Die Schulgemeinde des Berliner Archenholdgymnasiums kämpft um ihre Bibliothekskraft

archenholdplakatDer Förderverein des Berliner Archenhold-Gymnasiums, die Elternvertretung, Schüler, Lehrer und die Schulleitung setzen sich für die Weiterbeschäftigung der Bibliothekskraft ein. Sie bombardieren Senats- und Bezirksverwaltung und die Medien mit Protestbriefen und weisen mit Aktionen auf den drohenden Verlust der Bibliotheksleiterin hin.

„Der Schule würde Wertvolles verloren gehen“ schreibt die Fördervereinsvorsitzende und zählt auf, was Monika Grosche alles leistet.

Die Schüler heben hervor, dass Frau Grosche die Schulbibliothek zu einem Informationszentrum gemacht hat. Sie berät bei der Suche nach Themen für Vorträge und Prüfungen und ist bei der Materialbeschaffung behilflich. „Viele der an unserer Schule gehaltenen Vorträge und Prüfungen wären ohne ihre Hilfe nicht so erfolgreich verlaufen“, schreiben die Schüler auf der Webseite der Schule.

Der Brief der Schüler

archenhold

Plakate des Kunstkurses für die Schulbibliothek

Der Fall ist aus mehreren Gründen besonders erwähnenswert:

Die Schulbibliothek befindet sich nicht im Hauptgebäude der Schule, sondern im Obergeschoss der Turnhalle. Dass sie sehr geschätzt wird, zeigen die laufenden finanziellen Zuwendungen des Fördervereins und das Loblied der Schüler auf Frau Grosche. Sie hat trotz der nicht sehr günstigen Lage die Schulbibliothek zu einem Zentrum der Schule gemacht.

Der Protest trifft ausgerechnet den Bezirk Treptow-Köpenick. Dort gelingt der Dipl.-Bibliothekarin Simone Frübing im Schulverwaltungsamt seit Jahren ein personalpolitisches Wunderwerk. Sie versteht es, die Unterstützung von Schulverwaltung und Politik dafür zu gewinnen, das Instrumentarium der Arbeitslosenprojekte zu Gunsten der Schulbibliotheken des Bezirks zu nutzen und findet unermüdlich geeignete Menschen. Umso schmerzhafter ist es, wenn es dann zu einem Aus für eine Beschäftigungsmaßnahme kommt.

Erfolg hatten die Proteste bisher nicht. Dennoch verdienen sie Erwähnung, weil hier eine ganze Schulgemeinde deutlich macht, wie viel ihr an der Schulbibliothek und der Leiterin liegt. (Eine Schülerin verlas den Protestbrief der Schüler am schulfreien Samstag auf einer Mitgliederversammlung der AG der Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg.)

Die AGSBB erhält immer wieder einmal den Anruf eines Schulleiters, der wissen will, wer ihm eine Bibliothekskraft finanziert. In Brandenburg hat mir Ex-Ministerpräsident Platzeck einmal antworten lassen, dass die Landesregierung einen Kooperationsvertrag mit dem dbv habe. In allen Schulbibliotheksfragen solle die Schule sich daher an die nächste Stadtbibliothek wenden und mit ihr kooperieren. In Berlin ist das schwierig, da die Zahl der Stadtbibliotheken in den Bezirken erheblich geschrumpft wurde und wird.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s