken werden?

Lieber NRW-Landtagspräsident, schicke das Papier doch bitte an den hessischen dbv-Landesvorsitzenden und CDU-Landtagsabgeordneten Lenz. Uns hat er es ja nie geglaubt. Und auch an Ministerpräsident Platzeck in Brandenburg, der der Ansicht ist, Kooperationsverträge erübrigten ein Schulbibliothekswesen.

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