Archiv der Kategorie: Bestandsaufbau

KJL zum Ersten Weltkrieg

Das Mammut-Gedenkjahr 2014 wirft seinen Schatten: Ich werde nach Kinder- und Jugendbüchern zum Ersten Weltkrieg gefragt.

Wie es sich gehört, vorweg etwas für die Hand des Lehrers: Das Heft 108 von Geschichte lernen aus dem Jahr 2005(?). Vielleicht ist es noch in einer Schulbibliothek oder einem Fachschaftsschrank vorhanden. Über subito kann man Aufsätze daraus bestellen. Beim Verlag ist das Heft vergriffen. Weiterlesen

Schulbibliotheksbestand vs. Informationskompetenz?

An dem Satz Aufbau eines Buch- und Medienangebotes, das den Unterricht nachhaltig unterstützen kann” aus dem Beitrag über das Reformprojekt in der Schweizer Schulbibliothek Waldenburgertal bin ich hängengeblieben. Fordern wir da nicht Widersprüchliches?

Auf der einen Seite einen gut organisierten Buch- und Medienbestand, der altersangemessen ist, am Curriculum orientiert, dem Schulprofil entsprechend (Europa, MINT, Naturschutz, antirassistisch, musisch-künstlerisch) und aktuell.

Andererseits sollen die Schüler/-innen informationskompetent sein, womit gemeint ist, dass sie selbst suchen, finden, Quellen bewerten – und eben nicht auf einen geeigneten Handapparat, den ihnen die Bibliothekslehrerin bereitstellt, zurückgreifen sollen. Informationskompetent sein meint vorrangig, Informationstechnologie kompetent nutzen, also Suchmaschinen, nicht nur Google, sondern auch akademische Plattformen, digitale Zeitungsarchive, Online-Datenbanken. Vielleicht auch ein Buch aus der Stadtbibliothek besorgen oder sich im Naturkundemuseum informieren.

Wenn ich das zu Ende denke, heißt das doch, die Schule braucht keinen kenntnisreich zusammengestellten Bestand mehr. Sie braucht Rechercheterminals, Zugang zu online-Datenbanken und eine Recherchebibliothekarin, die den Schülern bei größeren und kleineren Recherchen hilfreich zur Seite steht, wenn es schon die Fachlehrer  – angeblich – nicht können.

Oder gibt es einen Mittelweg? Wie sähe der aus?

Vielleicht sollte die Luft aus den IK-Curricula der Informationswissenschaftler herausgelassen werden. So schlecht waren die alten Tugenden nicht: Bücher an die Hand geben, helfen beim Herausschreiben und mit Wiedergeben mit eigenen Worten, erklären, was ein Referat ist, Vortragstipps geben. Schon vor der Erfindung von Standards zur Informationskompetenzvermittlung gab es Einführungen in die Bibliotheksnutzung und wurden Handapparate zusammengestellt.

Es gab die Wettbewerbe, bei denen größere Recherchen durchgeführt werden mussten: Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten, die Schülerwettbewerbe zur politischen Bildung, im Geschichts- und Politikunterricht wurden Wandzeitungen (Lernplakate) angefertigt, mit Referaten wurden die Klassenfahrten ins geteilte Berlin, ins Anne-Frank-Haus in Amsterdam vorbereitet, heimatkundliche “Forschung” wurde betrieben, in jedem besseren Geschichtsbuch gab es Anregungen. In Geographie wurden “Länderberichte” angefertigt. Zugegeben: “Flächendeckend” verbreitet war das sicher nicht. Nicht alle Lehrer fühlten sich verpflichtet, beizubringen, wie man ein Referat anfertigt. Aber da, wo es stattfand: Ohne Kenntnis der Theorien und Modelle der Vermittlung von Informationskompetenz. Kaum zu glauben!

Back to the roots! Das Wichtigste im Rechercheprozess ist nicht das kompetente Googeln. Es ist das Exzerpieren und Organisieren der gefundenen Informationen, ihre Wiedergabe mit eigenen Worten sowie das Schreiben und Vortragen eines verständlichen, anregenden, übersichtlichen Berichts.

Nachruhm für das Bücherschränkchenprojekt

Die LAG hatte keine Einwände, als im Kultusministerium entschieden wurde, nach zwanzig Jahren die finanzielle Unterstützung für das Projekt “Die Bibliothek in der Kiste” einzustellen. Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. Es gab eine gute Bilanz; wir wollten es gar nicht auf Dauer betreiben, obschon wir uns hätten vorstellen können, dass es hauptamtlich etwa von der in Hessen seit sechs Jahren für Schulbibliotheken zuständigen Landesbüchereifachstelle fortgeführt worden wäre. Man verfügt dort nicht zuletzt über 27 Lehrerstunden und hat sogar Kapazitäten, um in anderen Bundesländern über Schulbibliothekssoftware zu informieren.

Ampelmännchen 002

Kaum ist das Projekt “beerdigt”, passiert dies:

  • Auf der Geschichtsmesse der Stiftung Aufarbeitung in Suhl konnte ich die Medienbox “Ampelmännchen und Todesschüsse” vorstellen. Neben all den dort präsentierten, beeindruckenden Projekten zur Aufarbeitung der untergegangenen DDR ist die Bücher- und Medienkiste gewiss ein Aschenputtel. Ob die Botschaft angekommen ist, dass sie ein pragmatisches, alltagstaugliches, jederzeit einsetzbares Medium ist, sozusagen der Mindestlohn beim Thema “DDR im Unterricht”?
  • Im Hessischen Landtag muss es eine Kleine Anfrage zur Einstellung des Projekts gegeben haben, denn das Ministerium bat darum, doch die Bücherlisten (noch einmal – nach slideshare.net jetzt auch auf schulbibliotheken.de) online zu stellen. Über diese Aufmerksamkeit im politischen Raum haben wir uns gefreut; wir versichern, dass die LAG mit dieser Anfrage nichts zu tun hat!
  • “Lesen in Deutschland” verlinkt zu den Bücherlisten

Königs Erläuterungen: Bange-Verlag räumt die Lager

Der Bange-Verlag bietet wieder eine Aktion für Schulbibliotheken an:

„Königs Erläuterungen“ – die Interpretationshilfen-Reihe des Verlages wird als gemischtes Paket mit 50 Titeln für 10 € ( inkl. Versandkosten) verschickt. Die Zusammenstellung der Titel erfolgt durch den Verlag. Pro Schule kann nur ein Paket bestellt werden.

Wer sich eines der Buchpakete für seine/ihre Schulbibliothek sichern will, sendet eine E-Mail an service@bange-verlag.de mit Angabe der Schule, Schulbibliothek und der/des zuständigen Lehrer/-in.

Dossier “Deutsche Verhältnisse. Eine Sozialkunde”

Ein umfangreiches Dossier “Deutsche Verhältnisse. Eine Sozialkunde” veröffentlicht die Bundeszentrale für politische Bildung. Es basiert auf dem von Stefan Hradil herausgegebenen gleichnamigen Buch. Es bietet Basisartikel zu politischen Grundbegriffen wie Sozialstaat, Bildung, Migration, Arbeitswelt, Regierungssystem, Parteien, innere Sicherheit u. a.

Die Online-Veröffentlichung enthält die Überblicksartikel und ergänzt diese um weitere Materialien, Schaubilder und Literaturhinweise, die aktuell gehalten werden sollen.

Dies ist eine zeitgemäße Form der Veröffentlichung. In Schulbibliotheken sollte das Dossier erfasst sein und die Politiklehrer sollten das wissen.

Eine umfassende “Sozialkunde” der Bundesrepublik Deutschland wurde zuletzt von Claessens/Klönne/Tschoepe 1985  veröffentlicht. Dabei handelte es sich um die aktualisierte Ausgabe eines Buches, das schon 1965 geschrieben wurde. In den 70ern gab es m. E. ein ähnliches Werk von Prof. Thomas Ellwein.

Komfortable eBook-Ausleihe für Schulbibliotheken. In USA

Stell´ Dir vor…! Ein paar mal haben wir darüber diskutiert, es schien aber das Problem von übermorgen zu sein: E-Books in deutschen Schulbibliotheken. Ohne das komplizierte Rechtemanagement, ohne bei den Internetkonzernen “kaufen” zu müssen, ohne sich in der öB in eine Warteliste eintragen zu müssen.

Für US-Schulen gibt es jetzt das Start-Up-Unternehmen Brain Hive. Es bietet zzt. ca. 3000 elektronische Kinder- und Jugendbücher an. 20 Schulen beteiligen sich  an der Erprobung, im August soll es losgehen. Die Schule registriert sich, die eBooks können in den OPAC übernommen werden. Die Schüler erhalten online Zugang entweder in der Schule oder überall. Die Schule legt ein Konto bei Brain Hive an, von dem abgebucht wird. Die Ausleihgebühr beträgt 1 Dollar. Die Verlage Gecko, Lerner, Random House u. a. sind dabei. Sie erhalten einen Teil der Leihgebühr.

Stell Dir vor, … was das für den Leseclub bedeuten kann, für die Klassenlektüre, für Empfehlungslisten, für den Bestandsaufbau…

Die Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung

ist eine Fundgrube für historisch-politische Bild- und Tondokumente. Vieles davon darf gedownloadet werden. (Siehe den Hinweis zu Videoclips zur “Wende” in Ostdeutschland.)

Man könnte die Materialien als Ergänzung zum Buchbestand im OPAC erfassen.