Lateinkenntnisse und Griechenlands Reformunfähigkeit

Schon die Römer fluchten darüber, dass sie die Griechen in ihr Imperium aufgenommen hatten. Vor zweitausend Jahren wurde die Redewendung „solvere ad calendas graecas“ erfunden: Gezahlt wird am griechischen Zahltag – also nie. Darauf macht Leserbriefschreiber Helmut Schöne in der FAZ v. 16.7.15 aufmerksam:

Die römischen Patrizier, die ihre Geschäfte in den Provinzen Macedonia und Asia betrieben, beklagten sich, dass die Griechen keine Pacht und keine Steuern zahlten. Selbst die Verschickung von Geiseln nach Rom brachte nichts.

Die Calendae bezeichneten in Rom den ersten Tag des Monats. Er galt als Zahltag. Im Griechischen gab es keine Entsprechung. Calendae graecae gab es nicht.

Selbst wenn man unterstellt, dass die Römer „neoliberale“ Ausbeuter gewesen sein mögen, cum grano salis wird wohl etwas dran gewesen sein an der laxen Zahlungsmoral. Oder hat Europa jetzt die Rolle des Imperiums übernommen, das Schuld am Elend der Griechen hat? So will es das Narrativ von Syriza und Linkspartei.

Siehe auch hier!

Im Magazin Cicero wird zu Recht darauf hingewiesen, dass der Verweis auf die Wiege der Demokratrie im antiken Griechenland fragwürdig ist und das heutige Griechenland damit überhaupt nichts zu tun hat.

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Ein Gedanke zu „Lateinkenntnisse und Griechenlands Reformunfähigkeit

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