Liebeslieder diskriminieren Homosexuelle

Das wollen Geschlechterforscher/-innen in wissenschaftlichen Studien herausgefunden haben! Für Schule ist das wichtig zu wissen. Alles, was Heterosexualität als Norm erscheinen lässt, ist für LSBTTIQ-Mitmenschen und Genderisten diskriminierend. Also sollten, sagen wir mal, neben „Faust“ und „Kabale und Liebe“, den heterosexuell orientierten Stücken, auch „Brokeback Mountain“ und „Aimeé und Jaguar“ als Bausteine der Erziehung zur Vielfalt in Betracht kommen. Die Sexualkunde-Lehrpläne einiger Bundesländer werden derzeit schon umgeschrieben.

Ich kann mir die beiden letztgenannten Filme durchaus in der Schule vorstellen. (Spielfilmlänge ist während der Unterrichtszeit allerdings illusorisch, abgesehen von den letzten Schulwochen vor den Ferien und da wären sie absolut fehl am Platz.) Ich würde sie manchen Empfehlungen in einem sexualpädagogischen Handbuch oder in GEW-Broschüren vorziehen. Vielleicht nicht in Schulklassen mit mehrheitlich muslimischen Schülern.

Wohin das Mainstreaming nicht-heterosexueller Präferenzen führen kann, zeigt die gendersensible Textanalyse deutschen Liedgutes. „Wir können nicht länger einen großen (sic!) Teil der Bevölkerung durch Liebeslieder verstören, die einen heterosexuellen Lebensentwurf feiern, der von diesem Teil der Bevölkerung nicht geteilt wird”, sagt ein Geschlechterforscher.

Es ist das gute Recht Homosexueller, ihre Homosexualität zu leben.(Ich erinnere mich an Zeiten, wo der „Lebensentwurf“ von Homosexuellen im krassen Gegensatz zur Lebensweise heterosexueller, i. d. R. monogamer  Ehepaare stand.)

Aber man muss nicht bei jedem Arbeitsblatt betonen, dass man für sexuelle Vielfalt ist und heterosexuelle Beziehungen nicht privilegiert.

Siehe u. a. auch hier im Blog!

Wie schnell die sich angeblich durch rassistische, sexistische weiße Männer und dominante heterosexuelle Eheleute unterdrückt fühlende Minderheit der LSBTTIQ Macht über die Mehrheit erlangen kann, zeigen Begebenheiten der letzten Zeit:

  • Ein englischer Wissenschaftler, Tim Hunt, Nobelpreisträger, Mitglied der Royal Society und im Europäischen Forschungsrat, erlaubte sich in einem Vortrag über Frauen in der Wissenschaft diesen Scherz: Entweder verliebe man sich während der Arbeit im Labor in sie oder sie sich in einen und wenn man sie kritisiere, weinten sie. Er wurde in den sog. sozialen Medien mit einem Shitstorm überzogen und flog aus allen seinen Ämtern. Da half es auch nicht, dass seine Frau, eine bekannte Feministin, zu ihm stand.
  • In Westfalen berichtete eine Journalistin von einem Vater, der seine minderjährigen Töchter nicht an der Hochzeit eines schwulen Verwandten teilnehmen lassen wollte. Die Journalistin wurde von einem Shitstorm überzogen und von ihrer Zeitung gekündigt.
  • Wer den Genderismus kritisiert, wäre rechts. So stand es u. a. im Spiegel.
  • Unvergessen ist die junge Journalistin, die sich mit dem FDP-Altpolitiker Rainer Brüderle zu einem Absacker nachts an einer Hotelbar trifft, eine Bemerkung über ihr Dekolleté ertragen muss, dann in ihrer Illustrierten ihr Erdulden vor Publikum ausbreitet. Allerdings frage ich mich, ob ein älterer Politiker, der sich nachts mit einer jungen Journalistin an die Bar setzt, nicht selbst dran schuld ist. Vielleicht ist das Verhüllungsgebot für Musliminnen gar keine so schlechte Idee. Ihr gefühlloser Arbeitgeber schickt sie noch ein ganzes Jahr zu Terminen mit Brüderle, bevor ihr/ihm einfällt, Brüderle als übergriffigen, sexistischen alten weißen Mann zu verkaufen.
  • Heute Morgen, beim Frühstück, ich suchte gerade in den Potsdamer Neuen Nachrichten vergebens einen Artikel über den 17. Juni 1953, als mir ein Prospekt von Karstadt entgegenfiel. Auf der Titelseite prangt eine Schönheit – darf man das sagen, ohne weniger Schöne zu diskriminieren?  – in lila Unterwäsche. Ist das nicht rassistisch angesichts der Mitbürger/-innen muslimischen Glaubens, die sich, dem Gebot des Koran folgend, verhüllen? Aus freien Stücken, wie uns deutsche Islamwissenschaftlerinnen erläutern. Wo bleibt der Shitstorm gegen Karstadt?

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis rassismus- und diskriminierungssensible Wissenschaftler/-innen die Entfernung der Käthe-Kollwitz-Skulptur „Mutter mit totem Sohn“ in der Berliner Neuen Wache unweit der Humboldt-Universität fordern. Denn die Skulptur ist eine Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Eheleute. A propos Humboldt: Gendersensible Student/-innen, pardon Studier_x, dieser Institution fordern eine Umbenennung. Die Gebrüder Humboldt waren schließlich rassistische, diskriminierende und sexistische weiße Männer.

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