Ein Tisch zum Beschreiben (Einrichtungstipp 28)

Wenn die Schulbibliothek das bessere Klassenzimmer sein soll, braucht sie eine kommunikationsfördernde Ausstattung.

Früher holte man sich eine fahrbare Kreidetafel, die in einem Abstellraum stand. Der Kreidestaub setzt sich aber in der Kleidung fest, liegt auf den Büchern und hängt in der Luft. (Lehrer können Berufskleidung nicht bei der Steuer absetzen, es sei denn sie unterrichten Sport oder Naturwissenschaften.) Nicht jede Schulbibliothek hat einen Wasseranschluss, daher steht ein Eimerchen da, für den Schwamm.

Besser ist man dran, wenn ein Whiteboard an der Wand befestigt ist (Gibt´s auch fahrbar; vielleicht steht noch eins irgendwo herum. (Nicht gemeint: das interaktive Whiteboard!)

Oft reicht eine Flip Chart, um etwas zeigen, um Stichworte zu notieren. (Die Flip Chart war eine kleine Revolution in der Schule; sie wurde dann gern für Gesamtkonferenzen ausgeliehen. Für die Gruppenarbeit bekam jede Gruppe ein Flip Chart -Blatt zum Sammeln von Fragen  oder Stichworten und Notieren von Ergebnissen.

Zwei Meter Packpapier waren auch gut geeignet.

Eine  praktische Idee sind Whiteboardtische*, die man beschriften und abwischen kann:

whiteboard

whiteboard2

Photos: Buffy Hamilton, The Unquiet Librarian

Für Gruppenarbeit und Stationen finde ich das praktisch. Gebraucht werden die Aufzeichnungen ja nicht für die Ewigkeit, sondern nur für bestimmte Arbeitsphasen. Zur Not kann man sie fotografieren. Man stolpert nicht über Flip Charts und braucht kein Tesa oder Wäscheklammern für Papierbögen.

Man sieht, was die anderen Gruppen, je nach Arbeitsauftrag an Ideen, Fragen, Meinungen, Informationen gesammelt haben, welche Skizzen oder Mindmaps entstanden sind. Man kann sich in der Gruppe besser verständigen, wenn alle etwas vor Augen haben. Es geht nichts verloren.

Nebenbei: Das alles kann nur umständlich ins Digitale verlagert werden, etwa in Wikis, in E-Mail-Austausch, in Powerpointfolien oder digitale Mindmaps. Es ist das, was Unterricht ausmacht: die direkte Kommunikation, face-to-face, wie es auf Neudeutsch heißt. Dass das endgültige Arbeitsergebnis digital präsentiert wird, ist damit nicht ausgeschlossen.

Wer groß denkt, kann auch gleich an die Wand gehen:

Zuletzt: Ich denke auch an die Killerphrasen. „Narrenhände beschmieren Tisch und Wände“. Wer Schultoilettenwände und Klassenzimmermöbel kennt, wird fürchten, dass das dann auch der Schulbibliothek droht. Klassen, die ernsthaft im Medienzentrum arbeiten, dürften m. E.keine Gefahr darstellen. Aber nicht allen Lehrern gelingt es, diese Situation herzustellen.

Ein weiterer Einwand könnte sein, dass man mit Whitboards schlechte Erfahrungen gemacht hat. Über einen längeren Zeitraum bekäme man sie nicht mehr richtig sauber. Wie oft aber liegt das daran, dass – auch von Lehrer/-innen – Filzstifte benutzt wurden und/oder Haushaltsschwämmchen zur Reinigung oder gar aggressive Reinigungsmittel.

Die Whiteboardtische, die Buffy Hamilton nutzt, sind eine Augenweide. Ich finde, dass schon sie allein  Kreativität besser fördern als langweilige rechteckige oder spitzwinklige Trapeztische. (Die im Link gezeigten haben keine abwaschbare Oberfläche!)

Irgendwann bin ich wohl beim Nummerieren der Einrichtungstipps durcheinander gekommen. Die Nr. 28 müsste aber jetzt korrekt sein.

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