Informationskompetenzvermittlung für Journalist/-innen

Wir sollen 15jährigen beibringen, Webseiten zu evaluieren, fordern die Informationswissenschaftler. Das ist ein ambitioniertes Unterfangen, auch Erwachsene tun sich damit schwer. Dass sogar Journalist/-innen, bei denen man eigentlich ein erhöhtes Maß an Informationskompetenz voraussetzt, bei ICILS nicht besser als Lehrer und Schüler abschneiden dürften, zeigt wieder einmal eine besonders gelungene Nachricht, die dieser Tage durch die Presse ging. Die „Male Idiot Theory“ wäre angeblich durch eine neue Studie bestätigt worden, die in der Weihnachtsausgabe einer angesehenen britischen Wissenschaftszeitschrift veröffentlicht worden wäre. Demnach wäre nun endgültig bewiesen, dass es unter Männern mehr Deppen gäbe als unter Frauen.

So ganz weit weg ist es ja nicht von dem, was die 250 deutschen Genderprofessorinnen erforschen und verbreiten. Daher mag es für die Journalistin plausibel gewesen sein, die für dpa die Meldung erfasste, die dann zigfach von unseren Medien übernommen wurde.

Eine clevere informationskompetente Fünfzehnjährige hätte herausgefunden, dass besagtes Wissenschaftsmagazin dafür bekannt ist, dass es in seiner Weihnachtsausgabe nicht ernstzunehmende Studien erfindet und darauf im Editorial noch extra hinweist.

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