Schulbibliotheken in Luxemburg

„Kooperationen und Systemstrukturen in luxemburgischen Sekundarschulbibliotheken: nationale Entwicklung und internationaler Vergleich“ heißt die Studie, die Bernard Linster über Schulbibliotheken in Luxemburg geschrieben hat. Der anspruchsvolle, lange Titel sollte niemanden abschrecken. Es ist ein lesenswerter, knapper Text entstanden, in dem alles aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Schulbibliotheken zur Sprache kommt, was auch in Deutschland diskutiert werden sollte.

Schon der historische Rückblick ist spannend, gab es doch schon im 19. Jahrhundert Zusammenarbeit zwischen Schul- und öffentlichen Bibliotheken, aber auch wieder die Trennung.

Obwohl Luxemburg im Schulbibliothekswesen fortgeschrittener ist als Deutschland und etwa alle Sekundarschulen eine Schulbibliothek haben, sogar Planstellen für Lehrer-Bibliothekare vorhanden sind und das Schulgesetz auch etwas zu den Schulbibliotheken sagt, bleiben Defizite, z. B. die fehlende Ausbildung für die Lehrer-Bibliothekare und detailliertere rechtliche Vorgaben. Die Erwähnung im Schulgesetz reicht nicht.

Bernard Linster erörtert auch die Probleme der Interessenvertretung – innerhalb eines Bibliothekarsverbandes oder eigenständig? – und die Ansätze zur Kooperation zwischen Schulbibliotheken und die Schaffung von Überörtlichen Unterstützungszentren. Ihm fehlen auch Nutzungskonzepte für Schulbibliotheken und Aufgabenbeschreibungen für Schulbibliothekare. Linster beklagt, dass die Schulbibliotheken weitgehend sich selbst überlassen sind und es keine nationale Orientierung oder gar Vision gäbe.

Dennoch bleibt festzuhalten, dass Luxemburg schon jetzt besser dasteht als Deutschland. die Studie könnte helfen zu erkennen, wo man hierzulande ansetzen müsste und welche Sackgassen man verlassen müsste.

Einen interessanten Gedanken zitiere ich wörtlich:

„Genauso wenig wie ein Lehrer eigene Lehrstoffe bestimmen kann, sollten auch Schulbibliothekare nicht ohne ein eigenes Curriculum sein. Regelmäßig überprüfte und angepasste Richtlinien bieten dem Bibliothekar so einen festen Rahmen in dem er nach eigenem Ermessen den lokalen Gegebenheiten entsprechend wirken kann. Genauso wenig wie ein Lehrer eigene Lehrstoffe bestimmen kann, sollten auch Schulbibliothekare nicht ohne ein eigenes Curriculum sein. Regelmäßig überprüfte und angepasste Richtlinien bieten dem Bibliothekar so einen festen Rahmen, in dem er nach eigenem Ermessen den lokalen Gegebenheiten entsprechend wirken kann.“ (Im pdf Seite 80)

(Wobei ich unter Curriculum nur zum geringsten Teil bibliothekskundliche Lehrgänge und Benutzerschulungen verstehe, sondern vor allem Aktivitäten, die die Bibliothek in den Fachunterricht integrieren.)

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2 Gedanken zu „Schulbibliotheken in Luxemburg

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