Archiv der Kategorie: Bestandsaufbau

Nachruhm für das Bücherschränkchenprojekt

Die LAG hatte keine Einwände, als im Kultusministerium entschieden wurde, nach zwanzig Jahren die finanzielle Unterstützung für das Projekt “Die Bibliothek in der Kiste” einzustellen. Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. Es gab eine gute Bilanz; wir wollten es gar nicht auf Dauer betreiben, obschon wir uns hätten vorstellen können, dass es hauptamtlich etwa von der in Hessen seit sechs Jahren für Schulbibliotheken zuständigen Landesbüchereifachstelle fortgeführt worden wäre. Man verfügt dort nicht zuletzt über 27 Lehrerstunden und hat sogar Kapazitäten, um in anderen Bundesländern über Schulbibliothekssoftware zu informieren.

Ampelmännchen 002

Kaum ist das Projekt “beerdigt”, passiert dies:

  • Auf der Geschichtsmesse der Stiftung Aufarbeitung in Suhl konnte ich die Medienbox “Ampelmännchen und Todesschüsse” vorstellen. Neben all den dort präsentierten, beeindruckenden Projekten zur Aufarbeitung der untergegangenen DDR ist die Bücher- und Medienkiste gewiss ein Aschenputtel. Ob die Botschaft angekommen ist, dass sie ein pragmatisches, alltagstaugliches, jederzeit einsetzbares Medium ist, sozusagen der Mindestlohn beim Thema “DDR im Unterricht”?
  • Im Hessischen Landtag muss es eine Kleine Anfrage zur Einstellung des Projekts gegeben haben, denn das Ministerium bat darum, doch die Bücherlisten (noch einmal – nach slideshare.net jetzt auch auf schulbibliotheken.de) online zu stellen. Über diese Aufmerksamkeit im politischen Raum haben wir uns gefreut; wir versichern, dass die LAG mit dieser Anfrage nichts zu tun hat!
  • “Lesen in Deutschland” verlinkt zu den Bücherlisten

Königs Erläuterungen: Bange-Verlag räumt die Lager

Der Bange-Verlag bietet wieder eine Aktion für Schulbibliotheken an:

„Königs Erläuterungen“ – die Interpretationshilfen-Reihe des Verlages wird als gemischtes Paket mit 50 Titeln für 10 € ( inkl. Versandkosten) verschickt. Die Zusammenstellung der Titel erfolgt durch den Verlag. Pro Schule kann nur ein Paket bestellt werden.

Wer sich eines der Buchpakete für seine/ihre Schulbibliothek sichern will, sendet eine E-Mail an service@bange-verlag.de mit Angabe der Schule, Schulbibliothek und der/des zuständigen Lehrer/-in.

Dossier “Deutsche Verhältnisse. Eine Sozialkunde”

Ein umfangreiches Dossier “Deutsche Verhältnisse. Eine Sozialkunde” veröffentlicht die Bundeszentrale für politische Bildung. Es basiert auf dem von Stefan Hradil herausgegebenen gleichnamigen Buch. Es bietet Basisartikel zu politischen Grundbegriffen wie Sozialstaat, Bildung, Migration, Arbeitswelt, Regierungssystem, Parteien, innere Sicherheit u. a.

Die Online-Veröffentlichung enthält die Überblicksartikel und ergänzt diese um weitere Materialien, Schaubilder und Literaturhinweise, die aktuell gehalten werden sollen.

Dies ist eine zeitgemäße Form der Veröffentlichung. In Schulbibliotheken sollte das Dossier erfasst sein und die Politiklehrer sollten das wissen.

Eine umfassende “Sozialkunde” der Bundesrepublik Deutschland wurde zuletzt von Claessens/Klönne/Tschoepe 1985  veröffentlicht. Dabei handelte es sich um die aktualisierte Ausgabe eines Buches, das schon 1965 geschrieben wurde. In den 70ern gab es m. E. ein ähnliches Werk von Prof. Thomas Ellwein.

Komfortable eBook-Ausleihe für Schulbibliotheken. In USA

Stell´ Dir vor…! Ein paar mal haben wir darüber diskutiert, es schien aber das Problem von übermorgen zu sein: Ebooks in deutschen Schulbibliotheken. Ohne das komplizierte Rechtemanagement, ohne bei den Internetkonzernen “kaufen” zu müssen, ohne sich in der öB in eine Warteliste eintragen zu müssen.

Für US-Schulen gibt es jetzt das Start-Up-Unternehmen Brain Hive. Es bietet zzt. ca. 3000 elektronische Kinder- und Jugendbücher an. 20 Schulen beteiligen sich  an der Erprobung, im August soll es losgehen. Die Schule registriert sich, die eBooks können in den OPAC übernommen werden. Die Schüler erhalten online Zugang entweder in der Schule oder überall. Die Schule legt ein Konto bei Brain Hive an, von dem abgebucht wird. Die Ausleihgebühr beträgt 1 Dollar. Die Verlage Gecko, Lerner, Random House u. a. sind dabei. Sie erhalten einen Teil der Leihgebühr.

Stell Dir vor, … was das für den Leseclub bedeuten kann, für die Klassenlektüre, für Empfehlungslisten, für den Bestandsaufbau…

Die Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung

ist eine Fundgrube für historisch-politische Bild- und Tondokumente. Vieles davon darf gedownloadet werden. (Siehe den Hinweis zu Videoclips zur “Wende” in Ostdeutschland.)

Man könnte die Materialien als Ergänzung zum Buchbestand im OPAC erfassen.

Perlen im Netz

Gerade mache ich wieder einen Anlauf, veraltete Materialien auszusortieren. Bei Büchern haben ich weniger Probleme wegzuwerfen. Für vergilbte, aus dem Leim gehende Taschenbücher  gibt es Neuauflagen, falls notwendig. Manches Zeitgebundene ist Staubfänger geworden. Nur die legendäre suhrkamp-Brecht-Paperback-Ausgabe steht noch im Regal. Die, die gleich nach dem Kauf zur Loseblatt-Sammlung geworden war, weil Suhrkamp beim Binden unprofessionell war. Kulanz war für den Verlag ein Fremdwort.

Dagegen hebe ich alles auf, was mich an Lehrgänge, Tagungen und Workshops erinnert. Z. B.  die Workshops zu “Lernen mit dem Internet: Eine Aufgabe für Schulbibliotheken” von 1997,die Lehrgänge für die Bibliotheksmütter: “Wie suche ich mit Altavista?” von 1998, das Seminar für das dbi-Schulbibliotheksbüro über Suchmaschinen in Stuttgart 1998. Medienpädagogische Kongresse der Stiftung Lesen, ARION-Lehrgänge… Schön war die Zeit! Aber ewig aufheben?

Zum Altpapierhaufen wandert auch eine Broschüre der Bundeszentrale für politische Bildung aus dem Jahr 2009. Sie präsentiert ausgewählte Internetseiten für Schule und Unterricht. Auf die will ich hier noch ein wenig eingehen. Als Broschüre ist sie vergriffen. Es gibt sie aber im Internet. Vielleicht lohnt die eine oder andere Seite für den Schulbibliotheks-OPAC. Manches ist brav didaktisch, es geht vor allem um Politikvermittlung, aber die eine oder andere Seite lohnt, z. B. lastexitflucht.org von UNHCR. Es gibt auch Arbeitsblätter, für die ich aber nicht die Hand ins Feuer lege. Für die eigene Klasse muss man das immer adaptieren.

Kataloge veralten schnell. Man geht gleich ins Netz. Aber ich habe als Lehrer kein Problem damit, den Schülern zu sagen: “Gehe auf die und die Webseite, da findest Du…” Lernzeit ist zu kostbar, als dass sie mit endlosem Suchen und Surfen verbracht werden sollte. Perlen sollten im OPAC stehen