Vererbung und Schulerfolg

Eine politisch völlig unkorrekte Studie haben Rimfeld, Kaili, Kovas, Yulia, Dale, Philip S. & Plomin, Robert (2015) mit Pleiotropy Across Academic Subjects at the End of Compulsory Education. Scientific Reports 5 (Article Nr. 11713) vorgelegt.

Sie untersuchten die Daten von ca. 12.000 ein- und zweieiigen Zwillingen und deren Ergebnisse  bei der GCSE-Prüfung zum Abschluss des 10 Schuljahres.

In Zwillingsstudien wird davon ausgegangenen, dass die genetische Ausstattung bei Zwillingen ähnlich oder identisch ist. Abweichungen in den Prüfungsleistungen der einzelnen Fächer und der allgemeinen Intelligenz werden dann auf Umwelteinflüsse (häusliche Umgebung, schulischer Einfluss und andere soziale Faktoren) zurückgeführt.

Ihr Befund:

Unterschiede in den Ergebnissen der geprüften Schulfächer und der allgemeinen Intelligenz beruhen zu 54 – 65% auf vererbten Genen. Die geerbten Anlagen seien demnach die wichtigsten Faktoren für die schulische Leistung.

Wobei übrigens die Leistungen in den Fächern jeweils ähnlich wären. Wer in einem Fach gut ist, ist es auch in den anderen. Die verbreitete (deutsche) Annahme, gute Leistungen in den Sprachen schlössen eine gute Mathematiknote aus, bestätigte sich nicht.

„Mit anderen Worten“, so schließt Martin Klein, der Blogger von Science Files, „Unterschiede in der DNS zwischen den von Rimfeld et al. untersuchten Zwillingen erklären den schulischen Erfolg besser als Unterschiede im sozialen oder im schulischen Umfeld.“

Update 31.1.16: In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) werden gleich vier Studien zitiert, die nachweisen, dass es keineswegs die genetische und sozialisierende Rolle des Elternhauses ist, die den größten Einfluss darauf hat, ob man später viel oder wenig Geld verdient.Das Elternhaus habe zwar einen großen Einfluss auf den Erfolg der Kindern, aber nicht unbegrenzt. Für einen großen Teil sei jeder selbst verantwortlich.

(FAS v. 31.1.16, p 21, „Wieviel Ungleicheit wollen wir?“)

Allerdings: Die Fragestellung ist unterschiedlich: einmal geht es um Schulleistungen, dann aber um die Einkommenshöhe.

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