Warum das achtjährige Gymnasium eingeführt wurde

Es gab keine pädagogischen Gründe für die Verkürzung der gymnasialen Schuldauer. Begründet wurde sie mit im internationalen Vergleich zu alten Gymnasiasten und Studenten. Das wäre ein ökonomischer Nachteil.

(Übersehen wurde dabei die frühere Einschulung in Frankreich und damit auch, dass die in PISA gemessenen Schüler ein Schuljahr mehr als die Deutschen hatten.)

Eine Folge der unpädagogischen Verkürzung sind krude Lehrpläne. So lassen sich Geschichtslehrpläne für G8 finden, in denen mehr Zeit für die Unterrichtung über den Alltag im Alten Rom vorgesehen ist als für den Holocaust.

Angefangen mit der Verkürzung hatten übrigens die Nationalsozialisten. Sie verfügten die Verkürzung 1936 und hatten damit 1938 zwei Abiturjahrgänge und gewannen auf einen Schlag doppelt so viele Offizieranwärter wie früher. (Steht so in Wikipedia)

Die Sozialisten in der DDR blieben bei der zwölfjährigen Schuldauer. Die Erweiterte Oberstufe (EOS) begann in Klasse 9 und dauerte vier Jahre. 1965 wurde das Einheitsschulwesen forciert durchgsetzt, statt 8+4 hieß es jetzt 10+2. Schon ein Jahr später(!) wurden EOS-Vorbereitungsklassen (=9 und 10) eingeführt.

In Westdeutschland galten wieder neun Schulbesuchsjahre. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde dann in fast allen Bundesländern G8 eingeführt. Bis 2010 kehrten fast alle wieder zu G9 zurück.

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