Tipps für die multimediale Schulbibliothek

Es redet sich leicht über die multimediale Schulbibliothek. Aber sowohl von den ehrenamtlich tätigen Eltern als auch von den nebenamtlich aktiven Bibliothekslehrern und von hauptamtlichen Bibliothekarinnen gibt es Einwände. Die lauten:

„Dafür bin ich nicht ausgebildet.“ „Dafür fehlt mir Zeit.“ „Ich sorge lieber dafür, dass gute Bücher gelesen werden.“

Die Einwände sind ernst zu nehmen. Die Crux bei deutschen Schulbibliotheken ist ja, dass es für ihre Leitung keine spezielle Ausbildung und keine entsprechenden Stellen gibt. Den engagierten Eltern kann man es nicht verdenken, dass sie keine medienpädagogische Weiterbildung anstreben, das Zeitbudget für die Bibliothekslehrer ist knapp, sowohl dort, wo sie eine gewisse Stundenanrechnung bekommen, wie etwa in Österreich, als auch in Deutschland, wo es selten zu mehr als der symbolischen einen Stunde reicht.

Eine für Schulbibliotheken notwendige Ausbildung, die Kenntnisse vom schulischen Lernen und Unterrichten und medienpädagogische und -technische Kenntnisse beinhaltet, gibt es m. W. auch in der deutschen Bibliothekarsausbildung nicht. Also können das die wenigen Berufsbibliothekare in Schulbibliotheken im Prinzip auch nicht, es sei denn sie bilden sich individuell weiter.

Dennoch sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass sich auch die Schulbibliothek im digitalen Zeitalter ändern muss. Nach allem, was man bisher weiß, werden Lesen und gedruckte Bücher dennoch nicht aussterben.

Dort, wo es hochprofessionelle Medienwerkstätten gibt, wie etwa YouMedia in Chicago, spielen Bücher als Ausgangspunkt für multimediale Projekte eine wesentliche Rolle, auch die Ausleihe von gedruckten Büchern ging nicht zurück, eher war des Gegenteil der Fall.

Für die ca. 1.500 hessischen „Schulbibliotheken von unten“, die es offiziell nicht gibt, hieße das, über die vom Kultusministerium vertraglich mit dem dbv e. V. vereinbarte „Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule“ um medienpädagogische und medientechnische Unterstützung bei den öffentlichen Bibliotheken anzusuchen.

Meine Tipps für Barfußbibliotheken: Experten einspannen! Es gibt im Kollegium, in der Elternschaft oder in der Gemeinde immer Menschen, die wissen, wie man Fotos bearbeitet, einen Film digital schneidet, digital Musik aufnimmt. Die kann man für eine AG, die Projektwoche, einen Nachmittag in die Schulbibliothek einladen. Man kann einen Werbeclip für ein Buch aufnehmen, einen Fotoroman „schreiben“, eine digitale Geschichten- oder Gedichtillustrierte basteln. Und wenn irgendwann traut man sich dann auch das eine oder andere selbst anzubieten.

In dieser Broschüre gibt es gute Ideen und vor allem Hinweise auf nützliche kleine Apps und Software. (Dass es sich um Empfehlungen für die Nutzung von Tablets in Kitas handelt, muss man in Kauf nehmen.)

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