Geheime Schulforschung?

Nein, es geht nicht um NSA und BND. Es geht um BW, um die Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg (BW). In der Gemeinschaftsschule, einem rotgrünen Projekt, werden die Kinder in den Klassen 1 – 10 in heterogenen Lerngruppen (Motto: „Vielfalt macht schlauer“) unterrichtet, Es gibt keine äußere Differenzierung (Trennung nach Leistung in einzelnen Fächern), kein Sitzenbleiben. Ziffernnoten gibt es erst in den Abschlussklassen. die Lehrer sind „Lernbegleiter“. Die Schüler arbeiten vor allem im Wochenplanstil ihre Lernpakete ab.

Jetzt gab das Kultusministerium eine Studie in Auftrag, die die Schulen evaluieren sollte. Nun liegen erste Ergebnisse einzelner Schulen vor. Die Bildungsredakteurin der FAZ, Heike Schmoll, entschiedene Gegnerin von Nivellierung des gegliederten Schulwesens, hält das Ergebnis der Untersuchung einer der renomiertesten Modell-Gemeinschaftsschulen, Pilgerstätte für Lehrerkollegien, in Händen. Sie behauptet, das Ministerium würde die Studie unter Verschluss halten, weil sie grottenschlecht ausgefallen sei.

Nun protestieren die Erziehungswissenschaftler aus den Pädagogischen Hochschulen des Landes entschieden:  Das Ministerium würde nichts wegschließen. Sie bekämen den Bericht überhaupt nicht. Datenschutz! Sie dürften die Ergebnisse gar nicht weitergeben.  Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Der Auftraggeber und Finanzier der Untersuchung bekommt sie gar nicht zu Gesicht.

Was die Forscher herausfanden? Lernstärkere Schüler kommen zu kurz. Die Lernbegleiter würden die einzelnen Schüler nicht intensiv begleiten, sondern vor allem Vollständigkeit und (Rechtschreib-)Richtigkeit der Aufgaben überprüfen. Die Lernzeit werde nicht effizient genutzt, es gebe viel Leerlauf. Bei manchen Lehrern seien die Klassenführungskompetenzen nicht ausreichend entwickelt (will sagen: Es ist zu laut im Unterricht, es gibt viele Störungen, es ist kein konzentriertes Arbeiten möglich.)

Außerdem, so die Wissenschaftler, dies sei das Ergebnis einer einzelnen Schule und nicht aller untersuchten Schulen.

Wahrscheinlich ging es gar nicht um eine Evaluation. Die Erziehungswissenschaftler sollten wohl – nur -Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Gemeinschaftsschulen geben. Dann wäre die Datenerhebung zum Ist-Stand nur internes Material, das keinen etwas angeht. Dumm gelaufen!

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