Die PISA-Industrie braucht Beschäftigung: ICILS-Studie zu Computerkompetenzen

Gefühlt lese ich täglich neue Umfragen über die Computerkompetenzen von Lehrern und Schülern. Was fehlt, ist ein überzeugender Nachweis, dass die Milliarden, die in die Computerisierung der Schulen gesteckt wurden, nicht nur wirtschaftspolitisch, sondern auch bildungspolitisch Wachstum generiert haben, sprich höhere Schülerleistungen und einen besseren Bildungsstand bewirken.

Jetzt gibt es ICILS, eine weltweite Studie über Computer- und Informationsbeschaffungskompetenzen von Achtklässlern. Die Forscher dringen darauf, dass die IT-Ausstattung der Schulen verbessert wird, die Lehrer besser in IT-Nutzung im Unterricht geschult werden und diese dann auch praktizieren.

„Ich wünsche mir, dass die ICILS-Studie den Ländern Impulse gibt, damit es an den Schulen zu dringend notwendigen Veränderungen und Verbesserungen kommt“, sagt die Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen, dazu. Ihr Haus hat die Studie in Deutschland finanziert. Das Ministerium, so sagt sie weiter, werde in den nächsten zehn Jahren 500 Mio € in die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ stecken. Sie erhofft sich von der Initiative einen Innovationsschub auch beim Einsatz digitaler Medien.

Im Blog Critical Science kann man lesen, dass die Ergebnisse so sind, wie wir sie aus bisher fast allen Leistungsvergleichstudien kennen, dass es aber auch Widersprüche zwischen dem wahren Leben von Achtklässlern und der Kunst der empirischen Sozialforschung gibt.

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2 Gedanken zu „Die PISA-Industrie braucht Beschäftigung: ICILS-Studie zu Computerkompetenzen

  1. Pingback: Informationskompetenzvermittlung für Journalist/-innen | Basedow1764's Weblog

  2. Julia Rittel, Landesarbeitsgemeinschaft Schulbiblotheken in NRW e.V.

    „Der durchschnittliche Lernerfolg ist relativ unabhängig von dem gewählten Mediensystem und der eingesetzten Technologie. Die Effekte sind vergleichsweise schwach. Es ist vor allem eine Frage der didaktischen Methode […], die sich auf den Lernerfolg niederschlägt.“
    aus: Kerres, Michael: Mediendidaktik. Konzeption und Entwicklung mediengestützter Lernangebote. München 2013.
    Das wird so sehr deutlich im ersten Semester meines Masterstudiums Mediendidaktik gelehrt, ein Studiengang, der per definitionem sicher nicht zu Computer-kritisch ist. Es gibt dazu laut Kerres wohl schon unzählige Studien und Meta-Analysen.

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