Deutschland den Migrant/-innen!

Kürzlich hatte ich unter der Überschrift „Ich kann es nicht mehr hören“ über die unaufhörlichen Studien zum angeblichen Mangel an Computerkenntnissen und Computerausstattung in den Schulen gelästert. Die meist von der IT-Lobby gesponserten wissenschaftlichen Erhebungen werden in den Medien in der Regel 1:1 nachgebetet.

Bei einem anderen Thema, das auch Schule betrifft, aber darüber hinaus von Bedeutung ist, geht es mir ähnlich: Beim Thema Migration gibt es die ebenso unaufhörlichen Studien über die Benachteiligung der Migranten durch das deutsche Schulsystem, die deutschen Lehrer/-innen und überhaupt die fehlende Willkommenskultur.

Mit letzterem ist nicht etwa gemeint, dass Kreuzberger Linksalternative die Deutschlandfahne von der Hausfassade reißen, die ein deutsch-türkischer Bäcker dort während der Fußball-Weltmeisterschaft aufgehängt hatte. (Man muss den Faschismus ja schon bei der kleinsten Regung machtvoll, vereint und gewaltlos bekämpfen.) Unzufrieden mit der Willkommenskultur war wohl auch die türkische Jugendgang, die dem soziokulturellen ausländerfreundlichen Zentrum in der Nachbarschaft einen nächtlichen Besuch abstattete und die linksalternativen Gutmenschen ratlos zurückließ. Konnte man doch weder den USA noch dem Mossad noch der EU die Tat in die Schuhe schieben.

Nach längerem Nachdenken und ausgiebiger Zeitungslektüre könnte ich zur Erkenntnis kommen, dass vielleicht doch die Deutschen eine Mitschuld trifft. Hätten die kriminellen jungen Berliner Deutschtürken vom Senat alle eine Lehrstelle bekommen, wären sie womöglich nicht so aggressiv geworden. Vielleicht haben wirklich die deutschen Lehrerinnen und Lehrer versagt, die … (Willkommenskultur, Leistungsdruck, Vorurteile usw.). Wie meinte ein deutscher Sozialpädagogikprofessor kürzlich in der Talkrunde des Deutschlandfunks über die deutschen Islamisten, die nach Syrien ziehen? „Wir reden hier dauernd über Islam und Islamismus, wir sollten endlich über den Kern des Problems reden: Die soziale Benachteiligung der Migranten in Deutschland.“ Da wusste der Professor noch nicht, dass ausgerechnet bestens benotete muslimische Schülerinnen von teuren britischen Privatschulen zu den attraktiven Machos des IS nach Syrien abgehauen waren. Dass die Attentäter von 9/11 gut ausgebildete Studenten einer Hamburger Uni waren, hatte er vergessen.

Ich bin immer (noch) erstaunt und überrascht, wenn ich mitbekomme, dass es gebildete und gut ausgebildete junge Deutsch-Türkinnen und -Türken gibt. Wie haben die das geschafft, bei der fehlenden Willkommenskultur in deutschen Schulen?

Mir hat dieser Text einer Deutsch-Griechin gefallen. (via Achse des Guten)

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2 Gedanken zu „Deutschland den Migrant/-innen!

  1. Basedow1764 Autor

    Wie soll ich Ihre Bemerkung verstehen?

    Dass es komplexer ist, als ständig der Schule die Schuld daran zu geben, dass bestimmte Migrantengruppen nicht klar kommen, sage ich des öfteren.

    Antwort

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