Schulbibliotheken in Berlin

Laut der Antwort des Berliner Bildungssenators auf eine Anfrage der Grünenfraktion im Abgeordnetenhaus im Mai 2014 gibt es in Berlin ca. 500 Schulbibliotheken. Mitgezählt sind 7 geplante oder im Aufbau befindliche. Andererseits werden 15 Schulbibliotheken wegen Raumbedarfs für Klassenzimmer ihren Raum verlieren. (Nicht nur in Berlin gehören Schulbibliotheken, anders als Turnhallen, nicht zum vorgeschriebenen Raumprogramm von Schulen. Sie werden im Schulgesetz noch nicht einmal erwähnt.)

Angesichts der Gesamtzahl von ca. 740 allgemeinbildenden und beruflichen öffentlichen Schulen keine schlechte Quote. Nehmen wir an, dass die Zahlen stimmen. Wir sind bei Abfragen von Schulen einiges gewohnt. Da wird übertrieben oder die Frage falsch verstanden.

Zur Gesamtzahl der öffentlichen Schulen kommen noch ca. 220 private berufliche und allgemeinbildende Schulen. Dort sieht es für Schulbibliotheken meist besser aus.

Im Gedächtnis behalten sollte man, dass Bildungsstaatsekretär Rackles in der Beantwortung der Anfrage auf die pädagogische Funktion der Schulbibliothek hinweist und nicht alles auf Kooperationsverträge und die öffentlichen Bibliotheken schiebt:

„Schulbibliotheken sind ein Angebot, das die Leseumgebung im Klassenraum und in der Schule ergänzt. Sie sind geeignet – neben den regulären Leseszenarien im Unterricht und im Schulleben – Schülerinnen und Schüler zur Erweiterung ihrer individuellen Leseerfahrungen anzuregen, Leseinteressen auszubauen und Lesemotivation zu steigern sowie Strategien der Informationsbeschaffung und –verarbeitung zu erwerben bzw. zu vertiefen. Da Schulbibliotheken – ebenso wie öffentliche Bibliotheken im Stadtteil – Lesekultur und Medienrezeption auch über den Unterricht im Klassenraum hinaus erlebbar machen, kommt ihnen für die langfristige Förderung von Lese- und Rechtschreibkompetenz im Besonderen eine ebenso unterstützende Funktion zu wie für die Förderung
von Medienkompetenz im Allgemeinen.“
Diese Stellungnahme ist sicher erweiterungsfähig: Schulbibliotheken als gut ausgestattete multimediale und multifunktionale Unterrichtsorte. Auch war (West-) Berlin in den 70er Jahren schon einmal weiter, was schulbibliothekarische Arbeitsstellen und hauptamtliche Mitarbeiter/-innen angeht. Aber die Aufgeschlossenheit in der Bildungsverwaltung ist anscheinend größer als in Hessen (Mantra „Kooperationsverträge sind das A und O und die Kombibibliothek ist der Königsweg“) oder Baden-Württemberg (Eine frühere Kultusministerin: „Schulbibliothek hat mit Pädagogik nichts zu tun.“)
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